Eine Vielzahl von Anwendungen belegt den konkreten Nutzen unseres DKlaus Helmrich, Mitglied des Vorstands bei Siemens, auf der SPS 2019

„Eine Vielzahl von Anwendungen belegt den konkreten Nutzen unseres Digital-Enterprise-Portfolios“, so Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands bei Siemens, auf der Pressekonferenz im Rahmen der SPS 2019. Redaktion IEE

Nur ganz sparsam verwendete Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands bei Siemens, den Begriff, der so oft strapaziert wird: Industrie 4.0. Vielmehr orientierte sich Helmrich an seinem Credo: „Die Stunde der Umsetzung von Industrie 4.0 ist gekommen.“ Wie auf der Hannover Messe präsentierte er Zahlen aus Anwendungsfällen, in denen Siemens mit seinem Portfolio zu einer besseren „Umwelteffizienz“ beigetragen hat. Darunter versteht Siemens nicht nur den Dauerbrenner CO2, auch Einsparpotenziale bei Ressourcen wie Wasser und Energie sowie Recycling waren Thema der SPS 2019.

So konnte das Unternehmen Alfred Ritter – bekannt durch Ritter Sport – durch eine Energiedatenanalyse seinen Primärenergieverbrauch um 20 % senken und die bei Drucklufterzeugung verbrauchte Energie um 40 % reduzieren. Mit den Tools Simatic HMI Comfort Panels, Simatic S/-1500 und dem Simatic Energie Manager Pro wurden beispielsweise die Energie zum Einschmelzen der Schokolade und die für die Druckluft benötigten Kompressoren besser geregelt. Dafür flossen Daten aus der Produktion, dem Gebäude und der Energieerzeugung ein. Für die Zukunft plant das Unternehmen eine weitere Reduktion des Energieverbrauchs pro Tafel Schokolade um 10 %.

Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands bei Siemens, auf der SPS 2019

„Wir sind dabei, die 5G-Frequenzen für unsere Standorte zu beantragen“. Redaktion IEE

Auch ein immer präziserer und leistungsfähigerer digitaler Zwilling hilft, den CO2-Ausstoß in der Produktentwicklung deutlich zu reduzieren beispielsweise durch eine Simulation der realen Produktion. Als letztes Beispiel nannte Helmrich die additive Fertigung als mögliche Quelle für Einsparpotenziale. Hier führte Helmrich einen Zusammenhang aus der Luftindustrie an: „750 g weniger in der Luft bedeutet bei einem Flugzeug im Jahreseinsatz eine Einsparung von 50.000 Litern Kerosin.“ Ohne auf Details einzugehen, präsentierte er das Vorgehen bei einer Nase eines Flugzeugs: Mittels Sinumerik Run MyRobot/Direct Control und Simotics konnte ein Unternehmen das Gewicht um 60 % reduzieren, was 800.000 Liter Kerosin spart. Zum Vergleich: Ein Airbus A380 verbraucht für den Flug von Europa nach New York etwa 115.000 Liter.

Bei 5G verliert Siemens keine Zeit

„Die Reise beginnt“. So beschrieb Helmrich das Projekt 5G bei Siemens. So will das Unternehmen die privaten Industriefrequenzen für die eigenen Standort beantragen. Zudem verkündete er die Zusammenarbeit mit Qualcomm, mit dem Siemens zusammen ein eigenständiges privates 5G-Mobilfunknetz in einer realen industriellen Umgebung realisiert hat. Dabei will Siemens „nicht als Provider auftreten.“ In 5G sieht Siemens eine Grundlage für flexible und modulare Produktionskonzepte. Daher will das Unternehmen sein Portfolio um industrielle 5G-basierte Hardware erweitern.

Visualisierungssystem und Motion-Control-Steuerung mit integrierter Antriebsregelung

Den Controller git es in den zwei Leistungsklassen CPU 1504D TF und CPU 1507D TF.

Den Controller git es in den zwei Leistungsklassen CPU 1504D TF und CPU 1507D TF. Siemens

Auf der SPS 2019 zeigte Siemens unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further“ beispielsweise sein neu entwickeltes Komplettsystem zum industriellen Bedienen und Beobachten: Das webbasierte Visualisierungssystem besteht aus der Visualisierungssoftware Simatic WinCC Unified sowie der neuen Generation HMI-Bediengeräte Simatic HMI Unified Comfort Panels. Das System bietet dem Anwender eine Lösung für HMI- und SCADA-Anwendungsfälle sowie zukünftig auch für Industrial Edge-, Cloud- und Augmented Reality-Szenarien.

Eine weitere Produktneuheit ist der kompakte und antriebsnahe Simatic Drive Controller. Er integriert die Simatic Steuerung S7-1500 mit Motion Control-Funktionalität in das modulare Mehrachsantriebssystem Sinamics S120. Mit dem Simatic Drive Controller lassen sich Gleichläufe (Getriebe- oder Kurvenscheibengleichlauf) zwischen Achsen realisieren, die sich auf unterschiedlichen CPUs befinden. Das erleichtert die Leistungsverteilung über mehrere CPUs und vereinfacht modulare Maschinenkonzepte.