Rückblick auf die electronica 2000

Unendliche Weiten

Erstmals belegte die electronica 2000 eine „unglaubliche“ Ausstellungsfläche von 160.000 m2. Die quer durch die 15 Hallen vorherrschende gute Stimmung spiegelte die anhaltend boomende Marktsituation eindrucksvoll wider.

Auf der weltgrößten Fachmesse für Elektronik stach schon beim Betreten der Eingangshalle des großzügig angelegten Messeareals das Thema Jobsuche ins Auge. Auf riesigen Videoscreens und großzügigen Flachbildschirmen – die übrigens auf vielen Messeständen anzutreffen waren – konnte man Videoclips betrachten, in denen Firmen um geeignetes Fachpersonal buhlten. Das zentrale Interesse der Branche, vakante Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen, griff die Messe dieses Jahr erstmals mit einer eigenen Job-Börse auf. Zusammen mit dem Partner TMP Worldwide Deutschland bot die 19. Internationale Fachmesse für Bauelemente und Baugruppen der Elektronik eine Informations- und Kommunikationsplattform zwischen Jobsuchenden und der Industrie. Stefan Wolf, Geschäftsführer TMP Worldwide Deutschland, zeigte sich mit der Resonanz hoch zufrieden: „Seitens der Jobsuchenden reichte die Palette vom Schulabgänger über den Studenten bis hin zum erfahrenen Profi aus jedem Bereich. Das Spektrum der offenen Positionen war sehr breit und international ausgerichtet.“ Der Boom der Elektronikbranche und die Kehrseite Fachkräftemangel standen somit als Leitmotiv in zahlreichen Diskussionen an.
Die rege Beteiligung heimischer Firmen gab ebenfalls Anlass zu positiven Kritiken. So fand Urs Harnik-Lauris von Austria Mikro Systeme International, die kürzlich mit einem neuen Entwicklungscenter für Mikrochips in Rapperswil/Schweiz den 13. Konzernstandort gründeten, die Messe „hervorragend“. Ebenso äußerten sich zahlreiche mittlere und kleine Unternehmen aus Österreich, die dank der geografischen Nähe die Messe für sich nutzen konnten, beeindruckt.
Ausgezeichnetes Echo gab es auch für das Rahmenprogramm, denn für ein volles Auditorium sorgte das electronica Forum am – im Vergleich eher ruhigeren – ersten Messetag. Sechs hochrangige Repräsentanten der Halbleiterbranche diskutierten unter dem Motto Systems-on-chip über die künftigen Herausforderungen und Perspektiven für den Markt. Weitere Highlights waren die beiden neuen electronica-Arenen als Präsentations- und Diskussionsplattform für Aussteller sowie für den ZVEI (Zentralverband der Elektronik-Industrie).

Großer Zustrom
Mit Rekordzahlen unterstrich die electronica 2000 erneut ihre Position als Weltleitmesse der Elektronikbranche: Vom 21. bis 24. November stellten insgesamt 3.050 Aussteller und 566 zusätzlich vertretene Firmen aus (1998: 2.836 und 630). Über die Hälfte der Aussteller kamen aus dem Ausland (54 Prozent) und der Flächenzuwachs gegenüber 1998 betrug 20.000 m2. Rund 88.000 Fachbesucher (1998: 84.713) kamen zur electronica 2000. Mit 24.000 ausländischen Besuchern aus 73 Ländern unterstrich die Fachmesse ihre Stellung als Weltleitmesse der Branche. 98 Prozent der Aussteller bewerteten ihre Messebeteiligung positiv, 87 Prozent (+2 Prozent) mit „ausgezeichnet bis gut“. Von den Besuchern erhielt die electronica 2000 sogar von 93 Prozent die Noten „ausgezeichnet bis gut“.

Klare Messestruktur mit neuen Schwerpunkten
Die Struktur der electronica 2000 wurde den Bedürfnissen des Marktes entsprechend optimiert: Mit Embedded Systems (im Halbleiter oder auf der Leiterplatte eingebettete, anwendungsspezifische Steuereinheiten) hielt ein neuer Sektor Einzug. Die Bereiche Stromversorgung und Leiterplatten bildeten erstmals eigenständige Ausstellungsschwerpunkte.
An erster Stelle des Besucherinteresses stand der electronica-Sektor Halbleiter (51 Prozent), gefolgt von elektromechanischen Bauelementen und Verbindungstechnik (30 Prozent) und den passiven Bauelementen (29 Prozent). Embedded Systems konnte sich vom Start weg mit 24 Prozent auf dem vierten Platz positionieren. Auf unvermindert hohes Interesse stießen die Sektoren Displays, ED/EDA, Mess- und Prüftechnik, Leiterplatten und Systemkomponenten, Sensoren und Mikrosysteme, Stromversorgung und Systemkomponenten.
Der Optimismus der Branche hat sich jedenfalls gesteigert: Besucher wie Aussteller der electronica bewerten den Markt und seine Potenziale deutlich positiver als noch vor zwei Jahren: 91 Prozent (1998: 74 Prozent) gaben dem Markt die Noten „ausgezeichnet bis gut“, und 44 Prozent (+2 Prozent) erwarten eine weitere Verbesserung. ZVEI- Präsident Dietmar Harting, zugleich Vorsitzender des Fachverbands Bauelemente der Elektronik im ZVEI: „Das Jahr 2000 geht von seinen Marktergebnissen her für die Bauelemente der Elektronik als das beste überhaupt in die Annalen ein. Nicht einmal das Boomjahr 1994 kann damit Schritt halten.“

Internetpräsenz
Die electronica startet auch im Web durch: Produkte, Firmen- und Marktinformationen sind seit 1. Dezember 2000 auf dem Branchenportal www.electronica-world.com ganzjährig im Internet zu finden. Damit wird der nicht mehr aufhaltbare Trend, neben unverzichtbaren klassischen Marketinginstrumenten wie Messen oder Fachzeitschriften auch das Internet als Präsentationsschiene zu nutzen, einmal mehr bestätigt. Ein Weg, den auch der ERB-Verlag mit dem www.industrieportal.at schon seit Monaten geht.
Die electronica 2002 wird übrigens vom 12. bis 15. November 2002 wieder auf dem Gelände der Neuen Messe München stattfinden.

Messe München International
Tel. (01) 512 94 90
office@mmi.co.at
http://www.electronica.de