Reinraum mit partikelarmer Luft

Reinraum mit partikelarmer Luft Lütze

Diesen Bedarf können nur wenige Spezialisten decken: maßgeschneiderte und hoch technisierte Systemräume, die in hohem Maß partikelarm sowie feuchte- und temperaturstabil sind. Das Familienunternehmen Nerling Systemräume plant und erstellt Rein-, Mess- und Sauberräume oder auch Temperierkammern. Immer inklusive eigens entwickelter Regelungen, die Zuluft, Temperatur oder Feuchte steuern, ebenso wie Schleusenzugänge, LED-Beleuchtungen oder Automationsaufgaben. Parallel hat Nerling noch ein Ass im Ärmel: mit der eigentlichen Gründungsidee, nämlich Trennwände, aus denen Räume und Kabinen für alle denkbaren Anwendungen entstehen.

Verdrahtungssystem spart bis zu 30 % Platz

LOCC-Box und das AirStream-Verdrahtungssystem von Lütze

LOCC-Box (l.u.) und das AirStream-Verdrahtungssystem Lütze

Selbstverständlich haben die peniblen Tüftler auch einen eigenen Schaltschrankbau. Und da hat sich etwas fundamental geändert, als vor etwa acht Jahren Martin Haas als Elektroplaner zu Nerling wechselte. „Überzeugt vom Lütze-Verdrahtungssystem war ich schon im vorherigen Betrieb. Damit bin ich dort quasi aufgewachsen; sie wurden fast ausschließlich eingesetzt – obwohl damals noch eher ein Nischenprodukt.“ Mit dem Wechsel zu Nerling stand Haas plötzlich vor klassischen Montageplatten. „Diese waren wegen der nötigen kleinen Schrankformate oft sehr voll. Wodurch die Kabelkanäle relativ warm wurden.“ Guten Gewissens konnte Haas die kanallosen Rahmen von Lütze empfehlen. „Jeder hier war von diesem innovativen Konzept begeistert“ und so habe man den Bau der Wand- und Standschränke relativ schnell und komplett auf die jeweils aktuelle Ausbaustufe des Lütze-Systems umgestellt. „20 bis zu 30 Prozent Platz lassen sich so gewinnen – und die Wärmeprobleme beheben“, so Haas.

AirStream – Die richtige Verdrahtung

Verbesserte Wärmeabfuhr auf wenig Raum

Nur logisch, dass der Elektroplaner 2014 als einer der ersten Anwender den neuen AirStream-Rahmen ins Spiel brachte und etablierte. Generell seien die Platzverhältnisse der Systemräume laut Haas „oft nicht so riesig“. Die nochmals optimierte Thermik beim AirStream-Verdrahtungssystem erlaube es, „kleiner zu bauen, anstatt den Schrank eine Nummer größer wählen zu müssen, um den Platz für meine Bauteile und die notwendige Wärmeabfuhr zu erreichen“. 2019 kam dann wie gerufen die neue kompakte Variante des Verdrahtungssystems auf den Markt. „Das ist auch für unsere Projektleiter draußen vor Ort ein wertvolles Argument“, erklärt Haas. Denn der Kunde wolle gern möglichst viel Technik einsetzen – aber möglichst wenig Platz dafür einräumen.“

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AirStream Compact ist eine Lösung speziell für kleinere Schaltschränke, auch im Sondermaschinenbau. Neben dem angesprochenen Platzgewinn hat das kompakte System dieselben thermischen Vorteile wie der klassische AirStream-Rahmen: Das homogene Klima aufgrund fast frei zirkulierender Luft spart beträchtliche Kühlungsenergie ein – und damit auch Emissionen an CO2. Mit dieser Produkterweiterung wird nun ein breites Spektrum abgedeckt, vom kleinsten Schaltkasten bis hin zu großen Applikationen mit mehreren Feldern.

Was hat Planer Haas noch zu Nerling mitgebracht? Zum Beispiel die Lastüberwachung LOCC-Box, die „in allen Schränken mit 24 V-Netzteil eingesetzt wird“. Mit ein Grund dafür ist eine brenzlige Erfahrung mit Standardsicherungen im Vorgängerunternehmen. Auf der Suche nach einer anständigen 24-V-Absicherung habe ihn die LOCC-Box voll überzeugt, auch wegen ihrer variablen Einstellmöglichkeiten.

Weniger Platzbedarf – dieselben Vorteile

Das Verdrahtungssystem Airstream Compact von Lütze

Das Verdrahtungssystem Airstream Compact eignet sich speziell für kleine Schaltschränke. Lütze

Mit dem Verdrahtungssystem Airstream Compact hat Lütze eine Modellvariante entwickelt, die auf kleinere Schaltschränke zugeschnitten ist. Das kleine System besitzt die gleichen Vorzüge wie das große: Der Verdrahtungsrahmen ermöglicht eine kompakte und flexible Verdrahtung sowie eine konstruktiv bedingte, bessere Luftzirkulation, weil es querstehende Kabelkanäle vermeidet. Das kompakte Verdrahtungssystem eignet sich vor allem für Schränke mit wenig Tiefe oder für Sonderschränke, die in der Anlage verbaut sind. Zudem lässt sich der Verdrahtungsrahmen in der Tiefe variabel anpassen. Durch den Wegfall von Kabelkanälen bietet das System mehr Platz und Flexibilität im Schaltschrank. So können Anwender beispielsweise Bauteile mit hoher Wärmeabgabe entzerrt verbauen. Dies trägt zu ausgewogenen Temperaturen im Schaltschrank bei.