Werner Kropsbauer (Mitte) und Torsten Bien (rechts) im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer: „Wir schlagen praktisch eine Brücke zwischen Tier-1 und OEM, sodass sich eine Synergie ergibt...“

Werner Kropsbauer (Mitte) und Torsten Bien (rechts) im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Redakteur Alfred Vollmer: „Wir schlagen praktisch eine Brücke zwischen Tier-1 und OEM, sodass sich eine Synergie ergibt...“Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie laufen die Geschäfte bei EDAG?

Werner Kropsbauer: Die Geschäfte laufen bei EDAG sehr gut – auch unser E/E-Bereich entwickelt sich erfreulich positiv. Wir sind mit dem Geschäftsverlauf in diesem Jahr sehr zufrieden. Die letzten Jahre waren bei uns von einem starken organischen Wachstum geprägt; so sind wir in den letzten drei Jahren organisch um 20 % pro Jahr im Umsatz gewachsen – und das bei sehr guten Ergebnissen.

Ende Juli haben wir die Firma Rücker vollständig in die EDAG Engineering AG integriert und additiv den Elektrik/Elektronik-Spezialisten BFFT als 100-%-Tochterunternehmen in die EDAG-Gruppe eingegliedert. Die BFFT arbeitet aktuell als eigenständige Marke und Gesellschaft fast ausschließlich für Audi und begrenzt ihre Aktivitäten auf die VW-Gruppe. In bestimmten Teilfeldern der E/E ist auch EDAG für Audi aktiv; allerdings gibt es so gut wie keine Überschneidungen.

E/E ist für uns auch aus strategischer Sicht ein absolutes Kernfeld in unserem ganzheitlichen Portfolio. Wir werden hier weiter wachsen und alle Zukunftsthemen der Elektronik noch stärker besetzen.

Werner Kropsbauer (links) und Torsten Bien (rechts) zum Thema E/E: „Wir werden hier weiter wachsen und alle Zukunftsthemen der Elektronik noch stärker besetzen.“

Werner Kropsbauer (links) und Torsten Bien (rechts) zum Thema E/E: „Wir werden hier weiter wachsen und alle Zukunftsthemen der Elektronik noch stärker besetzen.“Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welchen Beitrag leistet die Elektronik zu EDAGs Gesamtumsatz?

Torsten Bien: Fangen wir mit unserer Teamstärke an. Von den derzeit insgesamt 7900 Mitarbeitern arbeiten im Konzern mehr als 1600 Ingenieure und Techniker im klassischen E/E-Umfeld, also etwa 20 %, 1400 davon in Deutschland.

Werner Kropsbauer: Derzeit trägt die Elektronik etwa 20 % zum Konzernumsatz bei, den wir bis 2019 auf einen Anteil von 30 % ausbauen wollen. In der Elektronik werden wir uns neben dem organischen Wachstum auch an speziellen Stellen durch Zukäufe verstärken.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: EDAG hat sich ja praktisch genauso entwickelt, wie die Automobilhersteller: weg von der reinen Mechanik hin zur Mechatronik. Inwiefern hilft Ihnen diese Kombination aus Elektronik und Mechanik bei Ihrer Arbeit im Elektronikbereich?

Werner Kropsbauer: Allein schon für eines unserer Hauptthemengebiete, die Fahrzeugvarianten-Entwicklung, braucht man Elektronik-Know-how. Die technischen Systeme im Fahrzeug sind nun einmal Mechatronik-Systeme – und wir kennen beide Aspekte: Mechanik und Elektronik. Das Beherrschen beider Bereiche kommt uns auch bei Zukunftsthemen wie dem automatisierten Fahren sehr zugute. Hier sind wir bereits gut aufgestellt, wollen aber nochmals stärker wachsen.

Torsten Bien: „Wir arbeiten das gesamte Programm durch – von der virtuellen bis zur physikalischen Welt – und führen zudem sämtliche entwicklungsbegleitenden Versuchsfahrten zur Validierung der Funktion durch.“

Torsten Bien: „Wir arbeiten das gesamte Programm durch – von der virtuellen bis zur physikalischen Welt – und führen zudem sämtliche entwicklungsbegleitenden Versuchsfahrten zur Validierung der Funktion durch.“Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wie ist EDAG im Elektronikbereich organisiert?

