Mit der OPC UA Specification for Machinery sind die Industrieverbände ihrem „Ziel einer ‚Weltsprache der Produktion‘ einen wichtigen Schritt nähergekommen“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Mit der OPC UA Specification for Machinery sind die Industrie-verbände ihrem „Ziel einer ‚Weltsprache der Produktion‘ einen wichtigen Schritt nähergekommen“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. VDMA / Uwe Nölke

„Mit der Veröffentlichung der OPC UA for Machinery sind wir nach langen Jahren der Standardisierungsarbeit im Bereich OPC UA unserem Ziel einer ‚Weltsprache der Produktion‘ einen wichtigen Schritt nähergekommen“, sagte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Diese Spezifikation ist die erste, die Arbeitsgruppen unterschiedlicher Technologien und Branchen gemeinsam und übergreifend entwickelt haben. Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, ergänzte: „Dem VDW ist es gelungen, zeitgleich die ‚OPC UA Specification for Machine Tools‘ zu veröffentlichen, die als erste Spezifikation im Maschinenbau überhaupt die Specification for Machinery voll integriert und damit eindrucksvoll den Nutzen dieser Gemeinschaftsaktivität für Maschinenhersteller und Kunden demonstriert.“

In der OPC UA Specification for Machinery, Part 1, werden Basisbausteine für die Maschinenschnittstellen bereitgestellt, die für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau von Bedeutung sind. Diese Basisbausteine können je nach Bedarf einzeln verwendet werden und bilden jeweils einen oder mehrere Anwendungsfälle (Use Cases) ab. Die Spezifikation wird unter der Nummer 40001-1 als VDMA-Einheitsblatt und bei der OPC-Foundation geführt.

Entwicklung von OPC-UA-Standards zieht weite Kreise

Die OPC UA Specification for Machinery ist dabei der erste Schritt hin zu einer übergreifenden Harmonisierung der zahlreichen Aktivitäten, die sich rund um den Maschinen- und Anlagenbau etabliert haben. Allein im VDMA beschäftigen sich rund 35 Arbeitsgruppen damit. Die Koordination und Harmonisierung all dieser Arbeiten wird vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) im Rahmen des Projektes II4IP unterstützt. Dieses Projekt soll auch Synergien frühzeitig erkennbar machen.

Werkzeugmaschinen: OPC UA for Machine Tools

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, ergänzte, die Schnittstellendefinition OPC UA Specification for Machine Tools sei in die OPC UA Specification for Machinery „voll integriert“.

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, ergänzte, die Schnittstellen-definition OPC UA Specification for Machine Tools sei in die OPC UA Specification for Machinery „voll integriert“. VDW / Uwe Nölke

Zeitgleich mit der VDMA-Spezifikation hat der VDW die erste Version der OPC UA for Machine Tools unter der Nummer 40501-1 veröffentlicht. Damit verfügen nun auch die Werkzeugmaschinen über einen eigenen OPC UA-Standard. Er bildet zunächst standardisierte Informationen zum Status-Monitoring wie etwa Betriebszustand, bearbeitete Werkstücke, genutzte Werkzeuge oder Informationen für die Berechnung von KPI-Kennzahlen ab.

Die Arbeitsgruppe unter Regie des VDW war auch an der Ausgestaltung der OPC UA for Machinery beteiligt. So konnten die beiden Spezifikationen synchronisiert werden. Damit ist die OPC UA for Machine Tools die erste Spezifikation, die vollumfänglich auf die Vorgaben aus der OPC UA for Machinery referenziert, um die Maschinenidentifikation abzubilden. „Damit müssen wir unsere Spezifikation in nächster Zeit nicht mehr angreifen, um diese Weiterentwicklung zu integrieren, und können uns voll auf den Ausbau des Funktionsumfangs der Spezifikation konzentrieren“, erläutert Götz Görisch, Leiter der Arbeitsgruppe im VDW, die Vorgehensweise.

Funktionsnachweise durch Umati-Demonstrator erbracht

Die Funktionalität der OPC UA-Spezifikationen ist mittlerweile ausführlich getestet und durch Integration in reale Maschinen nachgewiesen. Möglich macht dies der Umati-Demonstrator. Umati (universal machine technology interface) dient als Nutzergemeinschaft der Verbreitung und Etablierung von OPC UA-Standards bis hin zu echtem Plug and Play im Maschinen- und Anlagenbau. Seit April 2020 wird die Initiative gemeinsam von VDMA und VDW getragen. Vor der Veröffentlichung der OPC UA for Machine Tools wurde diese in zwei so genannten Plugfesten auf Herz und Nieren geprüft.