Bild 1: Eine unterschiedliche Strahlungsintensität bei der UV-Härtung führt zu optischen und chemischen Problemen, die nicht repariert werden können. Wammes

Eine unterschiedliche Strahlungsintensität bei der UV-Härtung führt zu optischen und chemischen Problemen, die nicht repariert werden können. Wammes

Bild 2: Gute Ergebnisse bei der UV-Härtung von Klebstoffen und Beschichtungen sind nicht so einfach, wie es scheint. Wammes

Gute Ergebnisse bei der UV-Härtung von Klebstoffen und Beschichtungen sind nicht so einfach, wie es scheint. Wammes

Passt die intensivste UV-Wellenlänge der UV-Quelle nicht zum verwendeten UV-Kleber, wird insgesamt zu viel Energie eingestrahlt. Das schädigt die betroffenen Materialien wie Polfilter-Folien und sie fallen dadurch später im Betrieb unter Umständen aus. Ohne regelmäßige Überprüfung besteht beispielsweise bei sogenannten Matrix-Strahlern, die aus vielen einzelnen Strahlungsquellen aufgebaut sind, das Risiko einer sehr unterschiedlichen Intensitätsverteilung. Das mögen weder die Kleber, noch die anderen beteiligten Materialien.

Kleber benötigen genau spezifizierte Rahmenbedingungen. Jeder Prozess oder Fertigungsablauf erfordert ganz bestimmte Eigenschaften. Weder die Kleber noch die Prozesse können einfach ausgetauscht werden. So trivial es auch klingt, aber Kleber müssen zum Kleben aushärten. Und dafür benötigen sie Zeit, auch, wenn Wahl und Anbringung des Klebers ideal sind. Da Zeit aber Geld ist, wird immer häufiger versucht, diese Prozesse zu beschleunigen. Dafür kommen vermehrt sogenannte UV-Kleber zum Einsatz, die unter Bestrahlung von UV-Licht besonders schnell aushärten. Leider passt jedoch nicht jeder UV-Kleber zu jeder UV-Lampe. Zudem sind in einem solchen Klebeprozess auch noch andere Materialien im Spiel. Zum Beispiel der Front-Polarisator auf den ein Touch-Sensor oder andere zusätzliche Schichten mit UV-Kleber transparent aufgeklebt werden sollen – also optisch gebondet. Sind solche Schichten aus organischem Material wie zum Beispiel Kunststoffe, mögen diese UV-Licht prinzipiell überhaupt nicht. Lässt es sich nicht vermeiden, dann ertragen sie UV-Licht nur in kleinen und genau dosierten Mengen.

UV-Licht stresst auch

Die Aushärtung des UV-Klebers erfolgt ohne zusätzliche Wärmeeinwirkung. Damit wird Materialstress durch Hitze oder mechanischen Druck verhindert. UV-Licht stresst jedoch auch. Diese Technologie wird oft für die Verklebung von harten Materialien wie Glas, Kunststoff und elektronischen Displaypanels genutzt. Allerdings hat die UV-Belichtung für den Kleber eine Änderung der chemischen Eigenschaften zur Folge. UV-Kleber enthalten freie Radikale, die im Kleber auf das UV-Licht reagieren und den Aushärteprozess steuern. Das verwendete Material ist chemisch radikalisiert und kann durch bereits relativ wenig UV-Licht (richtige Wellenlänge ist hier ganz wichtig) getriggert werden, damit es den Polymerisationsprozess beziehungsweise Aushärteprozess startet.

Bei mangelhafter Anwendung verändert sich beispielsweise die Energieverteilung der UV-Belichtung über der zu belichtenden Fläche. Dadurch wird der Kleber unterschiedlich belichtet. Wird beispielsweise die gesamte Fläche solange belichtet, bis der Kleber an der letzten Stelle ausgehärtet ist, bekommt er an anderer Stelle zu viel beziehungsweise zu lange UV-Licht und beeinträchtigt oder zerstört dabei andere Materialien wie zum Beispiel die Front-Polarisatoren von Displays.

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