Elektromagnetische Störquellen können vielfältig sein. Mobiltelefone, Sendeanlagen, Leuchtstoff-Lampen, Notebooks, aber auch elektronische Geräte, handgeführte Elektrowerkzeuge, Schaltvorgänge, Stromquellen, Verkabelung oder elektrostatische Entladungen in der Atmosphäre können Störungen erzeugen.

Eckdaten

Die elektromagnetische Verträglichkeit ist gerade im Hinblick auf die zunehmende Dichte der Elektronik im Chassis, der wachsenden Akkumulation von Geräten, der zunehmenden Vernetzung und hoher Frequenzen eines der Kernthemen in der Gehäusetechnik, da sich eine Vielzahl potenzieller Störquellen und Interferenzen ergeben. Heitec verfügt über eine große Auswahl an unterschiedlichsten Kontaktfedern.

Die entsprechende europäische EMV-Richtlinie (EN 55022-B) definiert elektromagnetische Verträglichkeit so: „Unter elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV) wird die Fähigkeit eines Gerätes, einer Anlage (LAN) oder eines Systems bezeichnet, in einer elektromagnetischen Umwelt zufriedenstellend zu arbeiten. Dieses Gerät (Anlage, Systeme) soll dabei selbst keine elektromagnetischen Störungen verursachen, die für alle in dieser Umwelt vorhandenen Apparate, Systeme und Anlagen unannehmbar wären“. Ergänzend dazu gibt es weitere Vorgaben für das Geräte-Design und die Gestaltung des Umfeldes (ETS 300 132). Die Schirmdämpfungsmessungen von leeren Gehäusen werden nach DIN EN 61587-3 oder nach Normen aus dem militärischen Bereich geprüft, zum Beispiel nach MIL STD 285 (US) oder VG 95373 Teil 15 (GER). Auch hier gibt es unterschiedliche Fachgrundnormen, die wichtigste, weil mit weltweiter Bedeutung ist die IEC 61000. Generell wird nach Störfestigkeiten für Wohn-, Gewerbe- sowie für Industriebereiche unterschieden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Produktnormen, zum Beispiel für Bahngeräte, Werkzeugmaschinen, Funkeinrichtungen und eben auch für elektrische Geräte, um nur einige zu nennen.

Störfestigkeit erhöhen

Das Diagramm veranschaulicht wie sehr sich die EMV- Abschirmung auf die Dämpfung des elektromagnetischen Feldes auswirkt.

Das Diagramm veranschaulicht wie sehr sich die EMV- Abschirmung auf die Dämpfung des elektromagnetischen Feldes auswirkt. Heitec Elektronik

Die IEC 61000 gibt an, welche elektromagnetischen Störgrößen (und deren Grenzwerte) den Betrieb von elektrischen und elektronischen Systemen beeinflussen können und gibt Hinweise auf Maßnahmen, die diese beheben können sowie die Störfestigkeit des Systems erhöhen. Weiterhin gibt die Norm an, welche EMV-Prüf- und Messverfahren verwendet werden müssen, um die Störfestigkeit eines Systems zu prüfen und sicherzustellen.

Lücken schließen

In der Konsequenz bedeutet das für das betreffende System, dass es die Reduzierung von Störaussendungen sowie gleichzeitig die Erhöhung der Störfestigkeit beinhalten muss. Eine optimale Abschirmung und Eliminierung der elektromagnetischen Felder lässt sich lediglich durch eine unterbrechungsfreie leitende Verbindung aller Gehäuseaußenflächen erzeugen. Vorrangig geht es also darum, „Lücken“ zu schließen beziehungsweise abzudichten, um zu verhindern, dass elektromagnetische Wellen das Gehäuse verlassen oder in es eindringen können.

Wie sehr sich die EMV-Abschirmung auf die Dämpfung des elektromagnetischen Feldes auswirkt, wird im Diagramm veranschaulicht. So ist die Dämpfung eines Standard-Gehäuses ohne entsprechende EMV-Komponenten deutlich geringer, als die eines EMV-Baugruppenträgers. Besonders bemerkenswert ist dabei auch der Schirmfaktor (siehe Tabelle), der sich aus der Dämpfung ergibt.

Wie kann aber nun elektromagnetische Verträglichkeit erreicht werden? Wie lässt sich ein 19-Zoll-System/ein 19-Zoll-Baugruppenträger EMV-sicher abdichten und welche Formen von Abdichtung sind möglich?

Thema der nächsten Seite sind die Formen von Abdichtung

Seite 1 von 212