Torsten Bien: Der Bereich Elektronik ist in Deutschland an zwölf Standorten präsent; immer in unmittelbarer Nähe zu den Entwicklungszentren unserer Kunden, also den Fahrzeugherstellern und deren Systemlieferanten.

Thematisch konzentrieren wir uns in der E/E auf fünf Domänen. In den ersten drei Bereichen Infotainment und Connectivity, Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme sowie Komfort- und Karosserieelektronik bieten wir unseren Kunden umfangreiche Unterstützung. Diese erstreckt sich von der Entwicklung der Hard- und Software über die Integration bis zur Absicherung auf Komponenten-, System- und Fahrzeugebene. Zudem sind wir auch im Bereich Elektrik/Bordnetz – also bei der kompletten Leitungssatzentwicklung vom Konzept bis zur Realisierung und Serienbetreuung – sehr aktiv. Innerhalb unserer fünften E/E-Domäne arbeiten wir sowohl an den Power- als auch an den Signalleitungen in der Gesamtfahrzeugentwicklung, wobei die Signalseite zum Thema Architektur gehört. Hier beschäftigen wir uns mit der Auslegung und Absicherung kompletter Architekturen. Wir führen Benchmarks durch, entwickeln und definieren zudem komplett neue Architekturen mit den zukünftig zu erwartenden neuen Features und Topologien. Insgesamt sind wir in allen Domänen prozentual ausgewogen aufgestellt und aktiv.

Werner Kropsbauer: „Die starken Dienstleister sind in der Lage, nicht nur 
Ressourcen zu bieten sondern auch Erfahrungswissen zu liefern.“

Werner Kropsbauer: „Die starken Dienstleister sind in der Lage, nicht nur Ressourcen zu bieten sondern auch Erfahrungswissen zu liefern.“Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche weiteren Schwerpunkte setzen Sie?

Torsten Bien: Wir haben uns auf einen steigenden Engineering-Bedarf in den Themen Connectivity und automatisiertes Fahren eingestellt, die ich perspektivisch beide als sehr nachhaltige Geschäftsfelder einschätze.

Zusätzlich haben wir die Leistungselektronik aus unserem Bereich „Elektromobilität“ heraus aufgebaut und leisten beispielsweise mit der Entwicklung von Wandlersystemen oder 48-V-Systemen einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Einsparung. Aber auch die komplette Fahrzeugderivat-Entwicklung, die wir domänen- und fachübergreifend durchführen, stellt ein Schwerpunkt unseres Portfolios dar.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Wo sehen Sie dabei Ihre besonderen Kompetenzen?

Torsten Bien: Wir verfügen über unterschiedliche Stärken. Zum einen beherrschen wir die Entwicklung technologischer Themen wie zum Beispiel die Leistungselektronik und zum anderen die funktionale und geometrische Integration wie beispielsweise im Umfeld innovativer Fahrerassistenzsysteme. Additiv können wir diese neuartigen E/E-Funktionen in unseren Testhäusern final absichern. In Summe bilden wir also die gesamte Prozesskette ab.

Es ist für uns eminent wichtig, dass wir innovative Technologien frühzeitig erfassen und uns darauf einstellen. Hier haben wir mit unseren Competence Centern Leichtbau, Elektromobilität oder mit dem vor kurzem neu gegründeten Competence Center „Car-IT“ sehr gute Erfahrungen gemacht und den gezielten Kompetenzaufbau in den relevanten neuen Themenfeldern und in der Projektentwicklung erfolgreich bewerkstelligen können. Wir werden diese Competence Center in der E/E weiter ausbauen und darauf Wert legen, immer den optimalen Mix zwischen einem eigenständigen Kompetenzaufbau und den Kompetenzaufbau in Projekten mit und für den Kunden zu finden.

