Aucotecs Software-Plattform namens Engineering Base arbeitet disziplinübergreifend, um auch komplexe Smart-Grid-Szenarien zu beherrschen.

Aucotecs Software-Plattform namens Engineering Base arbeitet disziplinübergreifend, um auch komplexe Smart-Grid-Szenarien zu beherrschen.Aucotec

Egal ob Offshore-Windpark oder Solardach, Elektroauto an der Ladesäule oder Kraft-Wärme-Kopplung im Einfamilienhaus: All diese, meist sehr verteilt und unstetig arbeitenden Erzeuger wollen ihre Energie an den Mann bringen. Dafür müssen die Energienetzbetreiber vielerorts ihre Kapazitäten anpassen. Was bisher lediglich Verteilstation war, muss künftig Energie bidirektional managen. Das ist allein wegen der Größe unserer Netze und der Menge solcher Stationen eine gigantische Aufgabe. Um sie zu meistern, müssen die bestehenden Engineering-Strukturen einen kräftigen Effizienzsprung schaffen.

Auf einen Blick

Aucotec sieht sich als Marktführer in Deutschland, Tschechien und der Slowakei bei Engineering-Software zur Energieverteilung. Die eigene System-Technologie namens Engineering Base verbindet interdisziplinäre Kooperation mit steter Datenkonsistenz. Sie erzeugt einen effizienten, vernetzten Planungsprozess, bei dem verschiedene Engineering-Disziplinen auf dasselbe Anlagenmodell zugreifen. Ohne einen solchen Ansatz wäre die Komplexität eines Smart Grid nicht mehr zu beherrschen.

Zusätzlich ist die Technologie des Engineerings unter Druck: Smart Grids brauchen ein umfassendes Energiemanagement, das im bisherigen Engineeringprozess für die Energieverteilung nicht vorgesehen ist. Die vielen unterschiedlichen, dezentralen Energieerzeuger müssen von außen ansteuerbar sein, um ihre Leistung kalkulierbar aufzunehmen und einzusetzen. Außerdem sind intelligente Stromzähler notwendig, damit gezielte Angebote, etwa für günstigere Abnahmezeiten, machbar werden – der Gesetzgeber verlangt folgerichtig, dass bis 2020 stolze 80 % der Haushalte damit ausgestattet sind. Verbrauchsspitzen ließen sich mit diesem Smart Metering abflachen. Verteilanlagen müssen also – möglichst zügig – an intelligente Geräte und Telekommunikationsfunktionen angebunden werden, um das enorme Mehr an Erzeuger- und Verbrauchsdaten zu erfassen.

Smarte Techniken

Smart Grids und Smart Metering verlangen daher auch Smart Engineering. Diese Herausforderungen im Blick, fokussierte Aucotec bei der jüngsten Weiterentwicklung seiner Plattform EB (Engineering Base) besonders auf die Ausprägung „Power“. Bei der diesjährigen Hannover Messe war Aucotec deshalb nicht nur in der Digital Factory in Halle 7 vertreten, sondern zeigte die Neuerungen für smartes Engineering im EVU-Sektor auch in der Energy-Halle 13.

In der Energieerzeugung bietet EB eine durchgängige Lösung für EMR (Elektrotechnik, Messtechnik und Regeltechnik), deren Zentrum das R&I-Schema der Verfahrenstechnik im Kraftwerk ist (Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema). Anlagen zur Energieverteilung projektiert EB vom Generator bis zum Endverbraucher und stellt die richtigen Leistungen für alle Spannungsebenen zur Verfügung. Zudem lässt sich EBs Engineering-Lösung für die Kommunikationstechnik spielend in den Gesamtprozess einbinden – alles auf derselben Plattform.

Dieser Screenshot aus Engineering Base zeigt die Planung von Windenergieanlagen mit den zentralen Komponenten auf einer hohen Abstraktionsstufe.

Dieser Screenshot aus Engineering Base zeigt die Planung von Windenergieanlagen mit den zentralen Komponenten auf einer hohen Abstraktionsstufe.Aucotec

Einmal planen, mehrfach nutzen

Das Anlagenmodell hält automatisch alle relevanten Daten in allen Ansichten redundanzfrei auf dem aktuellen Stand. Beliebig geschachtelte Gerätestrukturen, wie in der Energieverteilung üblich, lassen sich problemlos anlegen – vom Großgerät bis zum Leistungsschalter. Besonders wirtschaftlich sind die wiederverwendbaren Einheiten. So liegen zum Beispiel nach einmaliger Projektierung die kompletten Felder einer Verteilanlage als Typicals in der Datenbank – einschließlich aller Geräte und Pläne. Daraus lassen sich sehr effizient neue Komplett- oder Teilanlagen zusammenstellen, einfach per Copy & Paste.

Ein Paket branchenspezifischer Qualitätsprüfungen sorgt automatisch dafür, dass die Dokumentation den EVU-Standards entspricht. Der Lieferant sichert damit die Abgabe einer regelkonformen Anlage. Der Betreiber erhält eine verlässliche Dokumentation, die nicht mehr von teuren Fachleuten geprüft werden muss. Die Abnahmeprozedur ist deutlich beschleunigt. Dabei ist selbstverständlich, dass sämtliche gängigen Normen und Spezial-Anforderungen an die Dokumentation berücksichtigt werden können, auch international. Damit sind die EVUs für die zukünftigen Anforderungen gewappnet, wie auch immer sich ihre verschiedenen Geschäftsfelder entwickeln.