Viele Elektro- und Elektronikunternehmen aber auch Forschungseinrichtungen starten derzeit Initiativen, um technisch beim Kampf gegen das Corona-Virus aufzurüsten. So fahren sie die Produktion von dringend für Beatmungsgeräte benötigten Bauelementen hoch, entwickeln neue einfacher zu implementierende Bauteile oder entwerfen gleich selbst neue Beatmungsgeräte. Wer macht was?

Aktionen gegen das Coronavirus

Wenn Ihr Unternehmen auch Initiativen startet, um das Corona-Virus und dessen Auswirkungen zu bekämpfen, teilen Sie uns dies bitte mit (redaktion@all-electronics.de).

Update am 30.6.2020:

Infineon

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben Infineon und die jeweiligen Landesgesellschaften 22 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 570.000 Euro gefördert oder initiiert, um die Folgen der Pandemie zu mildern und die Menschen vor Ort zu unterstützen.

In Malaysia unterhält Infineon mit seiner Fertigung in Melaka weltweit den weitaus größten Standort, gemessen an der Anzahl der Beschäftigten. Dort spendete Infineon rund 212.000 Euro, um eine digitale Infrastruktur in Krankenhäusern aufzubauen und die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals zu verbessern. So können Ärzte und Pfleger die Patienten betreuen, ohne ihnen direkt gegenüber zu stehen. Weitere Initiativen zu mehr Digitalisierung unterstützte das Unternehmen in Singapur, Österreich und Ungarn, wo Schüler sowie sozial benachteiligte Kinder und Familien Laptops oder PCs erhielten, insgesamt rund 200 Geräte.

Infineon India spendete rund 31.000 Euro an den CARE-Fonds des indischen Premierministers zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Auch unterstützt Infineon India mit rund 59.000 Euro Start-ups, die mit Forschungseinrichtungen an der Entwicklung von Beatmungsgeräten und Systemen zum Absichern der Energieversorgung arbeiten. In den USA sowie in China, Singapur, Malaysia, Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn stellte Infineon medizinische Geräte und Schutzausrüstung zur Verfügung, um das Infektionsrisiko zu verringern.

TTI

TTI verzeichnet als Lieferant für die Herstellung medizinischer Geräte und Gebäudeinfrastrukturen eine steigende Nachfrage nach Spezialbauteilen für Geräte für die Fernzugangskontrolle von Gebäuden und die Sicherheit in öffentlichen Gebäuden und Schulen.

Halle von TTI

TTI stellt eine verstärkte Nachfrage nach Bauteilen für die Zugangskontrolle bei Gebäuden fest. TTI

Diese Bauteile werden ebenfalls für die kontaktlose Temperaturüberwachung und im Rahmen einer allgemeinen Neugestaltung von Beatmungsgeräten mit zusätzlichen intelligenten Funktionen für die Überwachung von Atemwegserkrankungen benötigt.

Update am 25.6.2020:

McAfee

McAfee hat ein Covid-19-Bedrohungs-Dashboard veröffentlicht, das die Anzahl und Art der Sicherheits-Bedrohungen veranschaulicht, die sich Cyber-Kriminelle zunutze machen, um von der Pandemie zu profitieren, sowie die Länder und Sektoren, auf die sie abzielen. Das Dashboard  (der Link befindet sich am Ende des Artikels bei den Weblinks) liefert eine Übersicht über die Art der Bedrohungen, eine Übersicht zu den Erkennungstypen bösartiger Bedrohungen im Laufe der Zeit, Daten zu Ländern mit Covid-19-Malware-Erkennungen sowie die Gesamtzahl der erkannten bösartigen Dateien seit dem 1. Januar 2020. McAfee will das Dashboard täglich um 22.00 Uhr CET mit neuen Erkenntnissen aktualisieren.

NTT Data/Deep Tek

NTT Data und sein indischer Partner Deep Tek nutzen eine KI-Lösung, damit medizinische Befunde auf Basis diagnostischer Bildgebung leichter erhoben werden können. Auf diese Weise wollen die Partner schneller Covid-19 diagnostizieren. Derzeit evaluieren NTT Data und Deep Tek dafür ein Proof of Concept in der Ruby Hall Clinic in Indien.

Update am 22.6.2020:

Kistler

Kistler zeigt in einem Webinar am 1. Juli um 15 Uhr, wie sich die Betriebskosten bei der Herstellung von Medizinprodukten senken lassen und gleichzeitig die Qualitätsstandards hoch bleiben. Die Teilnehmer erfahren, wie sie die Ressourceneffizienz, Prozesssicherheit und Transparenz ihres Produktionsprozesses entlang der gesamten Produktionskette erhöhen können. Weitere Themen sind die Einhaltung der FDA- und MDR-Vorschriften und die Dokumentation. Referenten sind Martin Lack, Florian Pichl und Stephan Vogel. Der Link zur Anmeldung befindet sich am Ende des Artikels unter den Weblinks.

IAV/TU Berlin/ORI Abwassertechnik

Die Berliner Engineering-Firma IAV hat ein Konzept entwickelt, das mittels einer intelligenten Auswertung öffentlich verfügbarer Daten und Analyseergebnissen von Abwasserproben aus dem Kanalisationsnetz Informationen zur Ausbreitung von Covid-19 ableitet. „Im Abwasser ist die Erreger-RNA (Ribonukleinsäure) unmittelbar nachweisbar“, sagte Dr. Matthias Pätsch, verantwortlich für das Business Development Wasserwirtschaft bei IAV. „Führen wir die Daten aus Abwasserproben mit öffentlichen Test- und Infektionsdaten zusammen und werten diese integriert aus, können wir eine Infektionswelle früher erkennen und genauer lokalisieren als bislang möglich.“

IAV kooperiert bei diesem Projekt mit der Technischen Universität Berlin (Institut für Siedlungswasserwirtschaft) und ORI Abwassertechnik, ein Hersteller automatisierter Probenehmer mit Datenfernübertragung für Kanalsysteme. Eine IoT-Plattform von IAV erfasst unter Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzvorschriften die öffentlich verfügbaren Gesundheitsdaten von Ämtern und weiterer öffentlicher Institutionen sowie die Daten der vernetzten Probenehmer, wertet diese in Echtzeit aus und bildet das Ergebnis auf einer topografischen und individuell skalierbaren Karte ab.

Um zu identifizieren, wo die Probenehmer in der Kanalisation positioniert werden sollten, untersucht und testet IAV die Nutzung einer künstlichen Intelligenz auf Basis eines Bayesschen Netzes. Mit Hilfe initialer Probenahmen im Klärwerk und in der Kanalisation, historischer Daten früherer Infektionsausbreitungen sowie Daten über Infektionsherde aus Humantests kann die Wahrscheinlichkeit für positive Proben an einem bestimmten Punkt im Kanalsystem berechnet werden. Ziel ist es dann, in dem mitunter von tausenden Zu- und Abflüssen gespickten Kanalsystem weitergehende Proben an jenen Knotenpunkten zu nehmen, die eine hohe Trefferquote versprechen – und damit eine besonders hohe Aussagekraft für die Lokalisierung eines Infektionsgeschehens besitzen.

Update am 16.6.2020:

SAP/Deutsche Telekom/RKI/Bundesregierung/Fraunhofer Gesellschaft/Helmholtz-Zentrum CISPA

Die deutsche Corona-Warn-App, die Deutsche Telekom und SAP im Auftrag der Bundesregierung entwickelt haben, ist erhältlich. Sie steht seit heute früh zum kostenlosen Download im App Store von Apple beziehungsweise im Google Play Store zur Verfügung.

Die App soll helfen, Infektionsketten schneller und umfassender zu erkennen und zu unterbrechen. Sie nutzt die Bluetooth-Low-Energy-Technik, um den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Personen zu messen, die die App installiert haben. Die Mobilgeräte „merken“ sich Begegnungen, wenn die vom Robert-Koch-Institut (RKI) festgelegten Kriterien, insbesondere zu Abstand und Zeit, erfüllt sind. Dann tauschen die Geräte untereinander Zufallscodes aus. Werden Personen, die die App nutzen, positiv auf das Coronavirus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Dann werden die Zufallscodes des Infizierten allen Personen zur Verfügung gestellt, die die Corona-Warn-App aktiv nutzen. Wenn die App installiert ist, prüft sie, ob der Nutzer Corona-positiv getestete Personen getroffen hat. Falls das der Fall ist, zeigt die App eine Warnung an.

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung wird vom RKI herausgegeben. Sie basiert auf einer dezentralen Softwarearchitektur. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Zentrum CISPA standen den Entwicklungsunternehmen dabei zur Seite. Auch der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik waren an der Entwicklung der Corona-Warn-App beteiligt. Zudem wurde die Öffentlichkeit an der Entwicklung der App beteiligt: Um Transparenz zu erreichen, wurden alle Bestandteile und Codes der App auf der Open-Source-Plattform Github veröffentlicht. Auch wurde die Community zur aktiven Gestaltung und Kritik an den Entwürfen eingeladen.

Update am 10.6.2020:

EDAG/Clean Tec-Lighting

EDAG wird mit der Produktion eines neuen Luftentkeimungssystems beginnen. Das patentierte System zur stetigen Luftreinigung auf UV-C-Basis eliminiert Keime und Viren aller Art. Ziel ist es, vorhandene Keime in Büroräumen, Altenheimen, Krankenhäusern und Verkehrsmitteln wie Bahnen, Bussen, Flugzeugen, Schiffen und Automobilen aktiv zu reduzieren. Den Auftrag für die Produktion erhielt das Engineering-Unternehmen für die Automobilindustrie von Clean Tec-Lighting (CTL) in Leisnig.

EDAG produziert im Auftrag von Clean Tec-Lighting Luftentkeimungssysteme.

EDAG produziert im Auftrag von Clean Tec-Lighting Luftentkeimungssysteme. EDAG, Clean Tec-Lighting

Im ersten Schritt steht die Produktion des Clean Tec Systems sowie von Einheiten zur Nachrüstung von Bahnen und Automobilen im Fokus. „Eines unserer Hauptziele ist es, den öffentlichen Personennahverkehr in Europa durch aktive Reduzierung von gefährlichen Keimen, also durch Präventionsmaßnahmen, sicherer zu machen“, erläutert Michael Passi, Geschäftsführer der CTL.

