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GeViScope+ ist die Enterprise-Lösung von Geutebrück und basiert auf dem Mainboard D3062-S von Fujitsu.
Re_porter+ ist ein kompaktes Business-System und basiert ebenfalls auf dem Mainboard D3062-S von Fujitsu.
Das Micro-ATX-Mainboard D3062-S von Fujitsu mit Intel-Q67-Chipsatz kommt in den digitalen Videosicherheitssystemen zum Einsatz.
Als Nachfolge-Produkt stellt das D3222-B aus der Extended Lifecycle Serie eine sehr gute Lösung dar.

Auf einen Blick

Nicht nur in der Entwicklung, sondern auch bei Logistik und Support stellt sich die Mainboard-Sparte von Fujitsu ganz auf die Bedürfnisse von Kunden aus dem Embedded-Bereich ein. Bei Fujitsu befinden sich Entwicklung, Produktion, Einkauf, Mainboard-Vertrieb als auch das Testcenter an einem Standort, in Augsburg. Der Kunde profitiert vom kompetenten technischen Support. Über das Board hinaus erfährt der Kunde zudem Unterstützung vom Distributor Rutronik. Wohl abgestimmte Komponenten auf deren Linecard als auch umfangreiche Erfahrungen mit verschiedenen Projekten vereinfachen dem Kunden dessen Design-in erheblich. Aufgrund seiner ausgefeilten Logistik kann Rutronik die Boards für die termintreue Zulieferung vorhalten. Durch das Management der Lagerbestände kann der Distributor die Verfügbarkeit von Extended-Lifecycle-Produkten sogar noch über den Lebenszyklus beim Hersteller hinaus verlängern.

Einen internationalen Namen im Bereich Sicherheitstechnik machte sich das 1970 gegründete Unternehmen Geutebrück bereits im analogen Zeitalter mit Foto- und Fernsehkameras zur Überwachung von Geldinstituten. Noch heute befinden sich Systeme, die in den 1970er-Jahren verkauft wurden, weltweit im Einsatz. Das spricht nicht nur für die Qualität der Produkte von Geutebrück, sondern spiegelt auch eine Eigenheit des Marktes, in dem sich das Unternehmen bewegt: Vorlaufzeiten von mehreren Monaten bis hin zu Jahren sind bei solchen Projekten eher die Regel als die Ausnahme. Der Grund liegt in den großen Volumina vieler Projekte, etwa die Ausstattung von 1000 bis 1200 Filialen einer Großbank, bei denen nicht nur die Investitionsentscheidung, sondern auch die Umsetzung eine gewisse Zeit benötigt. Neben dem Schutz von Geld und Sachwerten, etwa in Banken, Geschäften oder auch in Kulturinstitutionen wie dem Louvre oder auf der Berliner Museumsinsel, dienen die Anlagen auch der Sicherheit von Personen, etwa in Regierungseinrichtungen oder Sportstadien.

Videoüberwachung als Embedded-Anwendung

Inzwischen beherrschen komplett digitale Lösungen auch das Portfolio von Geutebrück. Embedded Computing hat im Bereich Videosicherheit neue technologische Möglichkeiten eröffnet, weil die Steuerung der gesamten Anlage mit ihren vielen einzelnen Geräten auf derselben Plattform erfolgen kann wie die eigentliche Bildverarbeitung und deren Archivierung. Vereinfacht gesprochen: Die Elektronik steuert keinen externen Videorecorder mehr, sie ist selbst der Recorder. Drei Systeme bilden derzeit das Herzstück der digitalen Produktwelt: GeViScope+, re_porter+ und G-Scope/1000. GeViScope+ ist die Enterprise-Lösung, die sich als zentralisiertes System mit hoher Redundanz besonders für große Organisationen eignet. Re_porter+ ist ein kompaktes Business-System, und G-Scope/1000 stellt eine kleine Lösung mit erweitertem Temperaturbereich dar und kann auch als Stand-alone-Lösung etwa in Geldautomaten Anwendung finden.

Aus den technischen Aufgabenstellungen und dem typischen Verhalten des Zielmarkts ergibt sich bereits ein erstes Anforderungsprofil an die Embedded-Mainboards, die diese Systeme steuern: Sehr gute Performance bei hoher Ausfallsicherheit im 24/7-Dauerbetrieb, vor allem aber die Möglichkeit, viele Videokanäle simultan in Echtzeit verarbeiten zu können, sind für die Produktfamilien unabdingbar. Beim G-Scope/1000 muss die Elektronik auch in einem erweiterten Temperaturbereich funktionieren, wie er sonst eher bei industriellen Anwendungen gefordert wird. Denn die Systeme, die in Geldautomaten eingesetzt werden, werden beispielsweise auch in den arabischen Raum geliefert, wo die Umgebungstemperatur sehr hoch werden kann.

