Zugleich sind die befragten Entscheider der Ansicht, dass Unternehmen noch nicht wissen, wir sie Künstliche Intelligenz nutzbar machen können. KI wurde in der Studie, in deren Rahmen 30 deutsche Unternehmensvorstände und 70 IT-Leiter von Firmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitern befragt wurden, nicht als einzelne Technologie definiert, sondern als Zusammenstellung aus mehreren Bereichen. Diese entsprechen oft den einzelnen Schritten, die bei der langfristigen Einführung erfolgen. Dazu gehören insbesondere die Aspekte Robotic Process Automation (RPA), also die Automatisierung von manuellen und sich wiederholenden Aufgaben und Geschäftsprozessen, sowie intelligente Automatisierung (IA), die Prozesse etwa mit humanisierenden Interaktionsformen verbessert, wie etwa die Verarbeitung natürlicher Sprache.

„Beim Blick auf die Ergebnisse unserer weltweiten Befragung fallen einige globale Unterschiede auf“, analysiert Robert Gögele, Geschäftsführer von Avanade Deutschland. So denken im sonst sehr risikobewussten Deutschland 44 Prozent der Teilnehmer, dass Roboter in der Zusammenarbeit mit Kunden aber auch Kollegen so gut funktionieren können wie Menschen. In den USA liegt dieser Wert nur bei zwölf Prozent. Daraus ergebe deutschen Unternehmen die Chance, in einigen Bereichen der Digitalisierung in Führung zu gehen.

KI

In der Einschätzung des Potenzials der KI bestehend deutliche internationale Unterschiede. Avanande

Die Befragung zeigt außerdem, dass die Herausforderungen nicht nur im technologischen Bereich liegen: 85 Prozent der weltweit Befragten meinen, dass KI-Implementierungen in Unternehmen scheitern, solange ineffektives Kultur- und Change-Management bzw. unzureichendes Management von Mensch und Maschine vorherrschen. Dieser Wert liegt in Deutschland mit 94 Prozent nochmals deutlich höher – und über den Zahlen aller anderen Länder (USA, Australien, Kanada, Frankreich, Japan und UK), in denen Entscheider befragt wurden. Relativ gesehen sind hier Teilnehmer aus Japan mit 72 Prozent am positivsten eingestellt.

Auch zeigen sich deutliche und potenziell ebenfalls kulturell bzw. wirtschaftlich motivierte Unterschiede in den einzelnen Ländern, wenn es um die Einsatzbereiche geht: Im traditionell maschinenbaulastigen Deutschland glauben nur 17 Prozent der Befragten, dass KI-Technologien im Bereich der automatisierten Produktion hilfreich sein können; der globale Schnitt beträgt hier 31 Prozent. Insgesamt schlecht schneidet der Marketing-Bereich ab, dem nur 13 Prozent der Befragten Vorteile durch KI beimessen (Deutschland: 15 Prozent). Am positivsten sehen die Teilnehmer den Bereich der Datenanalyse, etwa für die vorausschauende Wartung: Immerhin 31 Prozent der weltweit und in Deutschland Befragten erwarten für ihre Unternehmen messbare Mehrwerte.

Die Umfrage wurde zudem in USA, UK, Japan, Australien und Frankreich mit jeweils gleich vielen Personen durchgeführt wie in Deutschland.