Eine massive Hitze hat das Display verbrannt. Zu erkennen ist schwarzer Ruß in der linken unteren Ecke. Das Integrationsdesign hat nicht funktioniert, weshalb zuerst das Edge Light, dann das ganze Display verbrannt ist.

Eine massive Hitze hat das Display verbrannt. Zu erkennen ist schwarzer Ruß in der linken unteren Ecke. Das Integrationsdesign hat nicht funktioniert, weshalb zuerst das Edge Light, dann das ganze Display verbrannt ist. Wammes

Dass falsche Energiedichte immer einen Brand verursachen kann, zeigt der geschmolzene, 1 bis 2 mm große Kondensator aus Keramik. Obwohl er so klein ist, gab es hohe Temperaturen durch Fehlfunktionen.

Dass falsche Energiedichte immer einen Brand verursachen kann, zeigt der geschmolzene, 1 bis 2 mm große Kondensator aus Keramik. Obwohl er so klein ist, gab es hohe Temperaturen durch Fehlfunktionen. Wammes

Ein gutes und praktikables Thermal Management beinhaltet daher nicht nur die summarische Auflistung der gesamten Abwärme aller Komponenten in einem System. Auch nicht, wenn zusätzlich die gesamte mögliche Abgabe dieser Menge an Abwärme prinzipiell möglich sein sollte. Es geht um alle Effekte, die durch ungeschicktes beziehungsweise nicht vorhandenes Thermal Mangement ausgelöst werden können. Beispielsweise bedeutet dies, dass auf Systemebene für alle Betriebs- und Anwendungssituationen sichergestellt ist, keine der verwendeten Komponenten zu keinem Zeitpunkt außerhalb der spezifizierten technischen Rahmenbedingungen zu betreiben. Es beinhaltet außerdem, dass zusätzlich zu keinem Zeitpunkt die resultierenden Situationen und Bedingungen für das jeweilige Display oder Embedded-System in unbekannte, nicht erlaubte oder technisch ungünstige Dimensionen driften.

Fallbeispiel Cold Spot

Um die beschriebene Überhitzung zu verhindern, müssen Verantwortliche auf Wissen, Know-how und präventives Handeln setzen. Auch Feuchtigkeit kann viele Schäden anrichten, die nicht wie etwa eine durchgeschmorte Stelle auf den ersten Blick zu erkennen sind. Im Gegensatz zu überhitzten Anzeigeeinheiten fällt der Schaden nicht sofort auf. Im Falle von Feuchtigkeit zum Beispiel haben auch Temperaturunterschiede Folgen: So bilden sich nicht nur Hot Spots mit Hitzeproblemen, sondern auch Cold Spots, an denen sich Kondensat bildet. Wenn das Temperatur-Delta eine gewisse Größe erreicht, abhängig von Luftfeuchte, Luftdruck und Kontamination, entsteht Kondenswasser innerhalb der Anzeigeeinheit beziehungsweise des Embedded-Systems und damit eventuelle Leitungsschäden, Kurzschlüsse oder parasitäre induktive oder kapazitive Effekte, die zum Beispiel auch ein Grund für Ghost Touches sein können. Cold Spots sind dabei nicht absolut, sondern relativ im Vergleich zur Umgebung zu verstehen: Bereits ein halbes Grad Temperaturunterschied kann genügen, um Taubildung anzuregen.

Wenn beim hermetischen Verschluss von Embedded-Systemen schon Schmutz und Feuchtigkeit eingedrungen ist, kann es im abgeschlossenen Raum reagieren.

Wenn beim hermetischen Verschluss von Embedded-Systemen schon Schmutz und Feuchtigkeit eingedrungen ist, kann es im abgeschlossenen Raum reagieren. Wammes

Auch Trockenmittel im Gehäuse sind kein Allheilmittel, denn das Material sammelt ironischerweise Wasser auch dann noch weiter, wenn irgendwann die Wasserhaltekapazität überschritten ist. Infolge der elektrischen Leitfähigkeit von wässrigen Lösungen sind Kurzschlüsse ein häufiges Problem. Außerdem: Wasser ist durch die darin gelösten Substanzen auch chemisch aktiv. Es kann somit alkalisch oder sauer werden und Korrosion nicht nur an elektronischen Bauteilen verursachen. Da Wasser immer danach strebt, sich zu verteilen, können die Schäden auch an schwer einsehbaren Stellen entstehen.

Seite 2 von 212