Die deutschen Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Elektronikindustrie erwarten einen Umsatzrückgang von nunmehr fast 8 % für das laufende Jahr und ein Umsatzwachstum von 5 % für 2013, das sind jeweils 5 % weniger als noch im April. Dennoch liegt die Umsatzprognose in dem durch kurze Innovationszyklen gekennzeichneten Elektronik-Segment für 2013 über der des gesamten deutschen Maschinenbaus.

Diversifizierte Märkte, stabile Auftragsreichweite

„Unser Geschäftsklima spiegelt die unterschiedliche Dynamik in den Kundenmärkten: Das angestammte Geschäft mit elektronischen Komponenten und Baugruppen ist im Wesentlichen durch die Weltkonjunktur geprägt. Hier hinterlassen Staatsschuldenkrise, Sicherheitslage aber auch Ereignisse wie die Präsidentschaftswahl in den USA ihre Spuren“, erklärt Rainer Kurtz, Geschäftsführender Gesellschafter der Ersa GmbH und Vorsitzender des VDMA Fachverbandes Productronic.

„Trotz aller Unwägbarkeiten ist das ein Markt, bei dem wir die Zyklen einschätzen können. Auf der anderen Seite stehen neue Märkte mit großer Dynamik wie die Photovoltaik, LED, neue Datenspeicher-Konzepte und Batterien, bei denen Vorhersagen für das Investitionsverhalten unserer Kunden sehr viel schwieriger vorauszusehen sind. Damit müssen wir umgehen können, denn diese neuen Märkte sind Investitionen in unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.“

In der aktuellen Umfrage melden zwar 56 % der Firmen eine Verschlechterung der Auftragssituation zum Vorjahr. Immerhin 31 % der Befragten sehen inzwischen aber wieder eine bessere Auftragslage. Der Auftragsbestand bleibt im Vergleich zur letzten Umfrage im April 2012 stabil auf 3,2 Produktionsmonaten, dem langjährigen Durchschnitt für die Elektronik-Maschinenbauer.

Effizienzsteigerung ist Maßnahme der Wahl

Die aktuelle Beschäftigtensituation der Elektronik-Maschinenbauer bleibt im Vergleich zur April-Umfrage unverändert: Über 70 % der Unternehmen fahren derzeit normale Arbeitszeiten, 26 % sogar Überstunden. Allerdings ist nun eine Spreizung für die Planung der Meldefirmen zu erkennen: Während nur noch 7 % der Melder in Zukunft Überstunden ansetzen, wächst der Anteil derjenigen, die mit Kurzarbeit rechnen, auf 12 %.

„Die Ergebnisse sind dennoch positiv, denn 81 % der Befragten haben normale Arbeitszeiten in Planung“, ist Kurtz überzeugt. Zur Stützung der Erträge zielen firmeninterne Maßnahmen der Melder weiterhin auf Effizienzsteigerungen bei Produktion, Logistik und Personal sowie die Reduktion von Beschaffungskosten. Bei der längerfristigen Unternehmensentwicklung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit liegt die Effizienzsteigerung nun leicht vor Investitionen in Forschung und Entwicklung im Fokus der Unternehmen.

Beide Maßnahmen werden von über 80 % der Unternehmen genannt. „Mit unserem neuen Vorstandsteam werden wir bei VDMA Productronic-Aktionen entwickeln, die diese Anforderungen der Mitglieder unterstützen“, kündigt Kurtz an.