Kevin Kitagawa ist Marketing Director Digital Home bei Mips Technologies.

Kevin Kitagawa ist Marketing Director Digital Home bei Mips Technologies.Mips Technologies

Kürzlich erreichte uns die Nachricht, dass sich Intel aus dem Digital-Home-Geschäft verabschieden möchte. Die Smart-TV-Initiative ist also am Ende. Aber was heißt das für den Markt? Wer ist der Prozessor-Gewinner? Ein vor kurzem veröffentlichter Beitrag auf dem Technologie-Blog Venture Beat sieht Mips Technologies als potenziellen Gewinner, da das Unternehmen eine Prozessorarchitektur für Android-basierte Smart-TV-Geräte anbietet. Danke für die Zustimmung, Dean Takahashi! Wir sind uns einig.

Ich las in einer Nachricht, dass Intel behauptet, man sei führend in der Entwicklung und beim Start des Smart-TV-Markts, also bei Fernsehern mit Apps und Internet-Anbindung. Was für eine ambitionierte Aussage! Mit seinen Atom-basierten SoCs CE4100 und CE4200 für den Digital-Home-Markt konnte Intel kaum große Design-Wins verbuchen, auch die erste Generation von Google TV blieb erfolglos. Ich denke, diese Bausteine sind überdimensionierte IP-Settop-Boxen und keine internetfähigen DTV-Plattformen. Selbst Sonys TV-Gerät, das die Grundlage für Google TV bildete, nutzte ein Mips-basiertes SoC für die DTV-Funktion. Das Intel-basierte Google-TV-Board war daran angeschlossen. Warum? Weil Intel durch die Bausteingröße und die Leistungsaufnahme seiner Architektur nur eingeschränkte Möglichkeiten bietet.

Prozessoren für Internet-fähige Fernseher

Im DTV-Markt hat Mips Technologies die führende Prozessorarchitektur, etwa für digitale Fernseher, Settop-Boxen und Blu-Ray-Player. Bei DTV liefern Mips-Lizenznehmer mehr Geräte als jeder Wettbewerber. So finden sich Mips-Prozessoren in DTV-Geräten von LG, Samsung, Sharp, Sony, Toshiba, Vizio und anderen großen Marken.

Der Absatz digitaler TV-Geräte im Gesamtmarkt hat sich derzeit zwar verlangsamt, aber das Potenzial bleibt immens: Unterhaltungselektronik breitet sich in neue geografische Regionen aus und Smart-TV sind für diese Märkte ein Türöffner. Laut einem Bericht von IHS iSuppli wird DTV-Rundfunk in den nächsten Jahren in Lateinamerika, China und im asiatisch-pazifischen Raum eingeführt. Die Analysten gehen davon aus, dass der weltweite DTV-Markt zwischen 2010 und 2015 jährlich im Durchschnitt um 15% wachsen wird, mit Verkaufsraten von rund 245,9 Millionen Geräten im Jahr 2015.

IHS iSuppli erwartet, dass der Übergang von Digital-TV auf Smart-TV ähnliche Möglichkeiten für die TV-Halbleiter-Lieferkette bietet, wie es bereits die Digitaltechnik ermöglichte. Während Smart-TV heute das obere Ende des DTV-Markts markiert, hat Mips bereits seit Jahren die Basis für Smart-Connected-Unterhaltungselektronik geschaffen. Im Zuge der Android-auf-Mips-Initiative kündigten Mips und seine Lizenznehmer Android-Settop-Boxen an. Erste Mips-basierte Android-TVs befinden sich bereits am Markt.

Googe & Co: Filme aus dem Netz

Auch wenn es um Google TV geht, ist Mips bestens positioniert, sobald zukünftige Generation dieser Plattform sich als erfolgreich erweisen. Google TV soll auf Android 3.1 (Honeycomb) basieren. Mips unterstützt Android Honeycomb bereits auf mehreren SoCs und wird demnächst die Lieferung von Endprodukten ankündigen.

Mips befindet sich also in einer starken Position, unabhängig von Intels Entscheidung, sich aus diesem Markt zurückzuziehen. Fragt sich, wie es um die anderen Prozessoranbieter steht? Wie wird sich Mips gegen Chip-Hersteller behaupten, die den Digital-Home- und den DTV-Markt speziell bedienen? Ich meine, wir verfügen über eine hervorragende Ausgangsposition. Im DTV-Markt spielt Leistungseffizienz eine entscheidende Rolle. Mips bietet nach unserer Überzeugung die optimale Kombination aus Leistungsfähigkeit, Preis und Stromverbrauch. Mit dem wachsenden Applikations-Ecosystem rund um die Mips-Architektur für Mobile- und Smart-Digital-Home-Anwendungen sind wir bestens positioniert, um die Lösungen bereitzustellen, die unsere Kunden benötigen, wenn Smart-TV vom Highend- in den Mainstream-Bereich übergeht.