Zukünftig sollen mobile und stationäre Bereiche durch die UV-C Technologie gegen die Ausbreitung von Keimen eingesetzt werden und einen positiven Mehrwert für alle Passagiere erzeugen. „Jeder Mensch sollte mit einem besseren Gefühl in einen Zug oder einen Bus einsteigen. Die aktive Reduzierung und nicht das Sammeln von Keimen mittels Filtern ist hierbei unser Lösungsansatz“, ergänzt Passi.

Als weiteres Szenario wird die Adaption und Integration dieses Systems in Automobilen angestrebt, um nicht nur die Luftqualität zu verbessern, sondern auch die Keim-Virenbelastung im Fahrzeuginnenraum signifikant zu reduzieren.

„Dies sollte sich zukünftig – insbesondere für Taxis, Mietwagen und die Shared Mobility – zu einem Standard entwickeln, um ein Höchstmaß an Sicherheit für den Kunden zu gewährleisten“, fügt Frank Schmidt, EDAG-Geschäftsbereichsleiter, hinzu. In dieser Funktion wird er mit seinem Team am Standort Ingolstadt die technische Entwicklung für die Integration des Systems in Fahrzeuge sowie den Vertrieb im Umfeld der Automobilhersteller koordinieren.

Update am 28.5.2020:

FIT Additive Manufacturing Group

Die FIT Additive Manufacturing Group hat eine wiederverwendbare Atemschutzmaske für Kinder entwickelt. Zwischen zwei leicht zu reinigenden Kunststoffkörbchen des Filterträgers aus hautverträglichem PE wird ein auswechselbares Filtermaterial eingelegt. In Frage kommt dafür ein Papiertaschentuch, das nach Gebrauch weggeworfen wird, aber auch Baumwollstoff, der bei mindestens 60 °C waschbar sein sollte.

FIT stellt wiederverwendbare Kindermasken aus Kunststoff her.

FIT stellt wiederverwendbare Kindermasken aus Kunststoff her. FIT

Im Unterschied zu genähten Stoffmasken steht die Kunststofflösung nach der Desinfektion der Körbchen sofort wieder bereit und muss nicht erst gewaschen, getrocknet und eventuell noch gebügelt werden. Sterilisiert werden können die Körbchen unterwegs mit Desinfektionsspray und daheim in kochendem Wasser oder im Dampfsterilisator. Ein wichtiges Feature ist das Luftreservoir, denn die Körbchen sorgen für einen ausreichenden Abstand von Mund und Nase zum Filtermaterial, und gerade beim Rennen behindert keine eng anliegende Schicht das Luftholen.

Update am 26.5.2020:

Sherpa Mobile Robots/Devea

Sherpa Mobile Robots, das zu dem französischen Unternehmen Norcan gehört, und Devea bieten einen Roboter mit Desinfektionssystem an, der große Anlagen in Unternehmen behandeln kann. Dieser soll dazu beitragen, dass Covid-19-Viren im Industrieumfeld abgetötet und dabei die Mitarbeiter geschützt werden.

Sherpa Mobile Robotics hat einen Roboter zum Desinfizieren von großen Anlagen entwickelt.

Sherpa Mobile Robotics hat einen Roboter zum Desinfizieren von großen Anlagen entwickelt. Sherpa Mobile Robotics

Der Sherpa-Roboter ist mit einer Sprühvorrichtung ausgestattet, die einen trockenen Sprühnebel erzeugt. Das Desinfektionsmittel basiert auf Wasserstoffperoxid und soll 99,99 Prozent der Viren vernichten.

Update am 25.5.2020:

Harting

Die Harting-Technologiegruppe hat einen ersten Hygiene-Automaten im Kampf gegen Covid-19 ausgeliefert. Das unter dem Namen Harting Prevent produzierte Ausgabegerät bietet diverse Hygieneartikel für den Sofortbedarf wie Gesichtsmasken, Desinfektionstücher und Einmalhandschuhe, die auf Knopfdruck ausgewählt und kontaktlos bezahlt werden können.

Harting hat seinen ersten Hygiene-Automaten ausgeliefert.

Harting hat seinen ersten Hygiene-Automaten ausgeliefert. Harting

Ein erster Prototyp dieser Ausgabegeräte wurde nun in dem E-Center Hartmann im ostwestfälischen Stemwede-Levern aufgestellt. Als weitere mögliche Standorte eignen sich nach Angaben des Unternehmens Eingangsbereiche von Bürgerbüros, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kirchen oder die Wartebereiche von Ärzten, Bahnhöfen, Flughäfen sowie die Lobby von Hotels, Theatern und Kinos.

Texas Instruments

Texas Instruments (TI) hat dem Medizintechnik-Unternehmen Masimo geholfen, die Produktion seines Patientenüberwachungsgerätes namens Safety Net zügig aufzunehmen. Ein Armband des Unternehmens mit einem Chip von TI kann die Vitalfunktionen von Patienten, bei denen eine Infektion mit Covid-19 nur milde verläuft, in den eigenen vier Wänden überprüfen. Bislang lieferte TI so viel Material, dass weltweit einige hunderttausend Überwachungsgeräte produziert werden könnten.

Texas Instruments unterstützte Masimo bei der Produktion eines Patientenüberwachungssystems.

Texas Instruments unterstützte Masimo bei der Produktion eines Patientenüberwachungssystems. Texas Instruments

Und als der Hersteller von biomedizinischer Elektronik im chinesischen Shenzhen, Mindray, Hilfestellung bei der Notproduktion von Röntgengeräten benötigte, reagierte TI schnell auf die erhöhte Nachfrage und unterstützte das Unternehmen bei der Koordination seiner Produktion sowie bei der Priorisierung des Bedarfs. Die medizinischen Ausrüstungen dieses Anwenders konnten dadurch zügig produziert und an Krankenhäuser in jenen Regionen in China und Italien ausgeliefert werden, die am stärksten vom Corona-Virus betroffen waren.

Anwender setzen auch die mmWave-Radartechnologie von TI ein, um Massenscreening-Geräte wie etwa Symptom Sense zu entwickeln. Diese Lösung ist dafür ausgelegt, stündlich Hunderte von Menschen auf Krankheitssymptome zu testen. Der Sensor soll schnell grundlegende Vitalzeichen wie die Herz- und Atemfrequenz überprüfen, die auf eine Erkrankung hindeuten könnten.

Vector Informatik/Vector Stiftung/Bauder Stiftung

Vector Informatik, die Vector Stiftung und die Bauder Stiftung spenden gemeinsam für mobile Endgeräte, um bedürftigen Schülern in Corona-Zeiten das Lernen auf Distanz zu ermöglichen.

Die Corona-Krise stellt die Schulen in Hinblick auf digitale Ausstattung und digitalen Unterricht vor enorme Herausforderungen. Die Lehrkräfte bemühen sich, digitalen Unterricht zu ermöglichen. Dass sie dabei nicht alle Schüler erreichen, bereitet ihnen Kopfzerbrechen. Nicht alle Familien haben zu Hause einen PC oder mehrere digitale Endgeräte für mehrere Kinder. Hier setzt die Spendenaktion an, um Kindern und Jugendlichen Bildungschancen unabhängig von ihrer Herkunft zu ermöglichen.

Vector und die Vector Stiftung richteten eine Bedarfsabfrage an Gemeinschaftsschulen, Werkreal- und Realschulen in der Region Stuttgart. Über 40 Schulen in der Region Stuttgart erhalten insgesamt ein Betrag über 400.000 Euro für rund 1000 Rechner für Schüler aus einkommensschwachen Familien.

„Höchst willkommen ist in dieser prekären Situation die Unterstützung für die Anschaffung schulischer Computer für den Verleih an bedürftige Kinder“, sagte Stefanie Lenuzza, Rektorin der Körschtal Gemeinschaftsschule in Stuttgart Plieningen. Ohne langwierige Anträge und Berichte werde den betroffenen Schülerinnen und Schülern der Körschtal Gemeinschaftsschule damit umgehend geholfen. Durch ein Leihgerät aus dieser Spendenaktion könnten die Schülerinnen und Schüler wieder am digitalen Bildungsangebot unserer Schule teilnehmen. Jetzt könnten alle bei Videokonferenzen mitreden, Lernpakete downloaden, Lernkurse absolvieren, Arbeitsblätter bearbeiten und eigene Präsentationen erstellen.

Die mobilen Endgeräte sollen möglichst schnell bei den Schülern ankommen. Innerhalb weniger Tage, nachdem die Schulen die benötigten Kontoinformationen übermitteln, erhalten die Schulen die Geldspende. „Wir haben uns für die Geldspenden entschieden, damit jede Schule individuell zu ihrem Remote-Konzept mobile Endgeräte anschaffen und an bedürftige Schüler verleihen kann“, sagt Dr. Helmut Schelling, einer der drei Gründer von Vector Informatik, Stifter und Stiftungsrat der Vector Stiftung.

 

Update am 22.5.2020:

RS Components/Barth Elektronik

RS Components und Barth Elektronik haben ein Maker-Projekt realisiert, das Geschäftsinhaber und Betreiber von gewerblichen Einrichtungen in die Lage versetzt, die Anzahl der Personen, die einen Raum betreten und verlassen, zu erfassen. Aufgrund dieser Werte zeigt das Projekt People Counter an, wann zusätzliche Personen bei Einhaltung des empfohlenen Abstands zu anderen Personen eintreten können.

Das Maker-Projekt People Counter ermöglicht es, die Besucher eines Geschäfts zu zählen.

