UHF-RFID in IoT-Anwendungen

Im Jahr 2014 schlossen die Unternehmen Google, Intel, Impinj, Smartrac und AIM (der Industrieverband für automatische Identifizierung) eine internationale Allianz mit dem Ziel, den Einsatz von UHF-RFID-Systemen als IoT-Lösung voranzutreiben. Die Allianz zählt heute über 160 Mitglieder, darunter auch NXP Semiconductors. Die unter dem Namen Rain RFID agierende Allianz verwendet den EPC-Gen-2-Standard gemäß ISO/IEC 18000-63. Eine als Rain RFID bezeichnete Lösung verwendet UHF-RFID-Technologie, die der genannten Norm entspricht und mit den Zielen der Allianz im Einklang steht.

Ucode DNA vereinfacht Mauterfassung

Die Anzahl mautpflichtiger Straßen nimmt weltweit stetig zu. Durch Mautgebühren, die eine Ausweitung und Instandhaltung der Straßeninfrastruktur ermöglichen, lassen sich Verkehrsstaus vermeiden. Häufig müssen Verkehrsteilnehmer an Mautstellen anhalten. Nicht so beim Einsatz der UHF-RFID-Technologie, die die Mauterhebung transparent gestaltet.

In enger Zusammenarbeit haben der Distributor Avnet Silica, der Systemintegrator Kathrein Solutions und der Spezialist für Fahrzeugidentifikation Tönnjes erfolgreich ein System entwickelt, das in der Lage ist, einzelne Fahrzeuge auf einer Autobahn mit einer Reichweite von 20 Metern bei Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h zu erfassen. Das System kann an Mautbrücken über der Autobahn montiert werden und erfasst Daten ohne jeglichen Eingriff in das Verkehrsgeschehen. Diese Lösung verbessert die Zuverlässigkeit und senkt die Total Cost of Ownership (TCO) im Vergleich zu einem bildbasierenden Ansatz unter Verwendung von Kameras und Algorithmen zur Fahrzeugregistrierung und -erkennung.

Das neu entwickelte System ist eine Kombination aus dem RRU 4500 UHF Rain-RFID-Reader von Kathrein sowie dem Ideplate-Kennzeichen und Idestix-Label von Tönnjes. Die Technologie entspricht dem Rain-RFID-Standard und beinhaltet die von NXP entwickelte UHF-RFID-Systemlösung Ucode DNA. Bei dem Ideplate handelt es sich um ein Kfz-Kennzeichen, das das bisherige Kennzeichen ersetzt und bereits den passiven UHF-RFID-Chip enthält. Das Idestix-Label ist eine ebenfalls mit dieser Technologie ausgestattete simple Vignette, die von innen auf die Windschutzscheibe aufgeklebt wird.

Schneller Autos vermieten mit RFID

Der Einsatz der RFID-Technologie zur Ortung von Objekten kann Prozesse rationalisieren. Dies gilt auch für die Autovermietung. Indem es seine Mietwagen mit RFID-Technologie ausstattete, konnte Anbieter Sixt den Zeitaufwand zur Bereitstellung der Fahrzeugschlüssel für Mietwagenkunden senken. Außerdem lassen sich nun genauere Zeitstempel für die Rückgabe der Mietwagen erstellen, abgegebene Fahrzeuge einfacher im Sixt-Buchungssystem lokalisieren und Mietwagen schneller dem jeweiligen Kunden zur Verfügung stellen.

Die Einführung der RFID-Technologie hat die Arbeitsweise bei Sixt mit seinen 2200 Mietstationen und einer Fahrzeugflotte von über 144.000 Mietwagen verändert. So warten Kunden, die ihren Mietwagen bei Sixt abholen möchten, heute statt drei Minuten nur noch 20 Sekunden auf ihre Schlüssel. Da sich viele der Mietstationen an Flughäfen befinden und dort über 600 Fahrzeuge pro Tag vermietet werden, verbessert diese Zeitersparnis signifikant das Kundenerlebnis.

RFID und Sicherheit

Jede Diskussion zum Thema IoT muss auch dem Sicherheitsbedürfnis in einer durch gesteigerte Konnektivität geprägten Welt Rechnung tragen. Die RFID-Technologie ist hierbei keine Ausnahme. Bereits in der Entwicklungsphase wurden höhere Sicherheitslevels hinsichtlich Authentifizierung und Verschlüsselung eingeführt. Das betrifft auch den von Avnet vertriebenen Transponder Ucode DNA  mit UHF-RFID-Technologie aus dem Hause NXP.

Der Ucode DNA erweitert die Sicherheitsfunktionen des bestehenden Ucode-UHF-RFID-Langstrecken-Portfolios auf signifikante Weise und vereint alle Funktionalitäten und Sicherheitsmerkmale in einem einzigen Chip. Der Transponder umfasst zwei 128-Bit-AES-Schlüssel, die sicher auf dem Chip gespeichert sind und sich vom chipintegrierten AES-Beschleuniger zur verschlüsselten Authentifizierung verwenden lassen. Die Schlüssel sind in einem Speicherbereich abgelegt, der bei der Fertigung gesperrt wird. Sie können von NXP oder kundenseitig generiert werden und kommen in der Regel zur Tag-Authentifizierung und Taggruppen-Authentifizierung zum Einsatz.

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