„Wir kommen in eine etwas handyartige Welt“, betonte Dr. Herbert Demel, COO Vehicle & Powertrain bei Magna International, auf der Euroforum-Jahrestagung „Elektronik-Systeme im Automobil“. Dies bedeute, dass die Hardware „Auto“ nur noch als Grundlage diene, aber „das Geld wird über die Dienstleistung verdient.“ Bei der Bildung der Marke, so Dr. Demel „lässt die Elektrifizierung einen unglaublichen Spielraum offen“.

Im Rahmen seiner Betrachtungen über die Treiber der nachhaltigen Mobilität legte Dr. Demel den knapp 100 Teilnehmern der Konferenz nahe, „das Neue als Chance“ zu sehen. Eines ist für ihn jedoch klar: „Die Differenzierung der Marken durch den Antrieb wird nachlassen.“ Gleichzeitig räumt er ein, dass es heutzutage immer noch preiswerter sei, das Geld die Motorentwicklung zu stecken als in die Hybridisierung, aber es werde auf jeden Fall im Rahmen der Hybridisierung zu einer fortschreitenden Elektrifizierung der Nebenaggregate kommen.

Mit den Elektrofahrzeugen wird sich Dr. Demel zufolge die die Fertigungstiefe der OEMs weiter verringern. Wenn man die aktuelle Wertschöpfung der OEMs mit 100% ansetze, dann werde diese mit den EVs „auf unter 80%“ absinken. Dass die EVs kommen ist für Dr. Demel keine Frage des „Ob“ und „Wann“, sondern eine Frage des „Wie“ und „Wer“.

Als Quintessenz seines Vortrags konnte man herauslesen, dass es noch viele neue Chancen gibt und derzeit die Karten komplett neu gemischt werden – aber nur wer mitspielt kann gewinnen. (av)