Das Maker-Projekt People Counter ermöglicht es, die Besucher eines Geschäfts zu zählen. RS Components

Zwei photoelektrische Näherungssensoren oder Lichtschranken erfassen dabei die Bewegungsrichtung, während eine Miniatur-SPS die im Geschäft befindliche Personenzahl in Echtzeit berechnet. Ein passwortgeschützter CAN-Touchscreen dient zur Voreinstellung des maximalen Personenlimits und übernimmt auch die Rolle einer Ampel. Er leuchtet grün, wenn der Zugang gewährt wird, und rot bei Verweigerung des Zugangs. Er gibt auch einen akustischen Alarm. Die Miniatur-SPS verarbeitet die Daten und steuert die Anzeige. Ein Link zu einer Anleitung für das Projekt People Counter befindet sich am Ende dieses Artikels.

„Die Einschränkung der gleichzeitig im Geschäft befindlichen Personen auf ein vertretbares Maximum kann die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sich das Virus durch menschlichen Kontakt weiter ausbreitet“, sagte der CEO von Barth Elekronik, Daniel Barth, der die Anwendung entwickelt hat. Es sei wichtig gewesen, eine präzise, ​​kontaktlose Lösung zu finden, die die öffentliche Gesundheit schützt und gleichzeitig die Kosten vermeidet, die mit der Einstellung von zusätzlichem Personal zur manuellen Überwachung der Obergrenzen verbunden wären.

Congatec/West Pond

Congatec würdigt die AV-Headend Technologie von West Pond Technologies, die es ermöglicht, dass Bewohner von Seniorenheimen in Zeiten von Covid-19 täglich Informationen aus ihrer Gemeinschaft per Stream direkt auf ihre Zimmer bekommen und sich nicht mehr so isoliert fühlen. Denn diese AV-Headend-Systeme fügen Kabelfernsehsystemen lokale Informationskanäle hinzu.

Die AV-Headend Technologie von West Pond Technologies ermöglicht es, dass Bewohner von Seniorenheimen zusätzlich lokale Informationen zu ihrem Kabelfernsehprogramm erhalten.

Die AV-Headend Technologie von West Pond Technologies ermöglicht es, dass Bewohner von Seniorenheimen zusätzlich lokale Informationen zu ihrem Kabelfernsehprogramm erhalten. Congatec

Die West-Pond-Plattform basiert auf der Technologie von Congatec. Sie erlaubt es, beliebige Quellen wie Digital Signage-Player, HDMI-Aufnahmegeräte, HF-Modulatoren für die Einblendung in Fernsehkanäle, HF-Verstärker, DVD-Player sowie Fernsehmonitore und PCs zu nutzen.

Update am 14.5.2020:

Katek Goup

Die Katek Group hat 11.000 FFP-2-Masken an lokale Kliniken und Pflegeheime gespendet. Den medizinischen Mundschutz im Wert von 35.000 Euro übergaben Vertreter des Unternehmens an das München Stift, das Krankenhaus Barmherzige Brüder München, das Klinikum Memmingen und die Kinderintensivpflege Spitz Michl in Bad Grönenbach.

Die Katek Group spendet FFP-2-Atemschutzmasken zum Beispiel an die Kinderintensivpflege Spitz Michl.

Die Katek Group spendet FFP-2-Atemschutzmasken zum Beispiel an die Kinderintensivpflege Spitz Michl. Katek Group

Derweil fertigt der Elektronikdienstleister an drei Standorten das elektronische Herz für die Beatmungs- und Blutanalysegeräte mehrerer Hersteller, die dringend benötigt werden.

Update am 28.4.2020:

Powerbox

Der Anbieter von Stromversorgungen Powerbox hat eine Task Force gebildet, die sicherstellen soll, dass Medizingeräte-Hersteller versorgt werden und die etablierten Abläufe mit den Anwendern aufrecht erhalten bleiben. So stockte Powerbox die Belegschaft in europäischen Produktionsstätten auf, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, wenn es logistische Probleme in Asien gibt. Zum Beispiel baute das Unternehmen seine schwedische Fertigungsstätten aus und nutzt zusätzliche Ressourcen durch das Fertigungsteam in Bremen. Die Stromversorgungslösungen werden zum Beispiel in medizinischen Geräten wie Beatmungsgeräten, Infusionspumpen, Patientenfernüberwachungslösungen, Anästhesiegeräten, Ultraschall-, MRT- und mobilen Röntgengeräten eingesetzt.

Update am 27.4.2020:

Protolabs, Michelin

Michelin hat mit Unterstützung durch Protolabs 10.000 sterilisierbare, wiederverwendbare Gesichtsschilde an zwei der größten französischen Universitätskliniken geliefert.

Protolabs hat zusammen mit Michelin Gesichtsschilde entwickelt, die an zwei französische Krankenhäuser übergeben wurden.

Protolabs hat zusammen mit Michelin Gesichtsschilde entwickelt, die an zwei französische Krankenhäuser übergeben wurden. Protolabs

Zuvor war es nötig, die richtigen Materialien zu identifizieren, benötigte Komponenten zu beschaffen und eine schnelle Produktion aufzubauen, da der Gesichtsschutz vollständig aus Polycarbonat besteht. Diese Aufgabe nahm Michelin zusammen mit dem Hersteller von Kleinserien und Prototypen mittels 3D-Druck, CNC-Fräsen und Spritzguss in Angriff. Grundlage für die Masken ist ein Open-Source-Modell für Gesichtsschilde von Prusa, das vor allem in der Tschechischen Republik weit verbreitet ist. Dieses wurde von Michelin optimiert. Die von Protolabs genutzten Spritzgussformen stellt das Unternehmen nun auch anderen französischen Herstellern zur Verfügung.

Volkswagen

Volkswagen liefert medizinische Materialien entsprechend einer Rahmenvereinbarung mit dem Bundesgesundheitsministerium. In den nächsten Wochen erwartet der Automobilhersteller Lieferungen von Millionen von Schutzmasken.

Zudem spendet der Konzern Güter für medizinische und Pflegeeinrichtungen im Wert von rund 40 Millionen Euro. Dabei handelt es sich ebenso um Schutzmasken in der Größenordnung von 5 Millionen Stück, um 250.000 Paar Schutzhandschuhe, um 18.000 Schutzanzüge, um Desinfektionsmittel und Fieberscanner.

KIT

Das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) des KIT sammelt zusammen mit der Risklayer GmbH,  einer Analysedatenbank zur Risikobewertung, aktuelle Daten über die Entwicklung der Corona-Pandemie. Das Team bietet in Karten einen schnellen Überblick über die Ausbreitung des Virus in Deutschland und weltweit. Zudem werden Risikogebiete bis hinunter zur Kreisebene identifiziert. Bisher hat das Team mit der Scraping-Methode – also dem Zusammenführen von Informationen durch gezieltes Sammeln der benötigten Daten von Webseiten – über 5000 Datenquellen analysiert. Diese Daten fließen auch in die viel zitierten Zahlen der Johns-Hopkins-Universität ein.  „Momentan gibt es kein offenes Portal, das auf Kreisebene die Daten bündelt und auswertet – deshalb machen wir das“, sagt James Daniell, Wissenschaftler des KIT und Mitgründer des Spin-offs Risklayer GmbH.

Update am 22.4.2020:

AMD, Lawrence Livermore National Laboratory, Pengiun Computing

AMD, das Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) und Penguin Computing haben Pläne vorgelegt, wie der nicht klassifizierte Corona-Hochleistungs-Rechencluster (HPC) des Labors aufgerüstet wird, um die Covid-19-Forschung zu unterstützen. AMD wird seine Radeon Instinct MI50-Beschleuniger für den Rechencluster beisteuern, die die Spitzenleistung des Systems nahezu verdoppeln soll. Mit der Aktualisierung verfügt das System voraussichtlich über eine Rechenleistung von mehr als 4,5 PFLOPS. Genutzt wird das Corona-System von LLNL-Forschern und dem Covid-19 HPC-Konsortium: Dabei handelt es sich um eine öffentlich-private Partnerschaft, die Wissenschaftlern, die sich im Kampf gegen Covid-19 engagieren, kostenlose Rechenzeit und Ressourcen zur Verfügung stellt.

Pöppelmann

Pöppelmann bringt unter dem Namen Faire Masken kostengünstige Mund-Nasen-Bedeckungen auf den Markt.

Pöppelmann bietet Gesichtsmasken an, die nur wenig Vlies benötigen.

Pöppelmann bietet Gesichtsmasken an, die nur wenig Vlies benötigen. Pöppelmann

Durch ihre Gestaltung liegen die Masken enger am Gesicht an als beispielsweise ein improvisierter Mundschutz aus Stoff. Während andere Masken vielfach komplett aus Vliesmaterial bestehen, ist für die Nutzung dieser Maske jeweils nur ein kleines Stück nötig. Die Masken können im Webshop des Unternehmens bestellt werden.

RS Components, Allied Electronics & Automation

RS Components und Allied Electronics & Automation, Handelsmarken von Electrocomponents, öffnen ausgewählten Anbietern Zugang zu ihrem globalen Distributionssnetz, um wichtigen Anforderungen im Bereich der Produktversorgung nachzukommen.

Der CEO von Electrocomponents, Lindsley Ruth, bietet ausgewählten Firmen und Institutionen an, den Distributionskanal des Unternehmens zu nutzen.

Der CEO von Electrocomponents, Lindsley Ruth, bietet ausgewählten Firmen und Institutionen an, den Distributionskanal des Unternehmens zu nutzen.

Auf diese Weise will das Unternehmen praktische Unterstützung bieten, da viele Versandkanäle aufgrund der Covid-19-Pandemie zunehmend unter Druck geraten. So soll die Versorgung von wichtigen Bereichen aufrecht erhalten werden. Das Unternehmen denkt an den öffentlichen Sektor, aber auch an die Versorgung mit Lebensmitteln. Hinzu kommen die Sektoren Stromerzeugung und öffentliche Versorgung. Wie dies praktisch funktionieren kann, zeigt ein Beispiel der Zusammenarbeit von RS mit dem Lieferanten Ebm-Papst. Durch die Kooperation gelang es, den dringenden Bedarf an Komponenten des britischen Unternehmens Kbiosystems zur Entwicklung neuer Geräte zum Testen und Entwickeln von Impfstoffen zu decken.

