Wie der US-Nachrichtendienst Reuters berichtet, wollen die beiden Technologiekonzerne im Laufe dieser Woche zu einer Übereinkunft gelangen. Das im Zuge des Bankrotts seiner Atomsparte in arge Schieflage geratene japanische Unternehmen plant sich aus seiner prekären Situation durch den Verkauf seiner Speichersparte an ein Unternehmenskonsortium zu befreien, dem neben Bain Capital unter anderem auch der japanische Komponentenhersteller Hoya, die Development Bank of Japan, der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix und der US-Konzern Apple angehören.

Wichtig ist Toshiba, dass nach dem Verkauf ein Großteil der Firmenanteile in japanischer Hand verbliebe – was mit dem Verkauf an das Konsortium gegeben wäre. Die Verkaufssumme, auf die sich Toshiba und das Konsortium geeinigt haben, soll 18 Milliarden US-Dollar betragen. Doch Western Digital, mit dem Toshiba über das gemeinsame Joint Venture San Disk verbunden ist, verweigerte seine Zustimmung zum Abschluss dieser Transaktion. Bereits seit Bekanntwerden der Verkaufspläne im Frühling 2017 bestehen die Amerikaner auf einem Erstkauf- oder zumindest Zustimmungsrecht.

Nun soll sich laut internen Quellen Western Digital  bereiterklärt haben, mit einem Schlichtungsverfahren juristisch gegen den Verkauf der Chipsparte vorzugehen. Im Gegenzug soll Toshiba Western Digital erlauben, sich an einer neuen Produktionslinie für Flash-Memory-Chips zu beteiligen, die voraussichtlich im nächsten Jahr an den Start gehen wird. Zum einen würde der Zugang zu Produktionskapazitäten in Toshibas Fabrik in Yokkaichi erhalten bleiben, zum anderen könnte sich Western Digital an einer Greenfield-Anlage beteiligen, die Toshiba im nördlichen Japan plant.

Offiziell bestätigt sind diese Pläne derzeit von keinem der beiden Unternehmen.

Interessanter Twist: Zuletzt schaltete sich der Hong-Konger Hedge Fonds Agyle Street Management in die Diskussion ein. Zusammen mit anderen Investoren will der Fonds den japanischen Konzern überzeugen, seine Chipsparte nicht zu verkaufen, sondern separat an die Börse zu bringen. Die Chancen dafür, dass Toshiba sich für diese Option entscheidet, sind allerdings wohl sehr gering.

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