ECK-DATEN

Es gibt viele Gründe, warum Hardware-basierte Emulation ein absolutes Muss für einen effektiven Verifikationsablauf ist. Zunehmende Komplexität, Protokollvielfalt, Embedded-Software, Leistungsaufnahme und Verifikation auf der Systemebene erfordern eine Art von Leistungsfähigkeit, Kapazität und Shift-Left-Methode, die nur Emulation leisten kann.

Die Investition in einen Emulator hilft bei der erfolgreichen Bewältigung von großen Herausforderungen. Ohne Zweifel ist ein Emulator eine komplexe Hardwarekomponente, die nicht ganz billig ist. Trotzdem übersteigt der wahre Wert der Emulation seinen Preis. Der Wert eines Emulator-basierten Arbeitsablaufs ist tatsächlich enorm. Einer der wichtigsten Punkte bei der Kaufentscheidung ist die erreichbare Auslastung des Emulators. Die Entscheidung für einen Emulator fällt viel leichter, wenn man weiß, dass die Emulationsumgebung von Ingenieuren optimal genutzt wird, welche auch effizient unterstützt werden.

ROI der Emulation erhöhen

Emulations-Ressourcen nicht optimal zu nutzen, heißt, dass jede Sekunde, in der kein Test aktiv auf dem Emulator läuft, eine Produkteinführung verzögert und das Geld für den Kauf des Emulators verschwendet wird. Firmen können auf mehrere Arten sicherstellen, dass ihre Emulations-Ressourcen gut ausgelastet sind. Schritt 1 ist, Verifikationsteams weltweit 24 Stunden, 7 Tage die Woche Zugriff auf diese zu gewähren. Dafür muss ein Emulator zu einer Rechenzentrums-Ressource gemacht werden. Da Chip-Architekturen immer komplexer werden und sich die dazugehörige Expertise und die benötigten Testteams immer häufiger über mehrere Länder und Zeitzonen verteilen, wird es immer schwieriger, die optimale Aufteilung von zentralen Rechenressourcen sicherzustellen. Das führt gegebenenfalls zu längeren Leerlaufzeiten solcher Ressourcen und dementsprechend zu mehr vergeudeten Investitionen. Schritt 2 ist es zu verstehen, dass Software zur Ausführung von Tests, die sogenannte Testjob-Verwaltung, ein entscheidender Punkt für die Auslastung eines Emulators ist.

Eine effektive Ausführung von Tests besteht aus zwei Aspekten. Der erste Aspekt ist die Automatisierung. Wie bei jeder Job-Verwaltungssoftware wird ein Automatisierungsgrad erwartet, der dem Nutzer einen wesentlichen Teil der Arbeit abnimmt. Der zweite Aspekt ist, dass die Automatisierung auf der Basis von Prioritäten gesteuert wird.

Testjobs

Bild 1: Flexible Testjob-Verwaltung ermöglicht die effizienteste Auslastung der Emulator-Ressourcen. Mentor Graphics

Verifikationsmanager müssen unmittelbar auf wechselnde Projekt-Prioritäten reagieren können. Oft bedeutet dies, wichtige zeitkritische Test- oder Verifikationsaufgaben vorziehen zu können. Folglich muss die Job-Verwaltungssoftware ebenfalls so flexibel sein, dass ein CAD-Manager die Prioritäten von Testjobs den Anforderungen der Nutzer anpassen kann. Diese Anforderungen können in drei Kategorien eingeteilt werden: Priorität eines Testjobs, Designgröße (das heißt, welche und wieviele Ressourcen werden benötigt) und Dauer des Testjobs. Die Möglichkeit die Ausführung von Testjobs auf dem Emulator interaktiv zu steuern, bedingt aber, dass der CAD-Manager alle auf dem Emulator laufenden Testjobs berücksichtigen kann, um dann mittels geschickter Anpassungen die Auslastung und den Testdurchsatz des Emulator zu maximieren (Bild 1).

Mit solch einer Software kann der CAD-Manager, basierend auf Priorität und Dringlichkeit, eventuell auch mit alternativen Verifikations-Lösungen für die Abarbeitung eines Testjobs planen. Eine alternative Verifikationslösung wäre beispielsweise eine Simulationsumgebung, die den Testjob ebenfalls innerhalb der geforderten Zeit abschließt.

Die Möglichkeit, die Auslastung der Verifikations-Ressourcen zu prüfen und zu überwachen ist hier wesentlich. Verifikations- und CAD-Manager brauchen aktuelle Live-Daten über die Auslastung der Emulation. Nur so können sie schnell fundierte Entscheidungen darüber treffen, ob sie zum Beispiel mehr Emulationskapazität benötigen, oder ob sie laufende Testjobs besser verteilen oder neu zuweisen können, um die Auslastung der Emulations-Ressourcen auszubalancieren. Log-Dateien einer solchen Jobverwaltungssoftware kann ein Unternehmen auch auswerten, um Anschaffungs- und Betriebskosten von Emulatoren intern auf nutzende Abteilungen und Projekte nach Dauer und Designgröße anteilig aufzuteilen.

Emulatoren einfacher nutzen

Die Wertung „Emulation sei schwierig zu benutzen“ ist relativ. Die meisten Verifikationsingenieure können mit wenig Anleitung ein Design und einen Test auf einem Emulator mit geringem Aufwand zum Laufen bringen. Das trifft besonders auf Emulatoren zu, die in einem Rechenzentrum im virtuellen Betrieb genutzt werden. Heutzutage gibt es auch viele „Utilities“, die dem ungeschulten Verifikations-Ingenieur helfen, einen Emulator effizient zu nutzen. Obwohl Emulationsanbieter über eine breite Palette solcher Utilities verfügen, fordern Nutzer dennoch einen einfachen und transparenten Zugriff auf Emulationsjobs.

Die Emulations-Plattform wird aber für die Nutzer auch einfacher zu verwenden, wenn CAD- und Verifikationsmanager Testjob-Verwaltungs-Software benutzen. Mit dieser Lösung können Nutzer nämlich problemlos einen Testjob einreichen, wichtige Anforderungen eingeben und dann der Software die Entscheidung überlassen, welche Ressourcen dem Testjob zugewiesen werden. Wichtig ist, dass die Testjobverwaltungs-Software einen kompletten Überblick über die laufenden Testjobs und, die Testjobs in der Warteschlange hat. Auf diese Weise werden einem bestimmten Testjob die Ressourcen so zugewiesen, dass die anderen Testjobs in der Warteschlange auch möglichst effizient entsprechend ihrer Anforderungen abgearbeitet werden können. Schlussendlich muss dem Nutzer nur garantiert werden, dass sein Testjob gemäß den Anforderungen abgearbeitet wird – egal welche Emulations- oder Verifikations-Ressourcen dafür genutzt werden.

 

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