Setup der digitalen Pressekonferenz von Weidmüller

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Das Setup der digitalen Pressekonferen von Weidmüller (v.l.): Sybille Hilker, Unternehmenssprecherin, Dr. Timo Berger, Vertriebsvorstand, André Sombecki, Finanzvorstand und Volker Bibelhausen Vorstandssprecher und Technologievorstand. Weidmüller/LinkedIn

„Detmold is calling“, so begannen die Verantwortlichen bei Weidmüller ihre erste virtuelle Pressekonferenz in der jetzt schon 170-jährigen Firmengeschichte. Eigentlich war die Jubiläumskonferenz auf der Hannover Messe geplant, doch die Coronakrise machte Weidmüller, wie auch vielen anderen Betroffenen, einen Strich durch die Rechnung. Dabei wollte das Unternehmen den Besuchern seinen neuen Stand in einer neuen Halle präsentieren.

In einem sehr schwierigen Marktumfeld, für das der Zentralverband der Elektroindustrie (ZVEI) einen Umsatzrückgang von 1,8 %  vermeldete, erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 830 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzwachstum von knapp 1 %. „Angesichts der Eintrübung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind wir mit dem Ergebnis dennoch zufrieden“, verdeutlicht Vorstandssprecher und Technologievorstand Volker Bibelhausen. Während es in der ersten Jahreshälfte 2019 noch eine stabile konjunkturelle Lage gab, zeigte sich in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Abschwung – weltweit.

Licht und Schatten in den einzelnen Bereichen

Weidmüller verzeichnete insbesondere im Bereich Tragschienenkomponenten, Markierer, Drucker, Montage und Beratung ein Wachstum von einem Prozent. Im Bereich intelligente Komponenten und Lösungen betrug das Wachstum sogar 6 %. Lediglich der Bereich um die Geräte- und Feldverdrahtung sowie das OEM-Geschäft liegt mit -3 % unter Vorjahr. „Der Rückgang ist hier vor allem der hohen Empfindlichkeit und schnellen Reaktion der Kunden aus der Leistungselektronik bei konjunkturellen Schwankungen geschuldet“, so Bibelhausen. Wachstum verzeichnete hingegen der Bereich Feldverdrahtung, der vom ungebrochenen Trend der Dezentralisierung in der Automatisierung und Elektrifizierung maßgeblich profitiert.

Digitalisierung und Automatisierung rund um die Reihenklemme

Weidmüller Klippon Automated RailAssembler – ein System zur vollautomatisierten Klemmenleistenbestückung

Weidmüller Klippon Automated Rail Assembler – ein System zur vollautomatisierten Klemmenleistenbestückung Weidmüller

In Weidmüllers Kerngeschäft rund um die Reihenklemme stärkt das Unternehmen seine Position durch das Etablieren von digitalen Services und weiteren Lösungen und Komponenten zur automatischen Bestückung und Markierung. Es geht hierbei darum, die Arbeitsabläufe und Prozesse für Schaltschrankbauer und Monteure durch aufeinander abgestimmte Fertigungsabläufe effizienter zu gestalten. „Mit dem Rail Assembler haben wir hier eine Lösung im Angebot, mit dem Reihenklemmen automatisiert auf einer Tragschiene montiert werden können“, erklärt Bibelhausen. „Dieser ergänzt unser vorhandenes Workplace-Solutions-Angebot für mehr Effizienz im Schaltschrankbau.“

SPE und Smart Cabinet Building

Logo der Initiative Smart Cabinet Building

Ziel der Initiative Smart Cabinet Building ist es, durch die Vernetzung von Technologie und Expertise über alle Prozessschritte Lösungen für die Herausforderungen im Schaltschrankbau bereitzustellen. Daran beteiligt sind neben Weidmüller auch Komax, Zuken und Armbruster Engineering. Weidmüller

Die Vision, den Schaltschrankbau der Zukunft zu gestalten, verfolgt Weidmüller in der Initiative „Smart Cabinet Building“ gemeinsam mit Komax, Zuken und Armbruster Engineering „Damit profitieren unsere Kunden von durchgängigen, aufeinander abgestimmten Lösungen der jeweiligen Spezialisten auf dem Gebiet“, erläutert Dr. Timo Berger, Vertriebsvorstand, der Anfang 2020 zu Weidmüller gewechselt ist. Die Agenda der Initiave lautet „Gemeinsam mit maßgeschneiderten, durchgängigen Lösungen die Potentiale durch die Digitalisierung im Schaltschrankbau heben“. Basis für eine Vernetzung der Prozessschritte soll der digitale Zwilling bilden, als vollständige digitale Beschreibung des Schaltschranks und seiner Komponenten. Eine Einsicht in das Angebot, mehr Informationen zu der Initiative „Smart Cabinet Building“ gibt es unter: www.smart-cabinet-building.com

Auch das Thema Single Pair Ethernet (SPE) kam kurz zur Sprache. Weidmüller ist Teil der Single Pair Ethernet System Alliance, die sich Anfang der Woche präsentierte und sich auf die Fahne geschrieben hat, SPE im Markt zu etablieren

Vorsichtig positiver Ausblick für 2020

Der Ausblick für das Jahr 2020 gestaltet sich aufgrund der aktuellen Lage schwierig. „Bereits zu Beginn des Jahres gab es viele Unsicherheitsfaktoren, die uns verhalten in die Zukunft haben schauen lassen“, so Finanzvorstand André Sombecki. Im ersten Quartal verzeichnete Weidmüller eine Auftragslage auf Vorjahresniveau. Im April hat sich diese allerdings deutlich abgeschwächt.

„Von daher sind wir zufrieden, dass wir trotz aller Unwägbarkeiten, bisher passabel durch diese Krise gehen konnten. Wir sehen die Abschwächung und müssen weiterhin als vorsichtige Kaufleute agieren. Daher ziehen wir weiterhin alle Optionen in Betracht, um auf eine geänderte Situation kurzfristig reagieren zu können. Hierzu wird es auch im administrativen Bereich Kurzarbeit für den Monat Mai geben. Hier fahren wir ‚auf Sicht‘ und wägen alle weiteren Schritte sorgfältig ab”, führt Sombecki weiter aus.