Häufigkeit der Erhebung von Produktivitätskennzahlen nach Unternehmensbereichen und die genutzten Hilfsmittel zur Bereitstellung produktivitätsrelevanter Daten (Gesamtstichprobe, n = 95–103).

Häufigkeit der Erhebung von Produktivitätskennzahlen nach Unternehmensbereichen und die genutzten Hilfsmittel zur Bereitstellung produktivitätsrelevanter Daten (Gesamtstichprobe, n = 95-103). Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa)

Dies ist eines der Ergebnisse aus der Befragung von knapp 180 deutschen Unternehmen, davon 77 % aus der Industrie / verarbeitendes Gewerbe, durch das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) in Düsseldorf. Von zentralem Interesse war dabei das Management und die Messung der Produktivität in Unternehmen. Darauf aufbauend beschreibt die Umfrage die Auswirkungen der Digitalisierung für die Beschäftigten und die Führungskräfte.

„Die Erwartungen an die Digitalisierung sind hoch,“ kommentierte Dr. Tim Jeske, wissenschaftlicher Experte beim ifaa die Ergebnisse der aktuellen Studie des Instituts zu „Produktivitätsstrategien im Wandel – Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft“. Die Befragten erwarten Verbesserungen in sämtlichen Bereichen der Unternehmen – beispielsweise der Produktion, aber auch bei den Arbeitszeiten.

Welche Bedeutung messen Sie dem Thema Digitalisierung in Ihrem Unternehmen in den verschiedenen Einsatzfeldern bei? Anworten darauf von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie (n = 79 - 89)

Welche Bedeutung messen Sie dem Thema Digitalisierung in Ihrem Unternehmen in den verschiedenen Einsatzfeldern bei? Anworten darauf von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie (n = 79 – 89) Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa)

Durch die Digitalisierung wächst die Verfügbarkeit von Echtzeitdaten – das sagten 58 % der befragten Unternehmen. Die Erfassung und Nutzung von Echtzeitdaten erhöht die Möglichkeiten schneller und effektiver auf veränderte Situationen reagieren zu können.

Lean Management wird wichtiger denn je

Die Methoden des Lean Managements sind nach Einschätzung der meisten Befragten (78 %) eine zentrale Voraussetzung, um Digitalisierungsmaßnahmen im Unternehmen durchführen zu können.  Fast alle Befragten geben an, dass Methoden des Lean Managements derzeit (91 %) und auch zukünftig (96 %) in ihrem Unternehmen genutzt werden. Und ebenfalls fast alle Befragten (95 %) stimmen darin überein, dass Methoden des Lean Managements auch weiterhin in der Digitalisierung benötigt werden.

Die wichtigsten Ergebnisse der Industrie-4.0-Umfrage

  • Die Produktivität wird in den meisten Unternehmen und ganz überwiegend in produzierenden Unternehmen anhand von Kennzahlen erfasst. Dies gilt vor allem für die Fertigung, Montage, Lager, Logistik, Qualitätsmanagement, Instandhaltung/Service und am wenigsten in der Forschung.
  • Die Produktivitätskennzahlen werden meist regelmäßigen Soll-Ist-Abgleichen unterzogen – einschließlich der Ableitung von Maßnahmen zur Zielerreichung. Planungen erfolgen im Produktivitätsmanagement meist tages- bis monatsbasiert.
  • Digitale Technologien haben derzeit die größte Bedeutung in den Bereichen Planung/Steuerung, Supply Chain Management, Logistik und Administration/Verwaltung.
  • Digitalisierungsmaßnahmen werden meist aus strategischen Gründen oder zur Beseitigung von Engpässen ausgewählt beziehungsweise durchgeführt.
  • Weniger als die Hälfte der Unternehmen nutzt die Digitalisierung zur Geschäftsmodellentwicklung.
  • Die Einführung digitaler Technologien verändert die Anforderungen an Führungskräfte – insbesondere hinsichtlich Qualifizierung, Art und Weise der Führung und digitalen Kompetenzen.
  • Führungskräfte erleben Veränderungen durch digitale Technologien insbesondere in der Fertigung, der Planung/Steuerung und der Logistik. Die Veränderungen betreffen meist das mittlere und untere Management.
  • Beschäftigte profitieren durch das Produktivitätsmanagement von verbesserter Ergonomie und Produktivität am Arbeitsplatz sowie von einem höheren Qualifikationsniveau und einem besseren Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit.
  • Es wird mehrheitlich erwartet, dass die Anzahl an Nacht- und Wochenendschichten durch den Einsatz der Digitalisierung abnimmt.
  • Die Anzahl der Beschäftigten im Unternehmen bleibt nach Meinung der Befragten voraussichtlich konstant oder nimmt geringfügig ab.
  • Informations- und Unterstützungsbedarf besteht vor allem für die Themen cyber-physische Systeme, Produktivitätsstrategien und Industrial Engineering. Dazu werden insbesondere konkrete Best-Practice-Beispiele gewünscht