Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung untersuchen jetzt dreizehn Industrieunternehmen und fünf Hochschulinstitute gemeinsam neue Möglichkeiten die Energieeffizienz in der Petrochemie, der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie der papier- und lebensmittelverarbeitenden Industrie zu erhöhen. Das Verbundprojekt „Innovative Apparate- und Anlagenkonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen Innova2“ startete zum 01. Januar 2011 und wird für drei Jahre mit insgesamt 3,8 Mio. € gefördert, davon rund 980?000 € für die TU Braunschweig. „Eine der Schlüsseltechnologien ist die Wärmeintegration. Dabei wird die bei der Abkühlung heißer Prozessströme freiwerdende Energie genutzt zur Aufheizung kalter Ströme“, erläutert Professor Stephan Scholl, Sprecher des Innova2-Konsortiums und Leiter des Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik der Technischen Universität Braunschweig. Neue apparative Konzepte seien zwar vorhanden, aber dem Apparatebauer gelangen damit oft nur schwer in den Markt, weil potenzielle Nutzer in der Regel zunächst nach Referenzen fragen. „Ohne Referenzen keine Anwendung, aber ohne Anwendung keine Referenzen“, so Scholl. “Unser Ziel ist es, nachzuweisen, welche neuen Lösungskonzepte machbar und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll sind.“

Die Forscher nehmen zunächst fünf unterschiedliche neue Apparatekonzepte zur Wärmeintegration in Versuchsanlagen an den Hochschulen unter die Lupe. Danach werden vergrößerte Apparate vor Ort bei den Industriepartnern in Technikumsanlagen erprobt. Für besonders vielversprechende Konzepte bauen die Wissenschaftler mobile Versuchsanlagen, die im Seitenstrom einer originalen Produktionsanlage betrieben werden. Basierend auf den Labor- und Technikumsergebnissen werden Dimensionierungsgrundlagen erstellt und in kommerzielle Auslegungsprogramme eingebunden. „Damit können die Projektergebnisse anschließend direkt in der Praxis angewendet werden“, erläutert Prof. Scholl. Zur Identifikation besonders großer Energieeffizienzpotenziale werden die apparativen und prozesslichen Maßnahmen durch eine Ökobilanzierung bewertet.

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