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Inpotron

Valide Erkenntnisse bringt erst der sorgfältige Vergleich zwischen dem Einsatz eines Fertignetzteils vom Zulieferer und seinem maßgeschneiderten, funktional optimierten Pendant. Zu berücksichtigen sind dabei viele Parameter, die nicht auf den ersten Blick ins Auge stechen: Etwa Stückzahlen, Temperatur- und Platzverhältnisse und eventuell erforderliches Montagematerial. Bei einem anwendungsspezifisch entwickelten Netzteil sind die Kosten für die Entwicklung sowie gegebenenfalls für die EMV-Zulassung und die thermische Untersuchung in die Rechnung einzubeziehen.

Das sind Faktoren, die eine maßgeschneiderte Stromversorgung zunächst teurer erscheinen lassen. Dem ist allerdings der zusätzliche, aber nicht genutzte Leistungsüberschuss des zugekauften Netzgeräts gegenüberzustellen. Denn ein solches Gerät aus dem Massenmarkt wird nur in sehr seltenen Fällen für genau die verlangte Dimensionierung lieferbar sein, und bevor ein Entwickler eine unterdimensionierte Stromversorgung einbaut, nimmt er lieber die nächstgrößere Variante. Betriebssicherheit wird also gezwungenermaßen durch Überdimensionierung erkauft – eine Abwägung, die bei einem maßgeschneiderten Gerät entfällt. On top kommen noch einige Risikoaufschläge: Bei einem extern eingekauften Netzgerät kann es auch vorkommen, dass dieses während der Produktionszeit des projektierten Systems abgekündigt wird. Auch mit einem Komponentenwechsel oder einer Konstruktionsänderung während der Serie ist unter Umständen zu rechnen. Demgegenüber ist auch die Option für ein maßgeschneidertes Stromversorgungsgerät nicht völlig risikofrei, denn der Kunde bindet sich dabei an einen Single-Source-Lieferanten.

Hochwertige Systemausführung

Unter dem Strich werden sich in der Regel die Beschaffungskosten zwischen beiden Optionen, ausgedrückt in Euro und Cent, nicht allzu gravierend unterscheiden. Der Preisunterschied ist in der Regel zu gering, um daraus folgenschwere Beschaffungsentscheidungen für das Serienprodukt abzuleiten. Auf einer anderen Ebene jedoch wird die Verwendung eines kundenspezifischen Netzteils zu einem positiven Kundenerlebnis führen: Eine hochwertige Systemausführung führt zu einer höheren emotionalen Bindung des Kunden, als wenn Teile der Systeme mit Baugruppen in erkennbar minderwertigerer Qualität bestückt sind.

Aber das sind noch nicht alle Vorteile der kundenspezifischen Variante. Denn bei einer kundenspezifischen Lösung kann der Systemhersteller seinem Entwicklungs- und Fertigungsdienstleister gegenüber genau seine exakten Anforderungen verdeutlichen – beim Zukauf vorgefertigter Stromversorgungen geht das nicht. Auch dann nicht, wenn die Hersteller von Standardprodukten eine trendige Individualisierungsstrategie verkünden: In Wahrheit werden im Rahmen solcher Strategien meist lediglich zusätzliche Anschlussmöglichkeiten geschaffen und Zubehör angeboten; die Kernparameter ihrer Stromversorgungen bleiben unverändert.

Mit der Hilfe eines kompetenten Netzteil-Profis lässt sich die bestmögliche Lösung der Gesamtanforderungen erarbeiten. Denn wer als Systemanbieter seine Marktposition halten und verbessern will, benötigt eine kontinuierliche Innovation bei seinen Produkten. Diese aber ist nur mit einer anwendungsspezifischen Stromversorgung realisierbar.

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