Fünf Projektpartner aus Industrie und Wissenschaft erforschten die Grundlagen für halbleiterbasierte, vollelektronische Leistungs-Schutzschalter zum Einsatz in Gleichspannungsnetzen und -anwendungen. Damit lässt sich überall dort Gleichspannung nutzen, wo heute Wechselspannung üblich ist. Die neuartigen Leistungs-Schutzschalter sollen in der Lage sein, Gleichspannung möglichst schnell und sicher ein- und im Notfall auszuschalten. Dadurch lässt sich Energie aus regenerativen Quellen effizienter in Energienetze und -speicher einspeisen und die Netzstabilität verbessern. Außerdem sind deutlich kompaktere Elektrogeräte möglich. Erforscht wurden die Schutzschalter von Airbus, E-T-A Elektrotechnische Apparate, Infineon, Siemens AG sowie der Universität Bremen. Infineon hatte die Projektleitung bei NEST-DC („Neuartige elektronische Leistungs-Schutzschalter für Gleichspannung im Bereich der erneuerbaren Energien und Bordnetze“) inne.

Ohne effiziente und kostengünstige Sicherungstechnik ließen sich Verteilnetze sowie Bordnetze der Elektromobilität bisher nicht auf Gleichspannungsversorgung umstellen. Bislang gab es nur elektromechanische Schutzvorrichtungen, bei denen Lichtbögen beim Schalten von Gleichspannungen und Strömen entstehen können. Zudem sprechen elektromechanische Schutzvorrichtungen langsam an und sind schwer, wenig robust und teuer.

Die Projektpartner erforschten unter anderem neuartige Halbleiterbauelemente, wie den Over-Current-Blocking-Field-Effect-Transistor (OCB-FET). Für elektronische Leistungs-Schutzschalter wurden neue Aufbau- und Verbindungstechniken sowie neue Schaltungstopologien erarbeitet und getestet. Zu den Ergebnissen des Projekts gehören Demonstratoren im Bereich von Luftfahrt-Bordnetzen, Elektromobilität, Photovoltaik und Gleichspannungs-Verteilnetzen.