Auf die Frage nach ihren Erwartungen nannten die Ingenieure besonders häufig gute Preise (67 %), eine hohe Qualität der angebotenen Produkte (66 %) und eine schnelle Lieferung (61 %). Ein guter Service, etwa bei Reklamationen, war 52 Prozent der Befragten wichtig, eine gute Beratung zu den Produkten nannten 44 Prozent.  Weniger wichtig waren hingegen Aspekte wie besonders innovative Produkte (19 %) oder eine breite Produktpalette (32 %). Zudem geben 63 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine persönliche und partnerschaftliche Beziehung zu ihrem Distributor sehr wichtig ist.

Doch was gibt am Ende den Ausschlag für eine Kaufentscheidung? Wenn sich die Befragten zwischen einem niedrigen Preis, einer schnellen Lieferung und einer gesicherten Verfügbarkeit entscheiden müssten, dann würde sich laut der Umfrage mehr als die Hälfte (52 %) für die gesicherte Verfügbarkeit entscheiden.

Wie deutsche Unternehmen und Distributoren zusammenarbeiten

Distributoren

Ein Überblick über die Erwartungen, die Ingenieure an Distributoren haben. Reichelt Elektronik

Zumeist beziehen die befragten Ingenieure Komponenten von mehreren Distributoren. So geben 94 Prozent von ihnen an, ihre Bauteile bei drei oder mehr Distributoren einzukaufen. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten (35%) – nutzt drei bis fünf Distributoren. Für 33 Prozent sorgen sogar mehr als 10 Distributoren für Bauteile.

Dabei ist es keine Seltenheit, dass Unternehmen die Bauteile für die Prototypen-Entwicklung und die Bauteile für die Serienproduktion von unterschiedlichen Distributoren beziehen. So sagen etwa die Hälfte der befragten Ingenieure (51%), dass sie fast immer oder sehr häufig (in 60 bis 100 % der Fälle) unterschiedliche Distributoren nutzen.

Wie sich Lieferengpässe auf Distributoren auswirken

Die größten Lieferengpässe gibt es laut der Umfrage bei Sensoren. 24 Prozent der Befragten klagen hier über Lieferschwierigkeiten. Weitere Engpässe bestehen im Bereich Antriebstechnik und -steuerung (20 %), Controller und Speicher (19 %) sowie Einbau-Messinstrumente (19 %). Nur 20 Prozent der Befragten kämpfen nicht mit Lieferengpässen.

Liefersicherheit ist auch für Gewinnung von Neukunden ausschlaggebend: So sagen 60 Prozent, dass ein Distributor sie durch mehr Flexibilität bei Lieferengpässen überzeugen könnte, zum Beispiel indem sie für gefragte Produkte alternative Hersteller finden und deren Produkte anbieten. 53 Prozent würden sich durch eine höhere Liefersicherheit überzeugen lassen.  Erst an dritter Stelle steht das Angebot von innovativeren Produkten (29 %).

Sicher ist, dass die Frage der Bauteileknappheit große Auswirkungen auf die gesamte Branche haben könnte. Und dass die Lösung dieser Frage auch für Distributoren von großer Bedeutung ist, denn die Befragten fühlen sich nicht mehr so stark von Distributoren abhängig. 80 Prozent von ihnen geben an, dass sie sich vorstellen können, Komponenten auch direkt vom Hersteller zu beziehen. Für weitere 15 Prozent wäre dies zumindest in Sonderfällen eine Option.