Update am 21.4.2020:

Block Transformatoren-Elektronik

Block Transformatoren-Elektronik hat innerhalb kurzer Zeit in den beiden Verdener Werken über 200 Transformatoren zur Versorgung medizinisch genutzter Räume in Krankenhäusern und Behelfseinrichtungen in England, Irland und Polen gefertigt.

Block Transformatoren-Elektronik hat in kurzer Zeit 200 Transformatoren für Krankenhäuser hergestellt.

Block Transformatoren-Elektronik hat in kurzer Zeit 200 Transformatoren für Krankenhäuser hergestellt. Block

Weltweit werden Intensivstationen in Kliniken erweitert und Behelfskrankenhäuser errichtet. Zeit ist dabei ein wichtigstes Kriterium, jeden Tag und jede Stunde wird vor Ort gearbeitet. Die Produktionsmitarbeiter von Block sind sogar im 3-Schichtsystem tätig, um neben den regulären Aufträgen Komponenten für die Medizintechnik und andere systemrelevante Branchen zu fertigen.

Update am 20.4.2020:

Spectaris

Der Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik  Spectaris fordert, dass Passagier- und Bundeswehrflugzeuge kurzfristig für den Frachttransport umgerüstet werden. Denn die aktuelle Verknappung bei den Luftfrachtkapazitäten führe zu bis zu fünffach höheren Transportkosten und bedrohe die wichtigen Im- und Exportrouten in die USA und nach China. Die Güter würden üblicherweise auch als Beifracht mit Passagierflugzeugen transportiert, die allerdings zur Eindämmung des Corona-Virus massiv reduziert wurden.

Spectaris: Der Industrieverband fordert, Flugzeuge zu Frachtflugzeugen umzurüsten, so dass Transporte von Medizintechnik wieder kostengünstiger werden.

Spectaris: Der Industrieverband fordert, Flugzeuge zu Frachtflugzeugen umzurüsten, so dass Transporte von Medizintechnik wieder kostengünstiger werden. Spectaris

Für die Umrüstung der Flugzeuge seien laut Spectaris staatliche Anreize und Unterstützungsleistungen erforderlich. Zudem sollten krisenrelevante Güter wie Labor- und Medizintechnik bevorzugt an den Flughäfen abgefertigt werden.

„In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass vor allem die Medizintechnik sowie die Analysen-, Bio- und Labortechnik samt ihrer Zulieferer einen unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen das Corona-Virus leisten“, sagte Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer.  Damit das auch so bleibe, müssten internationale Lieferketten erhalten bleiben und das zu bezahlbaren Kosten.

Messe Stuttgart

Die Messe Stuttgart muss Veranstaltungen im Ausland verschieben. Die R + T South America wird zusammen mit der Glass South America von 5. bis 8. November 2020 in Sao Paulo stattfinden. Und die nächste R+T Asia ist für den 16. bis 18. März 2021 auf dem größten Messegelände in Shanghai, dem National Exhibition and Convention Center (NECC), geplant.

Update am 17.4.2020:

dSPACE

dSPACE spendet 60.000 Euro an drei gemeinnützige Paderborner Einrichtungen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind: die Tafel Paderborn,  KIM – Soziale Arbeit e.V. und das Frauenhaus Paderborn. Das Unternehmen hat zudem 500 Gesichtsmasken, die es über seine asiatischen Landesgesellschaften erworben hat, für Altenheime zur Verfügung gestellt. Bald wird eine Lieferung von Schutzmasken mit einer höheren Schutzklasse erwartet, die ebenfalls gespendet werden.

Update am 16.4.2020:

Würth Elektronik Eisos

Würth Elektronik Eisos hat eine Task Force gegründet, um die bevorzugte Versorgung von Herstellern medizinischer Geräte zu gewährleisten. Einige der Elektronikbauteile des Unternehmens sind wichtige Komponenten in der Medizintechnik, teilweise auch im Bereich der Intensivmedizin. Die Task Force dient als zentrale Anlaufstelle für Medizintechnikhersteller und Unternehmen, die aktuell ihre Fertigung auf dringend benötigte Geräte umstellen. Sie arbeitet eng mit diesen zusammen, ermittelt deren vielfach stark gewachsenen Bauteilebedarf und priorisiert die entsprechenden Auslieferungen.

PIA Automation

Der Maschinenbauer PIA Automation aus Amberg hat innerhalb weniger Wochen nach Ausbruch der Krise zunächst am Standort in China zwei stillgelegte Produktionslinien wieder in Betrieb genommen  und auf die vollautomatische Fertigung von bis zu 140.000 Schutzmasken pro Tag umgerüstet. Mit dem Know-how aus diesem Pilotprojekt arbeitet der oberpfälzische Maschinenbauer mittlerweile an zahlreichen Folgeaufträgen und stellt selbst neue Montagelinien in Deutschland für die Fertigung von Gesichtsmasken her. In wenigen Wochen steht die erste Auslieferung auf der Agenda. Damit lassen sich mehr als 1 Million Atemschutzmasken pro Tag herstellen.

EDAG, Möller Medical, Göttlicher

Die EDAG Group hat die Alltagsmaske Mask4all entwickelt. Zusammen mit normalen haushaltsüblichen Stoffen oder freiverkäuflichen medizinischen Vliesmaterialien können aus dem Set Atemmasken montiert werden, die zur Covid-19-Eindämmung beitragen sollen. Die Atemmasken sind zur Selbstmontage für gewerbliche Kunden, kommunale Einrichtungen und Privatpersonen gedacht, um die angespannte Versorgungslage zu entlasten. Um neben den 15.000 Mitarbeitern der Firmen EDAG, Möller Medical / Centrotec SE und Göttlicher auch weiteren Abnehmern den Zugang zur Mask4all zu ermöglichen, sind Vereinbarungen zwischen den Unternehmen geschlossen worden. Die Projektpartner stellen seit Mitte April im Spritzgussverfahren die Maske in großen Stückzahlen her und vertreiben sie über ihre Verkaufskanäle und ihre Partnerunternehmen.

Renesas

Renesas Electronics hat ein neues Open-Source-Referenzdesign für Beatmungssysteme vorgestellt, mit dem einbaufertige Boards für medizinische Beatmungssysteme schnell entworfen werden können sollen. Unter Berücksichtigung mehrerer Open-Source-Designs für Beatmungsgeräte, darunter dem Medtronic PB560, entwickelte das Unternehmen ein einfach zu implementierendes Referenzdesign, das  aus drei Boards besteht. Es steuert das Atemzugvolumen und die Gasmischung, die dem Patienten zugeführt wird, und überwacht gleichzeitig den Zustand des Patienten. Das Referenzdesign basiert auf 20 ICs von Renesas, bestehend aus Mikrocontrollern (MCU), Leistungs- und Analog-ICs, die viele der elektrischen Funktionen der Signalkette des Beatmungsgeräts steuern. Das Systemdesign umfasst ein Sensorboard, ein Motorsteuerungsboard und Bluetooth-Konnektivität. Damit soll medizinisches Fachpersonal mehrere Patienten gleichzeitig über ein Tablet oder ein anderes mobiles Gerät überwachen können.

Home-Learning für Audi-Azubis

Seit fast vier Wochen sind die rund 2400 Audi-Azubis an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm Corona-bedingt beim Home Learning. Die Audi-Akademie verhindert damit das Zusammenkommen größerer Gruppen in den Bildungszentren in Ingolstadt und Neckarsulm. Bereits Zum Ausbildungsstart im September 2019 hatte das Unternehmen eine neue Lernplattform eingeführt. „Wir erleben bei Audi gerade einen regelrechten Push in punkto digitales Lernen“, sagt Christoph Hermreck, der bei Audi für die Koordination der Berufsausbildung verantwortlich ist.

New Tec

New Tec stellt derzeit mit seinen 3D-Druckern, die normalerweise im Einsatz sind, um schnelle Prototypen herzustellen (Rapid Prototyping), Rahmen für Gesichtsschilde zum Schutz gegen Sars-CoV-2-Infektionen her.

Update am 15.04.2020:

Igus

Igus fertigt per Spritzguss Kopfbänder für Gesichtsschilde. Damit löst das Unternehmen ein Problem, das bei der Herstellung von Kopfbändern mit 3D-Druckern nach dem Konzept der Firma Prusa entstanden ist. Denn mit 3D-Druckern dauert die Fertigung lange. Mit recyceltem Material aus Iglidur A200 sollen in der Kölner Fabrik in der Woche bis zu 10.000 Kopfbänder produziert werden. Die ersten 100.000 will das Unternehmen kostenlos zur Verfügung stellen.

Zollner Elektronik

„Wir setzen alles in Bewegung, um die Lieferkette für die dringend benötigten Geräte aufrechtzuerhalten: damit Krankenhäuser neue Beatmungsgeräte bekommen und Labore weitere Geräte, mit denen sie die Anzahl der Tests steigern können“, sagt Erwin Stöckinger, Leiter des zuständigen Geschäftsbereichs bei Zollner Elektronik. Das Unternehmen liefert seine Produkte an mehr als 50 Anwender, die systemrelevant sind.

Zollner Elektronik stellt drei Systeme für Qiagen her, die Proben für Covid-19-Tests aufbereiten.

Zollner Elektronik stellt drei Systeme für Qiagen her, die Proben für Covid-19-Tests aufbereiten. Zollner Elektronik

Zollner produziert beispielsweise Module für die Energieversorgung und für das Back-up der Luftversorgung für Beatmungssysteme eines großen deutschen Medizintechnikherstellers. Und im Auftrag des Biotech-Konzerns Qiagen stellt das Unternehmen drei verschiedene Systeme her, die Proben für Covid-19-Tests aufbereiten. Die Geräte übernehmen das automatische Pipettieren und befreien die DNA in den Proben von Verunreinigungen, damit eindeutig festgestellt werden kann, ob es sich um Virus-DNA handelt.

