Welche Pläne hat Digi-Key im Bereich Logistik?

Dave Doherty: Wir bauen gerade direkt neben unserem aktuellen Standort ein riesiges neues Logistikzentrum. Dann ziehen wir unsere gesamten Logistik-Aktivitäten in das neue Gebäude um, das spätestens 2021 voll in Betrieb sein wird. Es wird uns genügend Kapazität für die nächsten zehn Jahre bieten. Wir werden dann im alten Gebäude ein komplettes Logistikzentrum für neue Aktivitäten haben. Fest steht, dass wir keine Bestellungen aus dem alten und dem neuen Gebäude zusammenführen wollen, so dass es ganz andere Aktivitäten sein werden als bisher. Elektronik-Lieferungen kommen dann komplett aus dem neuen Gebäude.

Dave Doherty, Präsident von Digi-Key (links, hier im Gespräch mit Chefredakteur Alfred Vollmer): „Wir bei Digi-Key sind sehr stolz darauf, dass jeder auf unserer Website die gleiche Benutzererfahrung bekommen kann. Wenn man Digi-Key per Telefon oder Web-Chat kontaktiert, dann erhält jeder den gleichen Support, denn wir gewichten nicht.“ Denn für Digi-Key ist die (technische) Unterstützung für alle gleich
Dave Doherty, Präsident von Digi-Key (links, hier mit Chefredakteur Alfred Vollmer): „Wir bei Digi-Key sind sehr stolz darauf, dass jeder auf unserer Website die gleiche Benutzererfahrung bekommen kann. Wenn man Digi-Key per Telefon oder Web-Chat kontaktiert, dann erhält jeder den gleichen Support, denn wir gewichten nicht.“ Alfred Vollmer

Welche Pläne haben Sie in punkto Produkt-Line-up?

Dave Doherty: Die Kurzantwort lautet, dass wir unser Produkt-Line-up verbreitern und vertiefen. Im Jahr 2002 hatten wir 600.000 Produkte auf Lager, aber schon 2012 hatten wir auf mehr als 1,2 Millionen verdoppelt. 2018 hatte Digi-Key schon bereits 1,6 Millionen Bauteile auf Lager, über 8,4 Millionen Teile im Angebot. Das ist durchaus noch ausbaufähig. In den letzten beiden Jahren haben wir 130 neue Lieferanten aufgenommen, und wir werden das auch weiterhin ausbauen.

Mit dem IoT kommen ganz neue Lieferanten zur Vervollständigung der Systemlösung hinzu, denn es geht dann um mehr als nur die reinen Chipsets. Da müssen Datenpakete effizient übertragen werden. Um unsere Kunden hier optimal zu unterstützen, werden wir unser Portfolio auf den Bereich jenseits der Bauelemente erweitern, indem wir tiefer in die Design-Chain eintauchen.

Welche speziellen Pläne haben Sie für Europa und Deutschland?

Dave Doherty: Für alle Märkte soll die nächste Generation unserer Website intelligenter und stärker personalisiert sein. Wir stecken viel Aufwand in die Datenanalyse und Personalisierung. Die einen schätzen es, dass Digi-Key ein derart breites Portfolio hat, und andere sind von der gigantischen Bandbreite überfordert. Hier können wir den Besuchern unserer Website das von ihnen persönlich gewünschte Gesamterlebnis bieten.

Unser Wachstum in Deutschland beträgt 64 %; das ist höher als in den meisten anderen Regionen der Welt. Wir haben ein Büro in München, und wir wollen bewusst auch auf unsere deutschen Kunden hören, denn wir benötigen deren Feedback, wie wir ein noch besserer Partner sein können.

Wir bei Digi-Key sind sehr stolz darauf, dass jeder auf unserer Website die gleiche Benutzererfahrung bekommen kann. Wenn man Digi-Key per Telefon oder Web-Chat kontaktiert, dann erhält jeder den gleichen Support, denn wir gewichten nicht.

Digi-Key unterstützt übrigens auch die Maker-Szene aktiv, die ja typischerweise nicht mit dem Design auf Bauelemente-Ebene sondern auf Board-Ebene beginnt. Oft nutzen die Maker Plattformen wie Arduino oder Raspberry Pi. Wir haben nicht nur für die Maker zusätzliche Partner mit ins Boot gebracht – Unternehmen wie Seeed, Adafruit oder Sparkfun. Weil die Maker oft noch Studenten sind, die keine Kreditkarte besitzen, haben wir als weitere Bezahlmöglichkeit auch Paypal eingeführt.

Wie wollen Sie Ihre derzeitige Design-Unterstützung verändern?

Dave Doherty: Schon jetzt haben wir Partnerschaften mit Herstellern von EDA-Tools; das werden wir ausbauen. Gleichzeitig bekommen diese Unternehmen Daten als Referenz von uns, und wir werden auch weiterhin komplette Lösungen anbieten. Ein gutes Beispiel hierfür ist IoT Studio. Beim Internet der Dinge geht es ja darum, das Smartphone dazu zu nutzen, um etwas jenseits des Smartphones zu überwachen. Viele unserer Kunden haben Ideen, aber wir haben mehr Kunden, die keine Elektroingenieure sind und sich von daher eine Lösung von uns wünschen. Beim IoT Studio stellen wir ein Board mit verschiedenen Sensorschnittstellen zur Verfügung. Per Software begleiten wir die Anwender dann Schritt für Schritt inklusive Anbindung von AWS (Amazon Web Services) und der Cloud. Wenn sich dann herausstellt, dass die Idee gut funktioniert, kommen die Ingenieure mit ins Spiel, die daraus eine tragfähige solide Lösung entwickeln; das können auch ODMs, Auftragsfertiger oder Ingenieurs-Dienstleister sein.

Zu IoT Studio bieten wir Tools, die für die User kostenlos sind, mit denen sie aber gut ihr Projekt ins Rollen bekommen. Auf der Toolseite bieten wir Schnittstellen zu den Standard-EDA-Tools, aber wir entwickeln auch unsere eigene Tool-Suite. Die Kunden sollten bei Digi-Key nicht nur nach den Bauelemente-Lösungen schauen, sondern auch unsere technische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Welche technische Unterstützung bietet Digi-Key konkret?

Dave Doherty: Bei uns arbeiten weit über 100 Menschen im Tech-Support: über 100 Ingenieure und über 40 Produktmanager. Manchmal liegt die Herausforderung darin, den vorhandenen Content überhaupt zu finden. Daher besteht ein Teil unseres Jobs darin, eine Art Bibliothekar zu sein, um Inhalte verfügbar zu machen – über 750 Lieferanten hinweg. Bei Bedarf verlinken wir auch zu den Inhalten auf den Herstellerseiten. Wichtig ist, dass unsere Kunden die Infos finden, die sie suchen.