"Wir müssen damit rechnen, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den nun anstehenden Berichtsmonaten deutlich in den Orderzahlen widerspiegeln werden“,  sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

„Wir müssen damit rechnen, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den nun anstehenden Berichtsmonaten deutlich in den Orderzahlen widerspiegeln werden“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. VDMA

Im Januar legten die Auftragseingänge um real 7 % im Vergleich zum Vorjahr zu. Für dieses Plus sind laut VDMA vor allem einige Großaufträge verantwortlich, die im Januar in die Bücher kamen. „Wir müssen zudem damit rechnen, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den nun anstehenden Berichtsmonaten deutlich in den Orderzahlen widerspiegeln werden“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Besonders positiv schlugen im Januar die Bestellungen aus dem Inland zu Buche (plus 11 %), aber auch aus den Nicht-Euro-Ländern erhielten die Maschinenbauer 8 %mehr Orders. Aus den Euro-Partnerländern wurden dagegen 4 % weniger Aufträge verzeichnet. Insgesamt legten die Auslandsbestellungen damit zu Jahresbeginn um 5 % zu.

Im Drei-Monats-Zeitraum November 2019 bis Januar 2020 wurden insgesamt 5 % weniger Aufträge verbucht (Inland -3 %, Ausland -6 %). Aus den Euro-Ländern kamen 8 % weniger Orders, aus dem Nicht-Euro-Raum waren es 5 % weniger Bestellungen.

Im Video: Statement von Dr. Ralph Wiechers, VDMA: „Die Corona-Krise hat noch keinerlei Berücksichtigung gefunden“

Auswirkungen des Corona-Virus auf die Lieferketten

Die Produktionsausfälle in China aufgrund des Corona-Virus werden voraussichtlich auch im deutschen Maschinenbau für Einbußen sorgen. China ist nicht nur der zweitwichtigste Abnehmer von deutschen Maschinenbauerzeugnissen. Die Volksrepublik war 2019 auch Deutschlands wichtigster ausländischer Lieferant von Maschinen, vor allem aber von Komponenten und Teilen. „Wir müssen mit Einschränkungen entlang der Lieferketten von China nach Deutschland rechnen”, lautet die Erwartung des VDMA-Chefvolkswirts. Die VDMA-Volkswirte kommen in einer aktuellen Analyse zum Ergebnis, dass rund ein Viertel aller Vorleistungen des deutschen Maschinenbaus aus dem Ausland kommen. Der chinesische Wertschöpfungsanteil allein dürfte inzwischen rund 3 bis 4 % erreicht haben. „Das erscheint auf den ersten Blick zwar gering. Doch die globalen Wertschöpfungsketten sind eng verzahnt. Fehlen einzelne Schlüsselkomponenten, wie beispielsweise eine in China hergestellte hochspezifische Steuerungseinheit, kommt es, sofern keine anderen Lieferanten einspringen können, zu einer gravierenden Störung im Produktionsablauf. Am Ende kann das dazu führen, dass eine Maschine nicht an den Kunden ausgeliefert werden kann“, erläuterte Wiechers.

Große Koalition geht in der Corona-Krise den richtigen Weg

Zum Maßnahmenpaket der Großen Koalition für die Wirtschaft in der Corona-Krise sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: „Es ist das richtige Zeichen zum richtigen Zeitpunkt: Die Große Koalition hat gute und schnell wirkende Beschlüsse getroffen, um die mitteständischen Unternehmen im Kampf gegen die Corona-Krise zu unterstützen. Die Verbesserung beim Kurzarbeitergeld, insbesondere die vollständige Erstattung der vom Arbeitgeber zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung, waren Kernforderungen des VDMA und des Maschinenbaus. Das Corona-Virus ist ein temporärer, heftiger Schock für die Industrie, zu dessen Bekämpfung die Betriebe in erster Linie genügend Liquidität benötigen, um die Zeit bis zum Wiederanspringen der Nachfrage zu überbrücken. Daher ist es gut, dass die Regierung nun in Abstimmung mit den Spitzenverbänden der Industrie weitere konkrete und schnell wirkende Maßnahmen beschließen will.