Update am 14.04.2020:

CUI Devices

CUI Devices bearbeitet bevorzugt Aufträge aus der medizinischen Industrie, bei denen es um die Bekämpfung des Corona-Virus geht. Auch beschleunigt der Anbieter elektronischer Bauelemente die Lieferung kostenloser Muster an OEMs, Hersteller, Freiwillige und Organisationen, die medizintechnische Geräte entwickeln, die für die Bekämpfung von Covid-19 von Bedeutung sind, zum Beispiel Beatmungsgeräte, Blutanalysegeräte, Testgeräte, Patientenmonitore, Bildgebungssysteme und medizinische Geräte für den Heimgebrauch.

Maxim Integrated

Maxim Integrated passt seine Produktionskapazitäten an und gibt den Produkten den Vorrang, die in medizinischen Geräten zur Diagnose und Behandlung von Covid-19-Patienten verwendet werden. Die Halbleiterbausteine des Unternehmens werden unter anderem eingesetzt in Virenerkennungssystemen, bei Ultraschallgeräten, in Analyse- und Laborgeräten, in Beatmungsgeräten sowie in Geräten für die Patienten-Fernüberwachung, bei der intravenösen Blutuntersuchung, in Temperaturaufzeichnungsgeräten beim Einsatz wichtiger Covid-Medikamente, in Pulsoxymetern, Remote-Infrarot-Thermometern, Blutzuckermessgeräten für Diabetiker und in Anästhesiegeräten. Auch spendete Maxim Integrated N95-Masken an Krankenhäuser in Portland und im Silicon Valley und unterstützt andere betroffene Regionen durch Spendenaktionen. Das Unternehmen hat Schutzausrüstungen für Beschäftige in Cavite auf den Philippinen verteilt, die direkten Kundenkontakt haben, und offeriert wöchentliche Nahrungsmittelzuwendungen für die Region.

ZF Friedrichshafen

ZF Friedrichshafen beginnt zusammen mit Detroit Sewn mit der Produktion von Atemschutzmasken in Romeo, Michigan, und in Chihuahua, Mexiko. Die Partner fertigen diese Masken für Menschen, die ein hohes Infektionsrisiko haben, aber nicht die Möglichkeit, diesen Schutz irgendwo anders zu beziehen. Mehrere Produktionslinien an beiden Standorten sollen täglich Tausende von Masken herstellen.

Bei ZF gibt es mehrere Initiativen im Kampf gegen Covid-19.

Bei ZF gibt es mehrere Initiativen im Kampf gegen Covid-19. ZF Friedrichshafen

Zudem nutzen Mitarbeiter von ZF in Pamplona 3D-Drucker, um Schutzmasken zu realisieren, die anschließend dem Roten Kreuz gespendet werden. Und in Trnava in der Slowakei produzieren ZF-Mitarbeiter mit 3D-Druckern Komponenten für Gesichtsschilde, um Krankenhäuser und andere Einrichtungen zu unterstützen.

Sensirion

Sensirion hat nach intensiver Arbeit in den vergangenen Wochen einen für Beatmungsanwendungen optimierten Durchflusssensor SFM3019 zur Marktreife gebracht. Der Sensor für Beatmungsgeräte ermöglicht eine hohe Skalierbarkeit sowie eine einfache Integration in Beatmungsgeräte. Das Design des Flow-Kanals führt zu einem sehr geringen Druckabfall durch das Sensorelement, wodurch es sich gut für medizinische Beatmungsgeräte eignet.

Update am 12.04.2020:

Melitta

Melitta stellt Teile seiner Produktion um und hat innerhalb von einer Woche bereits eine Million Atemschutzmasken produziert. „Mit unseren Produktionskapazitäten sind wir in der Lage, in kürzester Zeit sehr hohe Mengen an Atemmasken herzustellen“, sagte Jero Bentz, Mitglied der Unternehmensleitung der Melitta Group. Das Unternehmen produziert auch Filtermaterialien für andere Bereiche, beispielsweise Vormaterialien für Luftfilter, auch für den medizinischen Sektor.

Melitta hat bereits eine Million Atemschutzmasken hergestellt.

Melitta hat bereits eine Million Atemschutzmasken hergestellt. Mellita

Die Atemmaske hat die Form der Filtertüten des Unternehmens mit „sehr guten Filtrations-, Atem- und Trageeigenschaften“. Sie besteht aus einem dreilagigen Vlies, welches eine Meltblownlage enthält, die bereits den OP-Masken-Standard gemäß EN14683 mit einer Bakterien Filtrations-Effizienz (BFE) > 98% erfüllt. Befestigt werden diese Masken im ersten Schritt mit einem Clip oder Gummibändern. Melitta plant die Weiterentwicklung der Masken in weiteren Ausbauschritten: Auch die Herstellung von FFP2- und FFP3- Masken ist in der Entwicklung.

ST Microelectronics

ST Microelectronics hat Atemschutzmasken und andere Schutzausrüstung lokalen Krankenhäusern gespendet. Außerdem hat ST alkoholhaltiges Handgel, das es in seinen Fabriken herstellt, Mitarbeitern, die im Gesundheitswesen direkten Patientenkontakt haben, zur Verfügung gestellt.

Update am 10.4.2020:

Infineon, Res Med

Infineon liefert 38 Millionen Leistungshalbleiter an Res Med. Für den Hersteller von medizinischen Geräten sind die Halbleiter wichtig für eine zuverlässige und effiziente Motorsteuerung seiner Beatmungsgeräte. Res Med und andere Hersteller von Beatmungsgeräten könnten den Bedarf nach diesen Geräten nur dann befriedigen, wenn Komponentenhersteller wie Infineon ihre Nachfrage decken könnten, sagte der CEO von Res Med, Mick Farrell.

Ein Patient wird mit einem Gerät von Res Med behandelt.

Ein Patient wird mit einem Gerät von Res Med behandelt. Res Med

„Wir beobachten momentan eine Verlagerung hin zu medizinischen Geräten“, stellte Infineon-CMO Dr. Helmut Gassel fest.  Zahlreiche Hersteller erweiterten oder änderten ihren Produktschwerpunkt und benötigten von ihnen die erforderlichen Komponenten, um schnell auf die besondere Nachfrage reagieren zu können. Es gebe weitere Anfragen in diesem Bereich.

Update am 9.4.2020:

Continental

Continental produziert in Daverio, Italien, Schlauchleitungen, die im Medizinsektor Bergamos und in der Region Lombardei benötigt werden. Dafür hat der Zulieferer eine Produktionslinie vorübergehend wieder hochgefahren. Die Schläuche werden beispielsweise für die Niederdruckförderung, aber auch für das einfache Ansaugen von Gasen in Beatmungsgeräten wie zum Beispiel in einem CPAP-System (Continuous Positive Airway Pressure, engl. für Spontanatmung mit kontinuierlich positivem Atemwegsdruck) verwendet, um sicherzustellen, dass die Spontanatmung des Patienten unterstützt wird. Continental stellt die Lösungen für den Gastransfer für den in Bergamo ansässigen Anwender Flow-Meter her, der auf die Entwicklung von Geräten zur Messung, Steuerung und Versorgung mit Flüssigkeiten spezialisiert ist.

Robert Koch-Institut, Thryve

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zusammen mit Datenwissenschaftlern von Thryve (mHealth Pioneers) eine Corona-Datenspende-App für Wearables programmiert, die Hinweise auf Symptome einer Infektion mit Covid-19 liefern soll. Mit Hilfe der App sollen Bürger Gesundheits- und Aktivitätsdaten dem RKI zur Verfügung stellen. Das RKI will diese Informationen mit anderen Daten wie zum Beispiel offiziellen Meldedaten verbinden und dadurch die Ausbreitung des Corona-Virus besser erfassen und verstehen. Die Verwendung der Daten basiert auf einer Nutzer-ID, das RKI habe keine Kenntnis über Namen oder Anschrift der Nutzer.

Analog Devices

Die Analog Devices Foundation steuert Mittel für den von der UN Foundation unterstützten Covid-19 Solidarity Response Fund der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei. ADI ist außerdem Partner der internationalen Interessenvertretung Global Citizen bei einem im Fernsehen übertragenen und gestreamten Format „One World: Together At Home“, das zur Unterstützung des Fund veranstaltet wird.

EDAG

EDAG hat eine Halterung entwickelt, mit der sich eine Behelfsmaske im Kampf gegen Corona anfertigen lässt. VS Tooling stellt die Maskenteile im Spritzgussverfahren für EDAG her und Techmed liefert das passende Vlies. Das Engineering-Unternehmen ist jedoch nicht für die Konfektionierung und Distribution großer Mengen ausgelegt und sucht deshalb einen starken Partner, der dies übernehmen kann.

Hengst Filtration

Hengst Filtration plant die Produktion von Atemschutzmasken. Nach Ostern sollen täglich bis zu 10.000 dieser Masken fertiggestellt werden. Das Unternehmen, das Wissen im Bereich der Luftfilterung hat, passt die Produktion an die aktuellen Anforderungen durch die Covid-19-Pandemie an. Es bereitet die Zulassung von medizinischen Masken nach der DIN 14683 vor. Die ersten 25.000 Atemschutzmasken sollen Personen im Krankenpflegebereich übergeben werden.

Update am 8.4.2020:

Wind River

Wind River stellt kostenlos Software, Design- und Implementierungs-Dienstleistungen für diejenigen Unternehmen zur Verfügung, die im Kampf gegen Covid-19 medizinische Produkte, 5G-Netzwerk- und Automatisierungsgüter produzieren. Dies umfasst Produkte aus dem Portfolio für den Bereich Intelligent Edge. Angeboten wird dieser Service auch Kunden von Wind River wie Dräger, GE Healthcare und Fedegari Autoclavi, die unter anderem große Mengen an lebensrettenden Produkten wie Beatmungsgeräte, Patientenmonitore und medizinische Instrumente herstellen.

