Der Besucherandrang der SPS IPC Drives lässt auf ein solides Jahr 2013 hoffen.

Der Besucherandrang der SPS IPC Drives lässt auf ein solides Jahr 2013 hoffen. Mesago

Die Stimmung auf der SPS IPC Drives gilt seit jeher als Barometer für das nächste Jahr. Die Stimmung war durchweg positiv. Dennoch bringt die Aussage „verhalten optimistisch“ die Prognosen der Automatisierer am besten auf den Punkt. Die meisten erwarten ein durchaus nicht einfaches aber auch kein katastrophal schlechtes Jahr. Der VDMA geht von einem Wachstum von rund 2 % aus. Der ZVEI spricht von einer „Seitwärtsbewegung“ bei den Umsätzen der Automatisierer für 2013 und meint damit stabil, bis leicht wachsende Zahlen. Roland Bent, Mitglied des ZVEI-Fachverbands Automation und Geschäftsführer von Phoenix Contact, fasste die Situation zusammen: „Unter der Voraussetzung, dass sich die Euro-Krise nicht weiter verschärft, erwarten wir für 2013 wieder ein leichtes Wachstum.“

In den Messegängen drängten sich die Besucher vor allem am Mittwoch. Einhellig berichteten die Aussteller von einem gestiegenen Andrang an ihren Ständen. Was auch die konkreten Zahlen untermauern: Es kamen 56.874 Besucher auf die Automatisierungsmesse nach Nürnberg – gut 500 mehr als 2011. Viele hatten konkrete Ideen und Projektanfragen im Gepäck. „Die Gespräche sind sehr professionell, Ziel führend und haben Spitzenqualität“, freut sich beispielsweise Michael Collet, Geschäftsführer Innovation bei Lapp.

Internationalität nimmt zu

Das Streben der Messe nach größerer Internationalität trug erneut Früchte. Mit 430 ausländischen Unternehmen ist der internationale Ausstelleranteil auf 29 % gestiegen. Insgesamt kamen 1.461 Unternehmen nach Nürnberg, um ihre neuen Technologien und Dienstleistungen vorzustellen. Sie reisten aus 41 Länder an. Die Top 5 der am stärksten vertretenen Ausstellernationen nach Deutschland waren erneut Italien, China, die Schweiz, Österreich und die Niederlande.

Engineering als deutlichster Themenschwerpunkt

Thematisch lagen die Schwerpunkte bei Safety, Engineering und Antriebstechnik. Im Bereich Safety lag der Fokus auf Geräten mit integrierter Safety und der einfachen Einbindung von Safety-Software in Hardware. Beim Thema Engineering widmen sich immer mehr Firmen aus allen Automatisierungsebenen der einfachen, Disziplin übergreifenden Programmierung. Auch Web-basierte Konfiguratoren waren auf der Messe vermehrt anzutreffen. In der Antriebstechnik stand ganz klar die Energieeffizienz im Vordergrund. IE4-Motoren waren keine Seltenheit.

Das momentan hochgekochte Thema ‚Industrie 4.0‘ spiegelte sich vor allem in Podiumsdiskussionen und Kongressbeiträgen wider. Zu sehr ist dieses Trendthema noch Zukunftsmusik. Hier wird sich wohl erst in nächster Zeit zeigen, wie sich dieses Konzept mit Inhalten füllen lässt.

Gut besuchter Kongress

Mit 386 Teilnehmern konnte auch der parallel zur Messe stattfindende Kongress einen Zuwachs verzeichnen. Drei Tage lang diskutierten Experten aus Forschung, Produktentwicklung und Anwendung auf hohem fachlichem Niveau.

Auf dem Kongress wurden auch die Gewinner des Young Engineer Awards gekürt. Die Auszeichnung für den besten Kongressbeitrag eines Referenten erhielt Pedro Reboredo, Bosch Rexroth, im Bereich Automation und Simon Hoher, Universität Stuttgart, im Bereich Drives. Die beiden Themen ‚Modellierung einer mechatronischen Ontologie als OPC UA Informationsmodell‘ und ‚Multi-Simulator-Materialflusssimulation für die virtuelle Inbetriebnahme‘ erhielten die höchste Punktzahl.

Die nächste SPS IPC Drives findet vom 26. bis 28. November 2013 statt.