Werner Kropsbauer: „Derzeit trägt die Elektronik etwa 20 % zum Konzernumsatz bei, den wir bis 2019 auf einen Anteil von 30 % ausbauen wollen.“

Werner Kropsbauer: „Derzeit trägt die Elektronik etwa 20 % zum Konzernumsatz bei, den wir bis 2019 auf einen Anteil von 30 % ausbauen wollen.“ Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welchen Vorteil bietet die Einbindung von Engineering-Dienstleistern den OEMs und Tier-1s?

Werner Kropsbauer: Der große Benefit liegt darin, dass die OEMs und auch die Systemlieferanten nur begrenzte Ressourcen vorhalten müssen und sich somit auf bestimmte Innovationen konzentrieren können. Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung eines Gesamtfahrzeugderivats, bei dem der OEM sich auf weitere Anläufe mit den entsprechenden Basisentwicklungen fokussiert, aber die Derivatentwicklungen aus Kapazitätsgründen extern vergibt. Exakt für diese Themenstellungen sind wir prädestiniert, da wir mit allen Fachbereichen äußerst eng verzahnt sind.

Durch Arbeiten an mehreren unterschiedlichen Projekten im In- und Ausland mit verschiedenen Kunden haben unsere Mitarbeiter ein breites Hintergrundwissen, aber auch die richtige Kompetenztiefe. Auch das schätzen unsere Kunden, denn sie haben die Erwartungshaltung, dass wir nicht nur einen Ingenieur stellen, sondern einen Ingenieur mit Erfahrungswissen. Die starken Dienstleister sind in der Lage, nicht nur Ressourcen zu bieten, sondern auch Erfahrungswissen zu liefern.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Welche Aktivitäten laufen bei EDAG rund um den Bereich automatisiertes Fahren?

Torsten Bien: Wir sind heute sehr stark in der Absicherung von Systemen für assistiertes und teilautomatisiertes Fahren unterwegs und befinden uns bereits in der Vorbereitung auf die nächsten Stufen wie das hochautomatisierte Fahren oder das vollautomatisierte Fahren. Unsere Leistung ist es, die hochentwickelten Fahrerassistenzsysteme, die auf den Markt kommen, serienreif zu machen und sie die ganze Test- und Validierungsebene durchlaufen zu lassen.

Wir sind bereits seit vier Jahren in diesem Umfeld unterwegs und bearbeiten aktuell im Auftrag deutscher OEMs verantwortlich diesbezügliche Projekte. Dabei übernehmen wir die Aufgabe, ADAS in die Fahrzeuge einzubringen und entsprechend zu validieren. Dabei fokussieren wir uns darauf, Testfälle für so ein komplexes funktionales Gebilde mit der Sensorik, der Funktion sowie der entsprechenden Aktorik zu spezifizieren und die Tests am HiL und am Fahrzeug durchzuführen. Wir bewerten die Ergebnisse, um damit die verschiedenen Lieferanten zu steuern, die Ergebnisse einzubringen und die Iterationsschleifen der einzelnen Verbesserungen bis hin zur Freigabe zu betreuen. Wir arbeiten das gesamte Programm durch – von der virtuellen bis zur physikalischen Welt und führen zudem sämtliche entwicklungsbegleitenden Versuchsfahrten zur Validierung der Funktion durch. Zusätzlich unterstützen wir natürlich auch in der Entwicklung von Software für derartige Systeme bis hin zur Integration ins Fahrzeug.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was tut sich im Bereich der Connectivity?

Torsten Bien: Durch Connectivity wird das Fahrzeug um die Vernetzung mit seiner Umwelt sowie um die nahtlose Integration von mobilen Endgeräten und Diensten erweitert.

Einerseits ist Connectivity als ein zusätzlicher „Enabler“ für das automatisierte Fahren zu verstehen, denn wir benötigen neben den Sensordaten auch Daten, die von anderen Fahrzeugen oder auch aus der Infrastruktur, wie zum Beispiel Meldungen von aktuellen Verkehrssituationen, stammen. Andererseits ist Connectivity auch als eine durchgängige Infotainment-Vernetzung zu verstehen. Das Kommunikationsverhalten der Nutzer fordert, dass Dienste unabhängig von Ort und Endgerät jederzeit zur Verfügung stehen müssen. Aktuell sind wir in diesem Umfeld in der Entwicklung von Apps für mobile Online-Dienste im Kundenauftrag aktiv und unterstützen in der Absicherung sowohl bezüglich der Interoperabilität als auch der gesamten Funktionskette solcher Dienste.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Mit E-Call sind ja schon entsprechende Connectivity-Module in den Fahrzeugen. Wie geht es weiter?