Fraunhofer-Einrichtung EMB, Euroimmun

Die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik EMB in Lübeck hilft Euroimmun bei der Produktion CE-gekennzeichneter Antikörpernachweise zur Unterstützung der Diagnostik von Covid-19. Mit den Nachweisen können Menschen identifiziert werden, die bereits Kontakt mit dem Virus hatten. So soll herausgefunden werden, wer schon ein Infektion durchgemacht hat und wahrscheinlich immun gegen eine erneute Infektion mit SARS-CoV-2 ist. Die Fraunhofer-Einrichtung unterstützt Euroimmun dabei, die Produktion der serologischen Testsysteme für den Massenmarkt zu skalieren, um sie flächendeckend einsetzen zu können.

Valmet Automotive

Der finnische Entwicklungsdienstleister Valmet Automotive beginnt in seinem Werk in Zary in Polen mit der Anfertigung von Sicherheitsmasken. Dort produziert das Unternehmen üblicherweise Dachsysteme.

Foxconn, Medtronic

Foxconn will in den USA mit Medtronic zusammenarbeiten, um Beatmungsgeräte zu entwickeln und herzustellen. Das sagte der CEO von Medtronic, Omar Ishrak, laut Bloomberg gegenüber CNBN. Die Geräte sollen in dem Werk von Foxconn in Wisconsin hergestellt werden, das den Namen Hon Hai Precision Industry trägt. Den Angaben zufolge soll die Produktion in den nächsten vier bis sechs Wochen starten.

VDE

VDE, VDE Verlag und VDE/DKE stellen ausgewählte Normen der Medizintechnik, die für die Herstellung von Beatmungsgeräten wichtig sind, kostenlos zur Verfügung. Auch die Schriftenreihe „Elektrische Sicherheit in medizinisch genutzten Bereichen“ erhalten Interessenten, ohne dass sie dafür etwas bezahlen müssen. Damit will der VDE Hersteller, die ihre Produktion auf Beatmungsgeräte umstellen, unterstützen.

Update am 6.4.2020:

Mahle

Mahle kooperiert mit dem Wäschehersteller Triumph bei der Herstellung von Atemmasken. Der Automobilzulieferer liefert dabei ein Filtermedium, das FFP3-tauglich ist, Viren abfängt und auch im medizinischen Bereich eingesetzt werden könne. Mahle hatte zusammen mit Triumph die Machbarkeit zur Herstellung von Atemmasken geprüft, Prototypen gefertigt, die Lieferkette und den Produktionsprozess aufgesetzt. Das Unternehmen plant, eine Fertigungskapazität von 1,5 Millionen Masken im Monat aufzubauen. Es will die Masken an behördliche Stellen liefern. Zudem prüft der Zulieferer eine zusätzliche Eigenproduktion von warmumgeformten Masken sowie den Einsatz von 3D-Druckgeräten zur Komponentenherstellung für Atemschutzmasken und weiteres medizinisches Equipment.

Siemens Healthineers

Siemens Healthineers hat einen molekulardiagnostischen Test für die Erkennung des Virus SARS-CoV-2 auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um ein molekulares Fast-Track-Diagnostics-Assay-Testkit, das bei einer Diagnose einer Infektion durch das SARS-CoV-2-Virus unterstützt. Es soll Forschern helfen, das Virus in weniger als drei Stunden positiv zu identifizieren. Das Unternehmen liefert bereits Test-Kits für Forschungszwecke aus, während es eine Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (Emergeny Use Assessment and Listing) beantragt und Gespräche mit der US-amerikanischen Food und Drug Administration (Emergency Use Authorisation) aufgenommen hat. Aktuell baut das Unternehmen seine Produktionskapazitäten in dem Bereich aus.

Elektronik und Präzisionsbau Saalfeld

Der EMS-Lieferant EPSa-Elektronik und Präzisionsbau Saalfeld will namhafte Hersteller von Beatmungsgeräten europaweit unterstützen und bietet an, seine Produktionslinien auf Beatmungs-, Sauerstoff-Geräte und andere wichtige medizinische Geräte auszurichten. „EPSa wäre nicht nur bereit, einzelne Bauteile zu liefern, sondern auch die komplette Distribution der medizinischen Geräte zu übernehmen“, sagte Geschäftsführer Ali Sahin. Sie stellten ihr nach ISO 13485 zertifiziertes Haus gern zur Verfügung. Unter Verzicht auf eigenen Profit wollten sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.

Update am 3.4.2020:

VDE

Der VDE stellt den Check für Medizinprodukte und Schutzausrüstung Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen bis auf weiteres kostenfrei zur Verfügung. Denn Medizinprodukte und Schutzausrüstung müssen eine Konformitätserklärung haben. Diese ist Voraussetzung für das CE-Zeichen und damit für eine Vermarktung in Europa. Der VDE prüft diese Konformitätserklärung auf Plausibilität. Dieser Check erlaubt eine schnelle Ersteinschätzung, ob ein angebotenes Produkt vermarktet werden darf und aus seriösen Quellen stammt.

Formel 1-Teams

Sieben in Großbritannien ansässige Formel 1-Teams (Aston Martin Red Bull Racing, BWT Racing Point F1 Team, Haas F1 Team, McLaren F1 Team, Mercedes-AMG Petronas F1 Team, Renault DP World F1 Team, ROKiT Williams Racing) helfen der britischen Regierung bei der Herstellung von Beatmungsgeräten für Covid-19-Patienten. In dem Project Pitlane entwickeln sie bereits bestehende Geräte weiter, sie werden bei der Produktion von Beatmungsgeräten aktiv und entwerfen einen neuen Prototyp. Dabei kommt ihnen ihre Fähigkeit zu Gute, schnell neue Produkte zu konzipieren, Prototypen herzustellen sowie diese zu testen und in Betrieb zu nehmen. Ihr Einsatz ist Teil des landesweiten Engagements in Großbritannien zur Herstellung dieser lebensnotwendigen Geräte.

Ebm-Papst

Bei Ebm-Papst hat die Herstellung von Komponenten für Beatmungsgeräte und medizinische Analytik jetzt Priorität

Bei Ebm-Papst hat die Herstellung von Komponenten für Beatmungsgeräte und medizinische Analytik jetzt Priorität. Ebm-Papst

Die Gruppengeschäftsführung von Ebm-Papst hat die Fertigung und Auslieferung von medizintechnischen Komponenten an allen Standorten weltweit mit der höchsten Prioritätsstufe versehen. Vor allem die Nachfrage nach Komponenten für Beatmungsgeräte und Atemschutzgeräte (PAPR) sowie nach Analysegeräten im Laborbereich will das Unternehmen bedienen.

Accent Systems, Nordic Semiconductor

Das spanische Ingenieurbüro Accent Systems hat auf der Basis eines nRF52832 Bluetooth Low Energy System-on-Chip (SoC) von Nordic Semiconductor ein Armband namens Covid-19 BLE konzipiert, das alle Kontakte eines Armbandträgers einer Behörde mitteilen kann, sollte dieser positiv auf Covid-19 getestet sein. Damit müssten nur die kontaktierten Personen in Quarantäne gehen und es müsste nicht die ganze Bevölkerung zu Hause bleiben. Das Funktionieren dieses Konzepts setzt jedoch voraus, dass alle Bewohner einer Region oder eines Landes ein derartiges Armband mit Bluetooth-LE-Technologie tragen. Die Lösung soll konform mit der Datenschutzgrundverordnung sein. Laut Accent Systems wird das Armband bereits in einigen Ländern des Nahen Ostens eingesetzt.

Telekom, BS Software Development

Telekom Healthcare Solutions hat mit seinem Partner BS Software Development eine App entwickelt, über die Patienten schneller über Ergebnisse ihres Covid-19-Tests informiert werden sollen. Und zwar im Durchschnitt um vier bis acht Stunden. Die App soll die telefonische Abfrage der Ergebnisse ersetzen. BS Software Develoment bietet das Verfahren allen Laboren in Deutschland kostenlos an.

Update am 2.4.2020:

FIT Additive Manufacturing Group

Die FIT Additive Manufacturing Group hat einen speziellen Filterträger (FiT) für die breite Bevölkerung entwickelt, der laut Unternehmen mit nahezu jedem Filtermaterial zu einer Notbehelfsmaske kombiniert werden könne. Durch einen einfachen und schnellen Filterwechsel könne der Filterträger mehrfach verwendet werden. Ein kleineres Modell speziell für Kinder wird gerade entwickelt. Den Datensatz für ein 3D-druckbares Modell stellt das Unternehmen auf seiner Homepage kostenlos zum Download zur Verfügung.

Faurecia

Mitarbeiter von Faurecia in Valencia haben mit Hilfe von 3D-Druckern einen Gesichtsschutz für Kräfte in öffentlichen Einrichtungen mit Kundenkontakt gedruckt, um diese besser vor Covid-19 schützen zu können. Die Mitarbeiter arbeiten dabei mit dem öffentlichen Gesundheitswesen und Sicherheitskräften zusammen und koordinieren die Produktion, Montage und Lieferung, wobei sie die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sicherstellen. Dabei werden die 3D-Drucker des F&E-Zentrums Mitarbeitern zur Verfügung gestellt, die von der Ferne aus an diesem Projekt mitarbeiten. Bis heute produziert das Team täglich etwa 150 Maskenschilde.

Mann und Hummel

Auch der Filtrationsspezialist Mann und Hummel engagiert sich: Die Firma baut Produktion und Lieferung von Medien für Gesichtsmasken in ihrem Geschäftsfeld LS&E auf. Daran arbeiten mehrere Teams weltweit. Mann und Hummel steht in Kontakt mit mehreren großen Textilherstellern, um passende Filtermedieneinlagen für Mund-und-Nasen-Masken zu liefern, die diese inzwischen produzieren. Zusätzlich zu den Filtermedieneinlagen startete die Firma eine Großserienfertigung von Filtermasken (Daily Protective Grade) im neuen Center of Manufacturing Operations in Kunshan, China. Derzeit wird der Aufbau einer weiteren Produktionslinie für medizinische Gesichtsmasken (FFP2 / N95) vorbereitet.

