Eine einfache Möglichkeit der Strommessung besteht darin, einen kleinen Widerstand, auch Strom-Shunt genannt, mit dem zu messenden Strom in Reihe zu schalten. Die am Strommesswiderstand abfallende Spannung ist messbar, wodurch sich anschließend unter Anwendungen des ohmschen Gesetzes, basierend auf dem bekannten Wert des Widerstands, die Stromstärke berechnen lässt. Diese Methode ist einfach, kostengünstig und linear.

Eckdaten

Strommessverstärker und auch Strom-Shunt-Monitore sind Differenzverstärker-ICs, die Entwickler speziell für die Messungen der Strommessung entwickelten. Die Messungen basieren bei dieser Technologie auf der Berechnung des Spannungsabfalls an in Reihe geschalteten Shunt-Widerständen, die als Stromsensoren dienen. Auswahl und Platzierung dieser Shunts sowie der zugehörigen Strommessverstärker sind entscheidend für eine ordentliche Leistungsverteilung und -effizienz. Dieser Artikel behandelt die Auswahlkriterien für Shunts und Strommessverstärker basierend auf den Genauigkeitsanforderungen und Kosten.

Strommessung über Widerstände

Bild 1: Der MCS3264R005FEZR von Ohmite ist ein oberflächenmontierter 5-Milliohm-Shunt-Widerstand aus Metall.

Bild 1: Der MCS3264R005FEZR von Ohmite ist ein oberflächenmontierter 5-Milliohm-Shunt-Widerstand aus Metall. Ohmite

Bei der Auswahl des Strommesswiderstands sind Genauigkeit, Temperaturkoeffizient (TK) und Nennleistung des Widerstands wichtige Faktoren. Der Wert des Widerstands bestimmt den Spannungsabfall für einen bestimmten Wert des Stroms, außerdem bestimmt er die Verlustleistung des Messwiderstands. Im Allgemeinen beträgt der Wert des Messwiderstands einen Bruchteil eines Ohms. Für die Strommessung sind spezielle Widerstände erhältlich. In diesen Widerständen werden Metallelemente in Form von Platten oder Folien oder in Hybridtechnik aufgebaute Dünn- oder Dickschichtelemente verwendet.

Ein Beispiel für einen oberflächenmontierten Shunt-Widerstand aus Metall ist der Strommesswiderstand Ohmite MCS3264R005FEZR (Bild 1). Bei dieser oberflächenmontierten Komponente (SMD, Surface Mount Device) handelt es sich um einen 5-Milliohm-Widerstand mit zwei Anschlüssen, einer Nennleistung von 2 Watt und einem TK von 50 ppm/°C.

Shunt-Widerstände sind auch in Ausführungen mit vier Anschlüssen für Kelvin erhältlich. Bei der Kelvin-Verbindung wird der Strom in zwei Anschlüsse der Quelle eingespeist. Unmittelbar neben dem Shunt-Widerstand befinden sich zwei zusätzliche Messanschlüsse für die Spannung. Eine solche Platzierung der Spannungsdrähte verhindert den Spannungsabfall an den Anschlussdrähten oder -kontakten der Quelle. Da annähernd kein Strom zum Messinstrument fließt, ist der Spannungsabfall entlang der Messleitungen vernachlässigbar. Der FC4TR050FER von Ohmite ist ein Beispiel für einen 50-Milliohm-Metallfolien-Strom-Shunt mit vier Anschlüssen.

Es ist zu berücksichtigen, dass der Wert des Messwiderstands aufgrund seines Temperaturkoeffizienten abhängig von Temperaturänderungen variiert. Die Auswahl eines Widerstands mit einem geringen TK, die Verwendung eines Widerstands mit hoher Nennleistung oder die Bereitstellung eines Kühlkörpers sind Möglichkeiten, um Widerstandsänderungen durch Temperatureffekte zu minimieren.

Über Strommessverstärker Strom messen

Bild 2: Der vereinfachte Schaltplan eines typischen Strommessverstärkers. Die Verstärkung wird von den Verhältnissen der Widerstände R2 zu R1 und R4 zu R3 festgelegt.

Bild 2: Der vereinfachte Schaltplan eines typischen Strommessverstärkers. Die Verstärkung wird von den Verhältnissen der Widerstände R2 zu R1 und R4 zu R3 festgelegt. Digi-Key Electronics

Bei einem Strommessverstärker handelt es sich um einen speziellen Differenzverstärker-IC, der die an einem Strom-Shunt abfallende Spannung misst und eine zum gemessenen Strom proportionale Spannung ausgibt. Die am Strommesswiderstand abfallende Spannung bewegt sich üblicherweise im Bereich zwischen 1 bis 100 Millivolt, kann jedoch in der Nennspannung des Busses enthalten sein. Der Strommessverstärker verfügt über ein hohes Gleichtaktunterdrückungsverhältnis (CMRR, Common Mode Rejection Ratio), um die Busspannung aus dem Ergebnis am Ausgang zu eliminieren. Diese Komponenten sind für Gleichtaktspannungen ausgelegt, die höher als ihre eigene Versorgungsspannung sind.

Der vereinfachte Schaltplan eines Strommessverstärkers in Bild 2 zeigt einen typischen Differenzverstärker mit invertierenden und nicht invertierenden Eingängen sowie einem einzelnen Ausgang.

Hier legen die Widerstandswerte die Verstärkung des Strommessverstärkers fest. Die Struktur ist symmetrisch mit R1 = R3 und R2 = R4 und die Verstärkung wird vom Verhältnis von R2 zu R1 und vom Verhältnis von R4 zu R3 bestimmt. Bei einem typischen Strommessverstärker wie dem INA210CIDCKR von Texas Instruments weisen R2 und R4 einen Wert von 1 Megaohm und R1 und R3 einen Wert von 5 Kiloohm für eine Verstärkung von 200 Volt/Volt auf. Die Verstärkungsgenauigkeit für diese Version des Verstärkers beträgt 0,5 Prozent, während sich die Nennversorgungsspannung für diese IC sich im Bereich zwischen 2,7 Volt und 26 Volt bewegt. Jedoch liegt die maximale Gleichtakteingangsspannung unabhängig von der Versorgungsspannung zwischen -3 Volt und 26 Volt. Hierbei handelt es sich um das Hauptunterscheidungsmerkmal des Strommessverstärkers. Die Eingangs-Offset-Spannung beträgt lediglich 35 Mikrovolt und das typische CMRR ist 140 dB.

Abhängig von der Anwendung wäre der INA180B3IDBVR von Texas Instruments eventuell eine wirtschaftlichere Wahl. Dieser Strommessverstärker bietet einen identischen Bereich bei der Gleichtakteingangsspannung und ist mit Verstärkungen von 20, 50, 100 und 200 Volt/Volt verfügbar. Die Verstärkungsgenauigkeit beträgt 1 Prozent und das CMRR ist 100 dB mit einer Eingangs-Offset-Spannung von 100 Mikrovolt.

Welche Topologien der Strommessung gibt, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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