Torsten Bien: Im Umfeld der E-Call-Systeme entwickeln wir für Systemlieferanten intensiv Software. Zusätzlich wissen wir sehr genau durch die Zusammenarbeit mit OEMs in diesem Umfeld, wie die Systemintegration stattzufinden hat. Das ist ein Vorteil, den der Systemlieferant gerne bei uns nachfragt und nutzt. Wir schlagen praktisch eine Brücke zwischen Tier-1 und OEM, sodass sich eine Synergie ergibt, die sowohl der Systemlieferant als auch der OEM nutzen kann.

Durch die benötigten Connectivity-Module des European
E-Calls hält die Konnektivität breiten Einzug in die zukünftigen Fahrzeuge. Durch die dafür notwendige Funk-Schnittstelle wird es dem OEM ermöglicht, seinen Kunden Mehrwertdienste wie beispielsweise Echtzeit-Verkehrsinformationen, Remote Diagnose und weitere Premiumdienste anzubieten. Dabei wird das Thema Datenschutz und Datensicherheit eine entscheidende Herausforderung darstellen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Können Sie ein Beispiel geben für die mobilen Online-Dienste?

Torsten Bien: Auf dem Markt existiert mittlerweile eine Vielzahl von unterschiedlichen Online-Diensten. Ein interessantes Anwendungsgebiet ist beispielsweise das Fernbedienen von Fahrzeugfunktionen per Smartphone. Durch diese Remote-Funktionen kann das Fahrzeug vor Fahrtbeginn klimatisiert oder Fensterscheiben bei plötzlichen Regenschauern geschlossen werden. Ein weiteres sinnvolles Einsatzfeld ist die Komforterhöhung des Fahrers während der Fahrt. Durch den Interoperabilitätsstandard „MirrorLink“ können zugelassene Smartphone-Inhalte „automotive–tauglich“ auf dem fahrzeugseitig verbauten Display dargestellt werden. Der Fahrer ist so in der Lage, unterschiedliche Dienste wie zum Beispiel Online-Musik-Streaming, Kraftstoffpreisabfragen oder die freie Parkplatzsuche und -reservierung per App integrieren zu können. Datengrundlage bilden dann meist dynamische Daten aus der „Cloud“, die also von unterschiedlichen Anbietern stammen.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: EDAG präsentiert auf Messen wie der IAA oder auf dem Autosalon in Genf oft sehr engagierte, in Eigenregie entwickelte Konzepte. Welche Strategie steckt dahinter?

Werner Kropsbauer: Ein wichtiges Thema bei uns ist die Abbildung von Prozessketten in einer Art und Weise, in der wir unsere Kompetenzen an innovativen, neuen Themen präsentieren können. Licht ist da ein gutes Beispiel. Beim Licht spielt natürlich die Elektronik eine Rolle, aber es gehören auch noch weitere Bausteine dazu. Von der Konstruktion über die Simulation bis zu den weiteren Schritten wollen wir sehr früh zeigen, was wir dem Kunden bieten können. Am Ende des Tages müssen wir stets auf die speziellen Bedürfnisse des Kunden eingehen. Schließlich kauft der Kunde nicht direkt unsere pro aktiv entwickelten Konzepte und Innovationen 1:1. Er betrachtet und analysiert sie und leitet dann sein individuelles Konzept ab. Mit dieser Konzeptskizze kommt er dann zu uns und wir definieren gemeinsam den konkreten Projektplan zur Umsetzung. Damit sind wir klassischer Auftragsentwickler. Deswegen sind für uns Messen immer sehr wichtig, um zu zeigen, welche Innovationen und Konzepte wir losgelöst vom Kundenauftrag entwickelt haben. Naturgemäß können wir aus Geheimhaltungsgründen nicht mit den Aufträgen werben, die wir für unsere Kunden bearbeitet haben.

