Die Gefahr, in einen Stau zu geraten, ist in Deutschland in München am größten.

Die Gefahr, in einen Stau zu geraten, ist in Deutschland in München am größten. Inrix

Die sogenannte Traffic Scorecard 2016 des App-Anbieter Inrix gibt unter anderem Auskunft über die deutschlandweite Verkehrslage von 62 Städten und großen Ballungsräumen. München führt das Ranking als verkehrsreichste deutsche Stadt an, Heilbronn belegt aufgrund des hohen Pendleraufkommens den zweiten Platz. Bezüglich der zu Stoßzeiten im Stau verbrachten Stunden liegen Stuttgart und Köln mit Heilbronn mit je 46 Stunden gleichauf. Verglichen wurde für die Studie das Verkehrsaufkommen jeweils zu unterschiedlichen Tageszeiten und über unterschiedliche Straßenabschnitte hinweg.

Zum erstem Mal umfasst die Traffic Scorecard die direkten und indirekten durch Stau verursachten Kosten für alle deutschen Autofahrer. Zusammen ergeben diese für 2016 eine Summe von 69 Milliarden Euro, was pro Fahrer durchschnittlich 1.531 Euro entspricht. Die Kosten pro Autofahrer sind damit etwa ein Drittel höher als in den Vereinigten Staaten. Mit 4,3 Milliarden Euro verursacht der Stau in Berlin die höchsten Gesamtkosten für die Stadt, gefolgt von Hamburg (2,36 Milliarden Euro) und München (1,99 Milliarden Euro).

Am Wochenende übernimmt Heilbronn als Stau-Hochburg

Interessant ist auch der Zugang zu den Städten: Während der Verkehr in Heilbronn über den gesamten Tag gesehen am zähesten in die Stadt hinein- und aus der Stadt herausfließt, kommen zu Stoßzeiten Autofahrer in Freiburg am langsamsten in die Stadt hinein und wieder heraus. Am Wochenende herrschen in Heilbronn (15 %), Hamburg (12 %) und München (9 %) die höchsten Stauraten.

„Die Methodik, mit der Inrix bei der 2016 Traffic Scorecard arbeitet, stellt den neuesten Stand auf ihrem Gebiet dar. Die Differenzierung der Kosten für direkte Erträge durch Zeitverlust und Kraftstoffverbrauch sowie indirekte Kosten durch verpasste Aufträge und gestiegene Preise machen es möglich, den finanziellen Einfluss von hohem Verkehrsaufkommen zu untersuchen“, sagt Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Verkehrsexperte an der Universität Duisburg-Essen.Trotz des großen Zeitverlustes in Staus sei Deutschland auf internationaler Ebene vergleichsweise gut gestellt.