Frankfurt am Main, 18. September 2007. „Wenn es ein Land gibt, das nicht trotz der Globalisierung, sondern wegen der Globalisierung erfolgreich ist, dann ist es Deutschland mit seiner Automobilindustrie“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf einer gemeinsamen Tagung der IG Metall und des VDA anlässlich der 62. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) PKW in Frankfurt.

Vor 300 hochrangigen Gästen – darunter Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, Carl-Peter Forster, President von GM Europe, und Jürgen Peters, 1. Vorsitzender der IG Metall – unterstrich Wissmann: „Ohne die Automobilindustrie wäre Deutschland nicht Exportweltmeister.“

So wurden trotz hoher Ölpreise und eines schwachen Dollars in den ersten sieben Monaten 2007 mit 2,6 Mio. Pkw (+11,5 Prozent) so viele Fahrzeuge exportiert wie nie zuvor. Die Bedeutung der Auslandsmärkte für die deutschen Hersteller habe in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Wissmann betonte: „Heute werden drei von vier in Deutschland gefertigten Pkw im Ausland abgesetzt.“ Rund 100 Mrd. Euro wurden von der Automobilindustrie netto im vergangenen Jahr für den Standort Deutschland erwirtschaftet.

Dass die Globalisierung für die deutsche Automobilindustrie eine Win-win-Situation sei, werde auch daran deutlich, dass diese Schlüsselbranche seit Anfang der 90er Jahre allein im Inland fast 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen habe – und gleichzeitig weitere 140.000 neue Jobs allein in den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Wissmann ging auch auf die aktuelle CO2-Diskussion ein und betonte: „Die deutsche Automobilindustrie stellt sich den Herausforderungen des Klimaschutzes. Aber wir brauchen in der EU keinen Einheitswert, der nach der Rasenmähermethode für jedes Modell und jeden Hersteller gelten würde, sondern eine differenzierte Herangehensweise. Wir begrüßen daher die klaren Worte von EU-Vizepräsident Günter Verheugen, der auf der IAA betont hat, dass es eine ‚uniforme Höchstgrenze’ für alle Autos, unabhängig von Größe und Gewicht, nicht geben werde.“

Der VDA-Präsident verdeutlichte, dass alle Hersteller in Europa bei der CO2-Reduzierung gefordert seien: „Wenn die 50 Modelle mit den höchsten CO2-Emissionen ihren Verbrauch um 20 Prozent senken, dann bringt das für die Umwelt gerade einmal eine CO2-Einsparung von 0,4 Prozent. Wenn hingegen die 50 meistverkauften Modelle ihren Verbrauch um 20 Prozent senken, dann bewirkt das eine CO2-Einsparung von insgesamt 14 Prozent.“ Die deutschen Hersteller sollten zwar in der Oberklasse „mit gutem Beispiel vorangehen“, doch dürften sich die Hersteller von kleineren Pkw in den europäischen Nachbarländern nicht zurücklehnen und meinen, sie hätten schon all ihre Hausaufgaben gemacht.

„Wir müssen bei der CO2-Debatte auch berücksichtigen, dass der Exporterfolg der deutschen Automobilindustrie besonders vom Premium abhängt. Unser Weltmarktanteil in der Oberklasse liegt bei 80 Prozent. Jeder zweite Arbeitsplatz allein bei unseren Herstellern hängt am Premium. Auch deshalb ist es der richtige Ansatz, bei einer CO2-Regulierung durch die EU-Kommission segmentbezogen vorzugehen“, betonte Wissmann.