Im Jahr 2012 stellte das Unternehmen zwei der Produktfamilien auf ein neues Mainboard um. Sowohl GeViScope+ als auch re_porter+ nutzen seither das Systemboard D3062-B aus der Extended Lifecycle Series von Fujitsu, das für den Dauerbetrieb (24/7) konzipiert wurde. Mit dieser Entscheidung für ein Fujitsu-Board wurde eine deutliche Verlängerung des Lebenszyklus der Produkte erreicht.

Im Fall des BIOS, das auf einem Aptio 4.x (UEFI) BIOS von American Megatrends International (AMI) basiert, nahm Fujitsu verschiedene Modifikationen vor, um es optimal mit den RAID-Storagesystemen zu verzahnen. Auf der BIOS-Ebene bieten Fujitsu-Mainboards aber bereits standardmäßig eine Reihe von Recovery- und Security-Features. Diese Funktionen, die auch für die Anwendungen von Geutebrück hoch relevant sind, stammen aus der eigenen Entwicklung des Herstellers. Durch die Bündelung von Entwicklung und Fertigung am Fujitsu-Standort in Augsburg wird ein zeitnaher Direktsupport seitens des Herstellers ermöglicht – Zeitverschiebung und Sprachbarrieren entfallen, und die Wege zwischen Entwicklern und Vertrieb sind kurz.

Lange Lebenszyklen sind zwingend

Wie der Name schon sagt, wendet sich Fujitsu mit der Extended Lifecycle Series an Kunden, für die eine lange Lieferbarkeit von Komponenten besonders wichtig ist. Das ist insbesondere bei Embedded-Systemen der Fall, die hier ganz andere Anforderungen haben als der PC-Markt. Für Anwender mit langen Entwicklungszeiten ist wichtig, dass das dem Design zugrunde gelegte Board noch verfügbar ist, wenn man zwei Jahre später in Serie geht.

Zukunftsfähige Entwicklung bedeutet für Geutebrück aber auch, dass man es den Kunden möglichst einfach machen will, von ihrem bestehenden Produkt auf eine neue Plattform zu wechseln. Die Philosophie von Fujitsu kommt dem letztgenannten Ziel entgegen: Die Entwickler konzipieren neue Boards immer im Hinblick auf die Rückwärtskompatibilität mit den Vorgängergenerationen. Als Nachfolge-Produkt stellt das D3222-B aus der Extended Lifecycle Series eine sehr gute Lösung dar. Dessen Layout orientiert sich am momentan noch eingesetzten Fujitsu D3062-B, verfügt aber über einen ganz aktuellen Intel-Q87-Chipsatz und unterstützt neben Intels 4. Generation an Core CPU Technology auch USB3.0 sowie PCI Express Gen. 3.

Leistung als Schlüsselfaktor

Nachdem der auf Embedded-Mainboards spezialisierte Elektronikdistributor Rutronik den Video-Experten 2012 das erste Fujitsu-Board vorgeschlagen hatte, musste dieses zunächst die strengen internen Auswahltests von Geutebrück durchlaufen. Auch das für künftige Produktgenerationen vorgesehene D3222-B wird derzeit genau analysiert. Dabei geht es vor allem um die Fragen, wie viele Videokanäle mit einem bestimmten System simultan verarbeitet werden können und auf welcher Kombination aus Mainboard und CPU die Videoüberwachungs-Software besonders gut läuft.

Das D3222-B punktet in diesen aktuellen Tests nicht nur durch seine allgemein hohe Rechenleistung auf Basis seines Intel-Q87-Chipsatzes. Wesentlich sind auch die Unterstützung von Intel HD Graphics und PCI Express Gen. 3. Denn um die Bildverarbeitung in Echtzeit auch bei großen Datenmengen zu gewährleisten, hat das Unternehmen digitale Signalprozessoren mit einer speziellen Firmware entwickelt. Um Netzwerkinfrastruktur und Speicherplatz zu entlasten, ermöglichen sowohl GeViScope+ wie auch re_porter+ die Kompression und Dekompression von Videodaten in Echtzeit mit Latenzzeiten unter 120 Millisekunden. Somit können genau die Bildsequenzen in höchster Qualität gespeichert und passwortgeschützt exportiert werden, auf die es im Ernstfall ankommt – beispielsweise als Beweismittel vor Gericht.

Synergie zwischen Hersteller und Distributor

Seit Juli 2013 wird das Board im Augsburger Werk von Fujitsu in Serie gefertigt. Mit der Serienfertigung hat man dort erst begonnen, als die Kinderkrankheiten der neuesten Prozessoren der vierten Generation der Prozessorfamilie Intel Core behoben waren. Ein Serienstart mit zu frühen Steppings von neuen Prozessoren führt erfahrungsgemäß meist zu Problemen beim Design-in, die den geringfügigen Vorsprung wieder aufzehren. Gerade für Kunden mit relativ langen Entwicklungszyklen sind solche Schnellschüsse eher kontraproduktiv.