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Ein zukunftssicheres Smart Meter braucht mehrere Kommunikationsschnittstellen, viel Speicher und eine Update-Funktion.
Nicht jedes Messgerät, das sich Smart Meter nennt, ist wirklich so intelligent wie sein Name verspricht.

Nicht jedes Messgerät, das sich Smart Meter nennt, ist wirklich so intelligent wie sein Name verspricht: Ein Stromzähler wird nicht zum modernen High-Tech-Gerät, nur weil er eine Funkantenne besitzt oder sich per Fernzugriff bedienen lässt. Zwar sind die Anforderungen an die Funktionalitäten eines Smart Meter aktuell noch begrenzt, und speziell vor diesem Hintergrund bieten billig produzierte Zähler von der Stange zumindest auf den ersten Blick das beste Preis-Leistungs-Verhältnis – dieser Eindruck kann jedoch grundlegend täuschen, wenn man die Gesamtkosten betrachtet.

Moderne Stromzähler setzen auf Qualität statt Masse

Billighersteller leben vor allem von der Masse. Sie müssen Kompromisse eingehen, damit möglichst viele Energieunternehmen ihre Messgeräte einsetzen können. In der Praxis unterscheiden sich die Versorgungsgebiete allerdings in vielen Parametern, etwa den geografischen Merkmalen oder der Bevölkerungs- und Bebauungsdichte. Je nach Land können außerdem verschiedene IT-Systeme gebräuchlich sein, und auch die Kommunikationsanforderungen sowie die vorhandene Infrastruktur sehen bei jedem Versorger anders aus.

Um die unterschiedlichen Anforderungen abzudecken, braucht ein echtes Smart Meter multiple bidirektionale Kommunikationsschnittstellen. Außerdem kann ein solches Gerät weit mehr Daten erheben als nur den Stromverbrauch, und es lässt in der Regel sogar die Auswahl verschiedener Tarif-Optionen zu. Solche Möglichkeiten sind heute in den meisten Versorgungsnetzen noch nicht einmal angelegt. Gerade deshalb sollte ein Energieversorger vor dem Einstieg in den Smart-Meter-Markt seine Anforderungen genau kennen. Nur so kann er sinnvoll die Einführung von individuell konfigurierbaren Smart Metern eines Qualitätsanbieters planen, die den aktuellen sowie künftigen Ansprüchen optimal genügen.

Update-Fähigkeit sichern

Unternehmen sollten sich beispielsweise im Klaren darüber sein, wo ihre Smart Meter konkret eingesetzt werden und was genau sie an diesem Ort leisten müssen. Ein Schlüssel zur Investitionssicherheit ist Update-Fähigkeit: Selbst wenn die Kunden heute noch nicht alle angebotenen Funktionen nutzen können, werden ihre Möglichkeiten und Ansprüche mit der Weiterentwicklung anderer Technologien steigen. Obwohl sich diese künftigen Anforderungen kaum vorhersehen lassen, müssen Modelle, die heute auf den Markt kommen, auch in zehn Jahren noch aktuell sein. Andernfalls müssten die Versorger die Haushalte regelmäßig mit neuen Geräten ausstatten, die Investition in hochwertige Lösungen würde sich dann kaum rechnen.

Um also die nötige Zukunftsfähigkeit der Smart Meter zu sichern, gehört zu deren wichtigsten Features ein Flash-Speicher mit möglichst hoher Kapazität. Dort lassen sich Firmware-Images für Upgrade-Zwecke speichern. Außerdem speichert das Flash bei Bedarf umfangreiche Daten für künftige Anwendungen wie die Benutzerprofilerstellung oder die Last-Disaggregation nahezu ohne zusätzliche Kosten. Kommen dann noch standardisierte Prozessor-Architekturen und Hardware-Schnittstellen zum Einsatz, erleichtert dies die Aktualisierung von Designs; die Smart Meter lassen sich dadurch bei Bedarf schnell und effektiv erweitern und verbessern.

Externe Beratung zuziehen

In der Regel entsprechen die maßgeschneiderten, zukunftsfähigen Smart Meter den Anforderungen der Endkunden sowie der verschiedenen Einsatzbereiche am besten und erbringen gleichzeitig den höchsten Return on Investment für den Energieversorger. Die Konzeption einer solchen Lösung ist jedoch umfangreich und komplex – nicht jedes Unternehmen wird in der Lage sein, die komplette Expertise dafür intern vorzuhalten. Wo betriebsinterne Spezialisten fehlen, ist es deshalb ratsam, mit kompetenten Partnern zusammenarbeiten: Branchenkenner wie Sentec verfügen über profunde Erfahrung in der Entwicklung zukunftssicherer Smart Meter und bieten auf dieser Basis Unterstützung bei allen wichtigen Themen, von Messtechnik und Methodik über Produktions- und Kommunikationstechnik bis hin zu elektronischen Bauteilen, Firmware und Betriebssystemen.

Erneuerbare Energien: Geschäftsmodelle im Wandel

Auch der Lage auf dem Smart-Meter-Markt können Energieversorger auf diese Weise ein Schnippchen schlagen, denn diese könnte sich bald kritisch entwickeln. Bislang waren die Geschäftsmodelle der Anbieter darauf ausgelegt, eine konstante Nachfrage zu befriedigen – Stromzähler wurden einmal installiert und erst am Ende ihrer Lebensdauer wieder ausgetauscht. Die geplante Umstellung auf alternative Energiequellen jedoch kann nur gelingen, wenn sämtliche Haushalte innerhalb relativ kurzer Zeit intelligente Stromzähler erhalten. In der Folge müssten die Hersteller mehr Geräte innerhalb kürzerer Zeit produzieren und ihre Marktstrategien grundlegend überarbeiten.

Solche dynamischen Veränderungen sind bisher weniger aus dem Energiemarkt als vielmehr aus der Telekommunikationsindustrie bekannt, wo die Hersteller über einen kurzen Zeitraum große Volumina eines bestimmten Produkts produzieren und auf den Markt bringen. Läuft eine Serie aus, stellen sie die Maschinen um und das nächste Modell geht in Serie. Im Smart-Meter-Markt dagegen sind viele Hersteller nicht auf eine kurzfristige Änderung der Produktionskapazitäten eingestellt. Vor allem in Nordamerika, wo die Nachfrage nach Smart Metern enorm angestiegen ist, löst dieser Umstand momentan schon Lieferschwierigkeiten aus.

Ob sich in Deutschland ähnliche Probleme ergeben, hängt vor allem davon ab, wie flexibel die Smart-Meter-Hersteller auf die neuen Anforderungen reagieren. Auch die Energieversorger selbst können einiges tun, um ihre Kunden pünktlich und zukunftssicher mit Smart Metern zu versorgen – indem sie schon heute sorgfältig ihre individuellen Lösungen planen.