In der Fertigung von IWC greifen seit 1868 alle Rädchen ineinander. Jede Uhr wird von Fachkräften zusammengebaut. IWC beschäftigt derzeit etwa 750 Mitarbeiter an den beiden Standorten Schaffhausen Stadtzentrum und Manufakturzentrum Merishausertal. Die Endmontage der Uhren erfolgt teils in Montagelinien, teils in Montageinseln. In der Endkontrolle werden alle Uhren funktionell und visuell geprüft und im Falle von Abweichungen unmittelbar instandgesetzt und erneut geprüft.

Um die Qualitätssicherung zu unterstützen und die Prozesse effizienter zu gestalten, kommen CAQ (Computer Aided Quality) und MES (Manufacturing Execution System) zum Einsatz.

Um die Qualitätssicherung zu unterstützen und die Prozesse effizienter zu gestalten, kommen CAQ (Computer Aided Quality) und MES (Manufacturing Execution System) zum Einsatz. SCIIL

Der Weg zur Digitalisierung

Um die Qualitätssicherung zu unterstützen und die Prozesse effizienter zu gestalten, suchte der Uhrenspezialist nach einer Software, die CAQ (Computer Aided Quality) und MES (Manufacturing Execution System) vereint. Die Lösung sollte in allen Produktionsschritten eingesetzt werden und bisher papierbezogene Prozesse, Excel-Listen, Hilfsblätter sowie Insellösungen ersetzen. Sie sollte die Planung, Erfassung und Steuerung von Qualitätsprüfungen, Fehlern und Nacharbeiten ermöglichen sowie die Rückverfolgbarkeit (Traceability) der Fehler bis auf Einzelteile und Lieferanten gewährleisten. Dazu sollten durchgängige Daten zur Produkt- und Prozessverbesserung erzeugt und Reportings und Kennzahlen aus dem System automatisch generiert werden.

Aufgrund des Preis-Leistungsverhältnisses, der Umsetzungsdauer, des Supports sowie insbesondere des Software-Funktionalitätsumfangs, der als bester aller verglichenen Lösungen bewertet wurde, entschied man sich für die Zusammenarbeit mit dem Softwareanbieter SCIIL, Neuwied. Das Unternehmen entwickelt MES-/CAQ-Software und korrespondierende Industrie 4.0-Anwendungen wie Industrial Apps, Mobile Audits, IIoT-Lösungen.

Senkung der Durchlaufzeit um 15 Prozent

Die Software-Lösung kommt nun im Bereich der Endmontage (Verheiratung Uhrwerk/Gehäuse), Endkontrolle (Funktion- und Aspektprüfung), Nacharbeit (Instandsetzung) sowie zur Prozesskontrolle und Datenanalyse zum Einsatz und ermöglicht verschiedene Einsparungen und Prozessoptimierungen. So wird unter anderem durch den Software-gestützten Prozess die Einarbeitungszeit der Mitarbeiter verkürzt. Des Weiteren werden Fehler bei Messungen vermieden.

Auch konnte die Datenqualität – sowohl in Bezug auf Datenfehler zur schnelleren Bereinigung als auch für Nacharbeiten, Rückschlüsse und Verbesserungen – erhöht werden. Ulrich Albicker, Departement Manager Quality Improvement bei IWC, fasst zusammen: „Die Durchlaufzeit konnte um 15 Prozent gesenkt werden. Das automatische Erzeugen von Reports und Dashboards aus den Systemdaten ersetzt aufwändig erzeugte Excel-Tabellen, was zu einer Einsparung von zwei Manntagen pro Monat führt. Der geführte Prozess und die Checklisten für die Arbeitsschritte geben Sicherheit und reduzieren die Nacharbeit.“