Digi-Key

Digi-Key arbeitet mit der University of Minnesota zusammen, um künftig kostengünstige Beatmungsgeräte mit Technik aus den 60-er Jahren herstellen zu können. Ärzten der Universität gelang es, diese Geräte auf alten Maschinen zu produzieren. Für dieses Maschinen werden nun Bauteile wie Kabel, Verbindungselemente und Encoder benötigt, die Digi-Key zur Verfügung stellen kann. Ein derartiges Beatmungsgerät soll dann rund 1500 Dollar kosten, viel weniger als sonst üblich. Die Technik muss jedoch noch offiziell zugelassen werden. Bald sollen Hunderte der Geräte produziert werden.

Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut

Ein europäisches Team mit 150 Teilnehmern aus sieben Ländern entwickelt derzeit die Anwendung Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT), die eine digitale Kontaktverfolgung ermöglichen und dabei gleichzeitig die Privatsphäre schützen soll. Dazu gehört das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI. Es sollen keine persönlichen Daten, kein Standort und keine MAC-Adresse des Nutzers gespeichert oder übertragen werden. PEPP-PT ist so konzipiert, dass es als Kontaktverfolgungsfunktion in nationale Corona-Handy-Apps eingebunden werden kann und die Integration in die Prozesse der nationalen Gesundheitsdienste ermöglicht. Die Entwickler bieten an, die Lösung offen mit jedem Land zu teilen, da sie sich verpflichtet haben, Interoperabilität zu erreichen, so dass ein anonymer Mehrländer-Austauschmechanismus funktionsfähig sei.

Emil Otto

Das Desinfektionsmittel EO-HDC-001 von Emil Otto

Das Desinfektionsmittel EO-HDC-001 besteht zu mindestens 70 % aus Isopropanol sowie aus Glycerin. Das Mittel kann zum Desinfizieren, Reinigen und Pflegen der Hände eingesetzt werden. Emil Otto

Der hessische Flussmittelhersteller steigt in die Herstellung von Händedesinfektionsmitteln ein. Das Händedesinfektionsmittel EO-HDC-001 sowie der hochkonzentrierte IPA/Wasser-Reiniger EO-EXO-CV wurden ursprünglich zur internen Nutzung entwickelt. Nun produziert das Unternehmen für Einrichtungen der öffentlichen Gesundheit wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Gesundheitszentren, aber auch andere Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der öffentlichen Versorgung wie Rathäuser, Gesundheitsämter aufgrund einer Ausnahmezulassung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Herstellung erfolgt nach Apothekenrezeptur.

Vermes Microdispensing

Vermes Microdispensing spendet 1000 Atemmasken an den Landkreis Miesbach

Vermes Microdispensing spendet 1000 Atemmasken an den Landkreis Miesbach. Vermes Microdispensing

Der in Otterfing ansässige Konzern zur Entwicklung und Herstellung von Mikrodosiersystemen spendet den im Landkreis angesiedelten Hilfseinrichtungen Atemschutzmasken, da diese im Kreis Miesbach inzwischen rar geworden sind. Die Masken stammen vom Mutterkonzern aus China und dienen eigentlich zum Schutz der in Deutschland arbeitenden Mitarbeiter. Da aber viele Mitarbeiter im Home Office arbeiten, konnten 1000 Stück abgegeben werden.

Update am 1.4.2020:

Analog Devices

Analog Devices will die Produktion seiner Gesundheitstechnologien beschleunigen, die zur Bekämpfung von Covid-19 beitragen können. Dabei geht es um Mess- und Steuerungstechnologien in medizinischen Geräten, die für die Diagnose und Behandlung von Covid-19-Patienten benötigt werden. Dazu gehören Beatmungs- und Atemschutzgeräte, diagnostische Testsysteme, Infusionspumpen, Patientenmonitore sowie bildgebende Systeme wie Computertomographen (CT) und digitale Röntgengeräte. „Wir haben uns verpflichtet, alles zu tun, was wir können, um die Versorgung von Kunden mit unseren medizinischen Produkten sicherzustellen und die Lieferung von Bauteilen zur Herstellung von medizinischen Geräten für den Kampf gegen Covid-19 zu beschleunigen“, sagt Vincent Roche, President und CEO von Analog Devices. Außerdem nutzten sie ihre Expertise bei Partnerschaften mit Biosensor-Firmen, Forschungskrankenhäusern und dem internationalen Open-Source-Beatmungsgeräte-Projekt, um „bahnbrechende“ Technologien zu liefern und dort, wo sie am meisten benötigt werde, Unterstützung bei der Entwicklung zu leisten.

Groupe PSA, Valeo, Air Liquide und Schneider Electric

Air Liquide, die Groupe PSA, Schneider Electric und Valeo haben eine Task Force eingerichtet, die einen Aktionsplan zur Steigerung der Produktion von Beatmungsgeräten von Air Liquide Medical Systems aufstellt. Die Partner wollen innerhalb von 50 Tagen 10.000 Beatmungsgeräte herstellen, womit sie einem Wunsch der französischen Regierung nachkommen. Die Gruppe kooperiert dabei mit 100 Partnerunternehmen, die die 300 für diese Geräte benötigten Komponenten liefern.

Valeo stellt unter anderem ein Team von Einkäufern zur Verfügung, das für das Lieferantenmanagement und die Beschaffung der für die Herstellung der Beatmungsgeräte erforderlichen Komponenten verantwortlich ist.

Die Group PSA errichtete zudem eine Spezialwerkstatt, in der 50 freiwillige Mitarbeiter den zentralen Block des Beatmungssystems unter verschärften Gesundheitsbedingungen produzieren. Diese werden zur Endmontage an Air Liquide Medical in Antony geliefert, wobei dieser Standort auch von PSA-Mitarbeitern unterstützt wird.

SEMI

Die Organisation SEMI dringt darauf, dass das Geschäft der Halbleiterunternehmen weltweit als „unverzichtbar“ bezeichnet wird, damit die Aktivitäten der Unternehmen in der gesamten Elektronik-Lieferkette während der Coronavirus-Pandemie fortgesetzt werden können. Ajit Manocha, Präsident und CEO von SEMI, forderte dies in Briefen an die Gouverneure von 16 US-Bundesstaaten und die Vorsitzenden der National Governors Association, der US-Bürgermeisterkonferenz, der National League of Cities und der National Association of Counties.

Der Status als unverzichtbares Unternehmen würde es den SEMI-Mitgliedern ermöglichen, den Betrieb aufrechtzuerhalten, um sicherzustellen, dass die Herstellung von Komponenten für kritische Infrastrukturausrüstung, für Verteidigungstechnik und andere wichtige technologische Produkte und Dienstleistungen nicht gefährdet werde. Denn laut SEMI habe mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten im vergangenen Monat angeordnet, dass Menschen nicht ihre Wohnungen verlassen oder im Home Office arbeiten sollten.

Blue Ocean Robotics

Blue Ocean Robotics verzeichnet eine steigende Nachfrage nach seinem Desinfektionsroboter UVD. Dieser kollaborative Roboter, der mithilfe von UV-C-Licht Viren und Bakterien abtötet, kam zum Beispiel am Ursprungsort der Pandemie in Wuhan zum Einsatz. Chinesische Krankenhäuser bestellten mehr als 2000 dieser Modelle.

Die Nachfrage nach den Desinfektionsrobotern von Blue Ocean Robotics steigt

Die Nachfrage nach den Desinfektionsrobotern von Blue Ocean Robotics steigt. Blue Ocean Robotics

Der UVD fährt autonom durch Operationssäle und Patientenzimmer und bestrahlt kritische Oberflächen mit UV-C-Licht. Dabei werden nach Angaben der IFR innerhalb von zehn Minuten 99,9 Prozent aller Viren und Bakterien in einem typischen Patientenzimmer abgetötet. Der Roboter arbeitet selbständig und schaltet das UV-C-Licht ab, sobald jemand den Raum betritt. Er kann zum Beispiel auch in Produktionsstätten, Büroräumen, Einkaufszentren, Schulen und Flughäfen eingesetzt werden. Derzeit arbeiten Firmen und Organisationen in mehr als 40 Ländern mit dem Desinfektionsroboter. „Unsere Bestandskunden kaufen deutlich mehr Geräte als vor der Krise, aber auch viele neue Kunden bestellen die UVD-Roboter zur Bekämpfung von Coronaviren und anderen schädlichen Mikroorganismen“, sagt Claus Risager, CEO von Blue Ocean Robotics.

KSG

Der Leiterplattenhersteller KSG bemerkt einen starken Anstieg der Nachfrage im Bereich medizintechnischer Geräte, weil viele Hersteller große Aufträge erhalten haben und beginnen, dringend benötigte medizinische Geräte zu erzeugen. KSG produziert an seinen Standorten Gornsdorf in Sachsen und Gars am Kamp in Niederösterreich Leiterplatten für Beatmungsgeräte und Platinen für medizinische Überwachungssysteme sowie für intensivmedizinische Ausstatttung. Das Unternehmen unterstützt damit seine Kunden, die Auflagen der Behörden in Bezug auf kritische Infrastruktur KRITIS zu erfüllen.

Beckhoff

Beckhoff hat in der Tschechischen Republik zusammen mit Professor Prof. Karel Roubík von der Fakultät für Biomedizinische Technik der TU Prag den Prototyp eines kostengünstigen Lungenbeatmungsgerätes namens CoroVent entwickelt. In dem Team aus 15 Experten ist Beckhoff für das Steuerungssystem verantwortlich, das eine einfache Gerätebedienung ermöglichen soll. Auf diese Weise soll auch ungeschultes Personal das Gerät bedienen können.

Der Geschäftsführer von Beckhoff in Tschechien: Tomáš Halva.

Beckhoff in Tschechien hat zusammen mit Prof. Karel Roubík ein kostengünstiges Beatmungsgerät entwickelt. Im Bild: der Geschäftsführer von Beckhoff Tschechien, Tomáš Halva. Beckhoff

Die Idee für das kostengünstige Lungenbeatmungsgerät war erst vor zwei Wochen entstanden. „Das wirklich Besondere ist, dass innerhalb von nur einer Woche bereits ein Prototyp zum Testen vorliegt“, sagte Tomáš Halva, Geschäftsführer des tschechischen Tochterunternehmens.