Torsten Bien: „Da wir zur Erfassung der realen Betriebsströme nicht die passen­den Messgeräte vorfanden, haben wir unser eigenes Messsystem mit dem Namen ‚EDfuse‘ entwickelt.“

Torsten Bien: „Da wir zur Erfassung der realen Betriebsströme nicht die passen­den Messgeräte vorfanden, haben wir unser eigenes Messsystem mit dem Namen ‚EDfuse‘ entwickelt.“ Alfred Vollmer

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was tut sich rund um den Leitungssatz bei 48 V?

Torsten Bien: Vor drei Jahren haben die fünf größten OEMs auf dem Fachkongress in Ludwigsburg das 48-V-Bordnetz angekündigt und verfolgen aktuell das Ziel, die Energieeffizienz der entsprechenden Systeme zu steigern. Aus der CO2-Debatte heraus und den daraus abgeleiteten Zielen einer weiteren Gewichtsoptimierung – auch maßgeblich im Leitungsstrang – muss man den Fokus auch auf die real im Fahrzeug vorhandenen Stromstärken legen, um Leitungsquerschnitte zu optimieren, was ja letztlich auch in der 48-V-Thematik mündet.

Da wir zur Erfassung der realen Betriebsströme nicht die passenden Messgeräte vorfanden, haben wir unser eigenes Messsystem mit den Namen „EDfuse“ entwickelt. Strommessungen werden als CAN-Botschaften vom Interface übertragen und können somit von handelsüblichen Loggern aufgezeichnet werden.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Was unternimmt EDAG, um gute Fachkräfte zu bekommen?

Torsten Bien: Um weiter an unserem Wachstumskurs festhalten zu können, spielt Recruiting für uns eine sehr wichtige Rolle. Dort setzen wir auf unterschiedliche Erfolgsbausteine wie zum Beispiel die Präsenz auf allen wichtigen Fach- und Jobmessen oder auf die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten. Durch unser Angebot von eigenen, dualen Studiengängen schaffen wir es, in der E/E pro Jahr etwa 30 gut ausgebildete Ingenieure in unser Unternehmen zu integrieren. Darüber hinaus haben Berufseinsteiger nach dem Studium die Möglichkeit, über Trainee-Programme spezifisches Fachwissen in unseren einzelnen Domänen aber auch fachübergreifende Fähigkeiten zu erwerben.

Werner Kropsbauer: Die Ausbildung ist eine bedeutende Säule unserer Nachwuchsförderung. Aktuell durchlaufen rund 500 junge Menschen eine Ausbildung oder ein duales Studium, denen wir nach einem erfolgreichen Abschluss stets eine Karriereoption in unserem Unternehmen anbieten.

AUTOMOBIL-ELEKTRONIK: Ist es nicht eine Last die rund 500 Mitarbeiter der BFFT nur für einen einzigen OEM arbeiten zu lassen?

Werner Kropsbauer: Das sehe ich nicht so. Derzeit sind wir konzernweit sehr standortbezogen mit umfangreichen Kapazitäten in Wolfsburg, Stuttgart, München und Ingolstadt organisiert, aber wir können uns nicht darauf verlassen, dass uns jeder OEM zu jedem Zeitpunkt immer auch voll auslastet. Wir brauchen somit stets einen Zweitkunden. Dies schließen wir bei BFFT per se erst einmal aus. Für den Fall, dass BFTT von Audi nicht mehr so stark gebraucht werden sollte, gibt es durchaus weitere Alternativen, wobei Projekte im VW-Verbund am naheliegendsten sind. Aus diesem Grund mache ich mir da keine Sorgen, im Gegenteil: Wir stellen auch hier den Übergang von der Engineering-Arbeit beim Kunden zum Werkvertrag und zur externen Vergabe größerer Themenstellungen fest. Die BBFT stellt sich aktuell auf diesen Trend ein, und das Modell beginnt bereits in der täglichen Arbeit zu greifen. Wir wollen und werden hier weiter wachsen.

(Das Interview führte Alfred Vollmer, Redakteur der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK.)

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