Suse Linux Professional 7.0 ist nicht nur äußerlich ein dickes Paket; auch bei der Bedienbarkeit hat sich einiges getan. So umfasst die Distribution inzwischen drei zusätzliche Handbücher: Installation, KDE-Konfiguration und Programme. Natürlich gibt es für den angehenden Profi(oder für kleinere Setup-Probleme) auch noch das bekannte Handbuch, das tiefer in die Materie einführt. Das Softwarepaket ist inzwischen schon recht umfangreich geworden. Es umfasst 6 CDs mit etwa 1600 bzw. 1 DVD mit ca. 1800 Programmen und Tools, die fast keine Wünsche mehr offen lassen. Allerdings gibt es hierbei auch einige schwarze Schafe, die sich – ohne Anleitung – gar nicht oder nursehrschwieriginstallieren lassen. Aber bei der Fülle kann man sich meist mit einem anderen Tool behelfen.


Von Beginn an kann man mit der grafischen Oberf lache Yast2 installieren. Sie setzt jedoch eine gängige Grafikkarte voraus. Zumindest auf dem Testsystem mit einer ATI-Karte und RAGE128-Chip blieb das Setup jedesmal hängen. Es funktionierte aber mit einem älteren NVidia TNT2 problemlos. Hierfür kann jedoch weder SuSE noch Linux verantwortlich gemacht werden. Weil die Hardwarehersteller Linux leider noch sehr wenig beachten, gelangt man oft erst später an die notwendigen Treiber. Auf der anderen Seite wird hier jedoch auch eine Stärke von Suse-Linux sichtbar: klappt die Installation mit Yast2 nicht, nimmt man Yast und schon geht es.


Inzwischen ist die unterstützte Hardware-Palette erstaunlich groß geworden. Was nicht direkt unterstützt wird, lässt sich oft durch kleinere Arbeiten beheben. Die Linux-Fan-Gemeinde steht hier mit Rat und Tat zur Seite. Lediglich Scanner mit eigener SCSII-Karte sind noch immer ein dicker Brocken – hier lohnt es, eine preiswerte SCSII-Karte einzubauen, die dann auch gleich noch für ZIP oder CD-ROM benutzt werden kann. Modem, Netzwerk und Grafikkarten (bis auf wenige neueste Modelle) stellen keine Probleme dar, genauso wenig wie ältere Prozessoren oder Mainboards.


Die Consolen-Bedienung – für Profis ein Muss – wurde inzwischen auch für den Normalanwender in eine Windows-ähnliche Umgebung überführt und in den Handbüchern gut beschrieben. So ist sogar das Brennen eigener ClDs mit wenigen Handgriffen möglich. Der KDE hat sich wohl inzwischen als Standardoberfläche etabliert und wird auch für den weniger versierten User beschrieben. In der Professional-Edition gibt es die Unterstüzung zu Clustern, Java2, diverse Servertools und ein größeres Programmangebot als in der Personal-Edition, was diese Distribution für Firmen und professionelle Anwender interessant machen dürfte.


Thomas Beyer