Update-Mechanismen nach Bedarf

EB‘s Update OTA ermöglicht sowohl Firmware-Updates in Steuergeräten, die etwa Softwareumgebungen wie Autosar oder Osek nutzen, als auch Applikations-Updates in Steuergeräten, in denen zum Beispiel Apps in virtualisierten Umgebungen auf einem Hypervisor laufen. In Autosar-Umgebungen erweitert die Lösung den Software-Stack um die Funktionen, die für die Installation von OTA-Software-Updates erforderlich sind. Zur bisherigen Autosar-Softwareumgebung kommt eine weitere Plattform hinzu: Autosar-Adaptive. Diese Plattform erlaubt eine Dynamisierung der Laufzeitumgebung durch Nachladen und Abmelden von Komponenten. Im Unterschied zum klassischem Autosar, bei dem das Nachladen oder Aktualisieren einer Funktion das komplette Update der Applikationssoftware erforderlich macht, enthält Autosar-Adaptive standardisiert wesentliche Funktionen für das gezielte Update von Funktionen und Komponenten – wie etwa den Diagnostic Manager (DM) und einen Update Configuration Manager (UCM). Da Elektrobit auch die Basissoftware für Autosar-Adaptive sowie weitere darauf basierende Softwarelösungen anbietet, unterstützt EB‘s Update OTA diese Konstellation ebenfalls nahtlos und macht zudem die konzeptionellen Vorteile von Autosar-Adaptive direkt nutzbar.

Bild 1: Ende-zu-Ende verschlüsselte Kommunikationsverbindungen erfüllen die immer höheren gesetzlichen Anforderungen an den Datenschutz.

Bild 1: Ende-zu-Ende verschlüsselte Kommunikationsverbindungen erfüllen die immer höheren gesetzlichen Anforderungen an den Datenschutz.

Elektrobit

In jedem Fall sorgen eine Ende-zu-Ende verschlüsselte Kommunikationsverbindung zwischen Backend und On-Board-Komponenten und die verschlüsselte Speicherung der Daten sowohl im Backend als auch im Fahrzeug für die sichere Übertragung und Speicherung der Update-Daten. Dies gewährleistet nicht nur die Zuverlässigkeit des Systems und verhindert Missbrauchsversuche, sondern erfüllt auch die immer höheren gesetzlichen Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit (Bild 1).

Modulares Backend

Die Backend-Plattform lässt sich wahlweise in einer Public-Cloud-Plattform oder in einer Private-Cloud des OEMs betreiben. Ihre Architektur erlaubt es, funktionale Elemente zwischen OEM und Elektrobit aufzuteilen, zum Beispiel die Verwaltung des Fahrzeugbestands sowie die Authentifizierung und Software-Bereitstellung beim OEM zu betreiben und die Verwaltung der Ausroll-Kampagnen und Software-Verteilung bei Elektrobit. Auf Wunsch des OEMs kann das Backend aber auch exklusiv in seinem Rechenzentrum realisiert werden. In beiden Fällen lassen sich die erforderlichen Backend-Komponenten problemlos in bestehende Systemarchitekturen auf OEM-Seite integrieren.

Durch Maßnahmen wie Load-Balancing und die Nutzung von Content-Delivery-Networks (CDN) lässt sich die Plattform einfach skalieren, damit auch die Versorgung großer Fahrzeugflotten mit Updates schnell, zuverlässig und kosteneffizient mit Updates geschieht. Die Abrechnung erfolgt dabei pro einbezogenem Fahrzeug, sodass OEMs mit übersichtlichen und klar definierten Kosten kalkulieren können.
Dank der modularen Architektur des Backends lassen sich dort auf Wunsch auch weitere Dienste wie zum Beispiel die Remote-Analytics-Lösung EB Cadian oder Sicherheitsprodukte von dem zu Continental gehörenden Sicherheitssoftware-Experten Argus Cybersecurity integrieren. Das 2013 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Tel Aviv, Israel, ist aktuell der weltweit größte unabhängige Anbieter von Cybersecurity-Lösungen im Automotive-Markt.
Leistungsfähige Backend-Funktionen

Im Fall einer solchen Integration mehrerer Backend-Dienste gewährleistet eine einheitliche Bedienoberfläche, dass sich Administratoren und andere Backend-Nutzer sofort zurechtfinden. Auf diese Weise wird nur eine Plattform für verschiedene Backend-basierte Dienste und Use Cases eingesetzt. Dies erhöht die Flexibilität für OEMs deutlich und verringert den Integrationsaufwand für die gleichzeitige Bereitstellung mehrerer Dienste spürbar. Die in der Backend-Plattform realisierten Sicherheitskonzepte sorgen für funktionale Sicherheit, Schutz gegen Cyber-angriffe und verlässlichen Datenaustausch auf allen System-
ebenen. Elektrobit unterstützt seine Kunden überdies mit einem rund um die Uhr bereitgestellten 2nd und 3rd Level Support.

Die Bedienoberfläche für die Backende-Dienste von EB‘s Update OTA unterstützt bei der Verwaltung von Softwareständen, der Definition und Bearbeitung von Kampagnen, der Auswahl und Bereitstellung von Update-Paketen sowie der Verwaltung der Ziel-Fahrzeuge und bietet umfangreiche Monitoring- und Reporting-Funktionen. Die Fahrzeug-Verwaltung zeigt den Hardware-, Firmware- und Software-Stand aller Fahrzeuge in der verwalteten Flotte. Die Plattform stellt Software-Drittanbietern auch eine Schnittstelle zur Verfügung, über die sie Software- beziehungsweise Firmware-Updates für die Distribution an die Fahrzeugflotte ins System einspeisen können.

Bild 2: Die Plattform unterstützt sowohl differenzielle als auch Delta-Updates. Beide Mechanismen sparen Bandbreite und verkürzen die fürs Update benötigte Zeit.

Bild 2: Die Plattform unterstützt sowohl differenzielle als auch Delta-Updates. Beide Mechanismen sparen Bandbreite und verkürzen die fürs Update benötigte Zeit.

Elektrobit

Ausroll-Vorgänge lassen sich über die Bedienoberfläche bei Bedarf unterbrechen, fortsetzen oder auch abbrechen. In letzterem Fall erfolgt für die bereits vom Update erreichten Fahrzeuge ein Rollback zum vorherigen Softwarestand. Die Plattform unterstützt sowohl differenzielle Updates, bei denen nur solche Blocks einer Applikation aktualisiert werden, in denen Änderungen erforderlich sind, als auch Delta-Updates, bei denen die Ziel-Applikation auf den neuen Softwarestand gepatcht wird (Bild 2).

 

EB‘s OTA-Lösung ermöglicht individuelle Workflows. Wie dies im Detail funktioniert zeigt der Beitrag auf der folgenden Seite.

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