Neben der Agentur, die im Verkaufsfall 50,1 Prozent der Anteile bekommen soll, sind laut japanischen Medien auch die staatliche Entwicklungsbank Japans und der US-Trust Bain in das BIeterkonsortium involviert. Brisanterweise gehört diesem außerdem das südkoreanische SK Hynix an, ein unmittelbarer Konkurrent des Unternehmens. Der Verkauf an das Bieterkonsortium würde Toshibas Wunsch nach einem staatlich geführten Käufergremium entsprechen. Vor allem aber soll der Verkauf bis zur Hauptversammlung am 28. Juni in trockenen Tüchern sein, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern. Am 18. März 2018 sollen alle Transaktionen abgeschlossen sein. Verschiedene asiatische Medien spekulieren über einen Kaufpreis, der ungefähr bei 18 Milliarden Dollar liegen soll.

Toshiba

Der Tokioter Stammsitz des Elektronikkonzerns Toshiba. Josef Thiel, Wikipedia, eigenes Werk CC-BY-SA-3.0

Ob der durch Fehlinvestitionen in der US-Atomindustrie schwer angeschlagene Elektronikriese durch die Veräußerung seiner Speicherchip-Sparte seine Existenz sichern kann, bleibt abzuwarten. Schließlich sieht sich Toshiba mit dem Speichermedienhersteller Western Digital konfrontiert, der ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Chip-Sparte der Japaner betreibt und sich ein Zustimmungsrecht bei einem Verkauf an Dritte vorbehält. Um dieses durchzusetzen hat das Unternehmen bereits mehrere Klagen eingereicht. Für einen schnellen Verkauf könnte sich dies noch zum fatalen Stolperstein entwickeln.