Die Digitalisierung von Produktionsprozessen bietet neben ökonomischen Vorteilen ein hohes Potenzial für Ressourceneffizienz.

Die Digitalisierung von Produktionsprozessen bietet neben ökonomischen Vorteilen ein hohes Potenzial für Ressourceneffizienz. Bank Phrom – Unsplash

Wie Digitalisierung aussehen kann? Zum Beispiel so: Ein Maschinen- und Anlagenbauer speichert und analysiert auf einer Industrial-Internet-of-Things-Plattform die Betriebsdaten aller Maschinen, die er verkauft. Ein Frühwarnsystem kündigt Wartungsarbeiten an, noch bevor eine Maschine kaputt geht, was zu einer längeren Lebensdauer führt. Oder: Einem Werkzeughersteller, der Sonderwerkzeuge in sehr geringen Losgrößen fertigt, ist es gelungen, mit einer lückenlosen Prozesskette vom CAD-System bis zur eigentlichen Fertigung die Ausschussquote stark zu reduzieren.

Dies zwei von zahlreichen Gute-Praxis-Beispielen aus dem neuen Ressourcencheck zur Digitalisierung des VDI ZRE. Unternehmen können damit überprüfen, wie die digitale Transformation ihrer Produktionsabläufe ihre Ressourceneffizienz steigern kann. Anwender müssen dafür sechs Fragen beantworten: beispielsweise, ob sie Methoden der virtuellen Produktentwicklung oder der digitalen Fabrik nutzen oder ob sie ihre Prozesse automatisiert und flexibilisiert haben. Die Auswertung schätzt das Ressourceneinsparpotenzial durch Digitalisierung ein. Daneben gibt es Checklisten und Gute-Praxis-Beispiele. Mittels der Checklisten lassen sich Ressourceneffizienzpotenziale im Unternehmen finden.

Auch etwas fürs Auge

In der Prozessvisualisierung gibt es Informationen (Videos,  Best-Practises, Projekte) zu den Akteuren im Produktlebenszyklus und deren informationstechnische Vernetzung.

In der Prozessvisualisierung gibt es Informationen (Videos, Best-Practises, Projekte) zu den Akteuren im Produktlebenszyklus und deren informationstechnische Vernetzung. VDI ZRE

Vertiefendes Wissen zur Digitalisierung bietet eine interaktive Prozessvisualisierung: Eine Illustration stellt die Akteure im Produktlebenszyklus – das Unternehmen, den Energieversorger, die Lieferkette, Kunden und Verwerter – und deren informationstechnische Vernetzung dar. Die Grafik hat klickbare Punkte, hinter denen sich weiterführende Informationen verbergen. Wer beispielsweise das produzierende Unternehmen anwählt, erfährt alles rund um digitalisierte Produktentwicklung, smarte Logistik, intelligente Kollaboration und Schulung, Produktionsplanung, Wartung und Qualitätsmanagement. Neben den besten verfügbaren Techniken gibt es Umsetzungsbeispiele, Projekte und Videos.

Ressourcencheck und Prozessvisualisierung verdeutlichen: Industrie 4.0 bietet zwei große Vorteile. Zum einen kann sie die Ressourceneffizienz eines Produktes über den gesamten Lebensweg hinweg – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellungs- und Nutzungsphase bis hin zur Verwertung – optimieren. Dies wird möglich, wenn wichtige Kriterien wie die nutzungs-, fertigungs- und recyclinggerechte Produktgestaltung bereits in der Entwicklungsphase berücksichtigt werden. Zum anderen lassen sich mittels Industrie 4.0 ressourceneffiziente Produktions- und Recyclingprozesse planen und umsetzenn. Ein Beispiel: Erfassen digitale Steuerungssysteme die Produktionsdaten in Echtzeit, können Techniker bei einer Fehlermeldung direkt in den Produktionsprozess eingreifen und das Problem beheben. Fehlerhafte Teile können umgehend aussortiert und ggf. nachgearbeitet werden. Dies verringert die Ausschussquote sowie die Material- und Energieverbräuche. Die vorausschauende Wartung (predicitve maintenance) soll es sogar ermöglichen, potenzielle Defekte zu erkennen, noch bevor sie auftreten.

Industrie 4.0 am Beispiel – Ressourceneffizienz durch Digitalisierung