Die Beschränkung auf für die Corona-Behandlung notwendige Funktionen und die unentgeltlichen Entwicklungsleistungen der Experten reduzierten dabei die Kosten des Gerätes deutlich. Es soll dazu beitragen, den bei einem steilen Anstieg der Corona-Virus-Infektionszahlen erwarteten Kollaps des tschechischen Gesundheitssystems zu vermeiden.

Bosch

Bosch hat einen Covid-19-Schnelltest entwickelt. Der Bereich Bosch Healthcare Solutions konzipierte gemeinsam mit Randox Laboratories einen der „weltweit ersten vollautomatisierten, molekulardiagnostischen Tests“. Dieser Schnelltest soll zur Differenzialdiagnostik zehn Atemwegserreger gleichzeitig diagnostizieren und die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfüllen. Er ermögliche eine Differenzialdiagnostik in unter 2,5 Stunden, teilte das Unternehmen mit.

Bosch unterstützt medizinische Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäuser, Labore oder Gesundheitszentren mit neuem Covid-19-Schnelltest. „Der Covid-19-Schnelltest von Bosch trägt dazu bei, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und Infektionsketten schneller zu durchbrechen“, meinte Bosch-CEO Dr. Volkmar Denner.

Sensirion

Sensirion arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer neuen Sensorlösung, die rasch in ausreichenden Stückzahlen bereitgestellt und gleichzeitig einfach in Beatmungsgeräte implementiert werden können soll. Dann könnten Beatmungsgerätehersteller in der aktuellen Notlage schnell genügend Geräte mit hoher Sicherheit und Zuverlässigkeit zur Verfügung stellen, meinte Pascal Gerner, Director Product Management bei Sensirion.

Dyson

Sensirion entwickelt derzeit Sensoren, die sich einfach in Beatmungsgeräten implementieren lassen sollen.

Sensirion entwickelt derzeit Sensoren, die sich einfach in Beatmungsgeräten implementieren lassen sollen. Sensirion

In Großbritannien hat der umtriebige Unternehmer James Dyson zusammen mit dem Medizintechnikunternehmen The Technology Partnership ein Beatmungsgerät für Covid-19-Patienten konzipiert. Nachdem der Premierminister um Hilfe gebeten habe, hätten Hunderte Ingenieure an der Entwicklung des Gerätes namens Co Vent gearbeitet. Nun ist die Entwicklung abgeschlossen. Die medizinische Zulassung stehe zwar noch aus, die Regierung hat Medienberichten zufolge jedoch schon 10.000 Beatmungsgeräte bestellt.

Space X

In den USA ist es mal wieder Elon Musk, der Engagement zeigt. Der Unternehmer, der sich auch in seiner Raumfahrtsparte Spaxe X mit Beatmungsgeräten beschäftigt, teilte mit, dass er bereits 1200 Geräte für das US-amerikanische Gesundheitssystem produziert habe. Diese müssten nur noch ausgeliefert und installiert werden.

General Motors

Und US-amerikanische Präsident Donald Trump reaktivierte ein Gesetz aus der Zeit des Koreakriegs, um den Autohersteller General Motors anzuweisen, Beatmungsgeräte herzustellen. Zuvor war eine Einigung zwischen Regierung und Unternehmen an finanziellen Forderungen des Automobilherstellers gescheitert.

Massachusetts Institut of Technology

Derzeit trägt auch die Wissenschaft dazu bei, dass das für die Entwicklung von Beatmungsgeräten benötigte Wissen zur Verfügung gestellt oder in Wettbewerben zusammengetragen wird. So hofft das Massachusetts Institut of Technologie (MIT), bald eine Open-Source-Anleitung für das Design eines Low-Cost-Beatmungsgerätes anbieten zu können.

Ein vom MIT entwickeltes Gerät komprimiert automatisch weit verbreitete Ventilmasken, manuelle Wiederbelebungsgeräte, die von Rettungsdiensten zur Unterstützung von Patienten mit Atemproblemen verwendet werden. Eine Open-Source-Anleitung könnte zustande kommen, wenn eine wachsende Zahl von Ingenieuren, Medizinstudenten und Hobby-Entwicklern Spezifikationen für diese Behelfsbeatmungsgeräte erstellt und somit eine Anwendung ermöglicht. Ein erstes Konzept ist laut der MIT-Website bereits fertig.

Universität Marburg

Eine Arbeitsgruppe um Prof. Martin Koch hat einfache Beatmungsgeräte entwickelt.

Eine Arbeitsgruppe um Prof. Martin Koch hat einfache Beatmungsgeräte entwickelt. Diese eignen sich jedoch nicht für Intensivpatienten. Prof. Martin Koch

An der Universität Marburg entwickelte derweil ein Wissenschaftlerteam um den Physik-Professor Martin Koch zwei Beatmungsgeräte, die zwar nicht für die Erstversorgung schwerer Fälle geeignet seien, aber für Patienten, die langsam auf dem Weg der Genesung seien. Das erste basiert auf Apparaten gegen Atemstillstände bei Schlafenden und das zweite auf gewöhnlichen Atmungsbeuteln. Diese könnten mit Teilen aus dem Baumarkt und dem Elektrohandel verhältnismäßig günstig aufgerüstet werden.

Isinnova

Eine weitere innovative Idee kam von der 3D-Druck-Firma Isinnova in Italien, die die Tauchermasken von Decathlon verwendet und diese in Beatmungsgeräte umfunktioniert. Der Sportartikelhersteller hatte auf Anfrage die exakten Daten der Anschlüsse mitgeteilt, so dass die Technik einwandfrei funktionieren kann. Die Entwicklung hat zwar noch keine medizinische Zulassung, sei nach einem Bericht von Futurezone aber schon bei einem Patienten erfolgreich angewendet worden.

Ipetronik

Bei Ipetronik arbeiten derzeit die meisten Mitarbeiter im Home Office und die Kommunikation ist weitgehend auf elektronische Medien umgestellt. Zusätzlich legt das Unternehmen eine „Blockpause“ vom 9. bis 17. April 2020 ein. Vertrieb und Verwaltung nehmen ab dem 20. April wieder ihre Arbeit auf.

Das KIT und das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability bieten ein Erste-Hilfe-Set für Erfolgreiches verteiltes Arbeiten an

Das KIT und das Mittelstand 4.0 -Kompetenzzentrum Usability bieten ein Erste-Hilfe-Set für Erfolgreiches verteiltes Arbeiten an. KIT

Karlsruher Institut für Technologie

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability (KU) wollen mit dem „Erste-Hilfe-Kit für Erfolgreiches Verteiltes Arbeiten“ kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, den krisenbedingten Umstieg auf ein radikal dezentrales Arbeiten zu bewältigen. Die Handreichung umfasst Tipps und Empfehlungen für eine funktionierende IT-Infrastruktur, ein orientierendes Leitbild sowie gelingende virtuelle Kommunikation und beleuchtet zudem die psychologische Dimension der Mitarbeit von zu Hause aus.

Analog Devices

„In dieser sich schnell entwickelnden Situation haben die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter und der Gemeinden, in denen wir tätig sind, für uns oberste Priorität“, sagt Vincent Roche, Präsident und CEO von Analog Devices. „Als Organisation setzen wir uns verstärkt für die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie ein, indem wir mit unseren Kunden und erstklassigen Gesundheitsorganisationen zusammenarbeiten, um unsere innovativen Lösungen für die Gesundheitsdiagnostik einzusetzen.“ Sie seien nach wie vor fest entschlossen, ihre Anwender, Lieferanten und Partner in diesem beispiellosen Umfeld nach besten Kräften zu unterstützen.

„In der 55-jährigen Geschichte von ADI haben wir mehrere „Black Swan“-Situationen erlebt“, erläutert Roche. Er sei zuversichtlich, dass sie dieses Ereignis erfolgreich meistern werden, so wie sie es zuvor schon getan haben, da sie über ihre solide finanzielle Position hinaus über starke Talente, Technologie und Kunden- und Lieferantenbeziehungen verfügten. Während sich ihr Team „schnell und flexibel“ auf diese kurzfristigen Herausforderungen einstelle, konzentrierten sie sich weiterhin darauf, langfristig in ADI zu investieren.

Xilinx

Xilinx hat 1,1 Millionen Dollar für die Bekämpfung von Covid-19 gespendet. Die Spenden gingen an Organisationen, die für die globalen Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie wichtig sind, an die lokale Gemeinschaft im Silicon Valley und an Gemeinden in der ganzen Welt. Dazu gehören:

  • Der Solidaritätsfonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der die Länder bei der Prävention, Erkennung und Reaktion auf die Pandemie unterstützt.
  • Der Covid-19 Response Fund der University of California San Francisco (UCSF), der die Versorgung von Coronavirus-Patienten in den Krankenhäusern, Kliniken und Forschungslabors der UCSF gewährleistet.
  • Der Silicon Valley Strong Fund, der sich mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Einwohner, Unternehmen und Organisationen in den Gemeinden von Silicon Valley befasst.
  • Gelder für Schlüsselregionen, die von der regionalen Führung von Xilinx zur Unterstützung lokaler Bedürfnisse verteilt werden.

Darüber hinaus werden die Beiträge der Mitarbeiter zu den Hilfsmaßnahmen durch das Unternehmen nochmals verdoppelt.

Für die Anwender aus der Gesundheitsbranche, deren Produkte für die Bekämpfung der Pandemie von entscheidender Bedeutung sind, bietet Xilinx Hilfe an, wobei die Erfüllung der Produktanforderungen und die Beschleunigung der Lieferungen im Vordergrund stehen.

TTI

TTI hält den Betrieb in seinem Vertriebszentrum für Europa aufrecht, um seine Anwender weiter zu beliefern. Viele dieser Kunden sind Hersteller von medizinischen Geräten, die für den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie von Bedeutung sind. Die Sicherheit der Mitarbeiter habe dabei für das Unternehmen höchste Priorität und der Betrieb bei TTI erfülle uneingeschränkt alle Richtlinien und Anweisungen der Regierung und der lokalen Behörden, teilte TTI mit. Unter dieser Voraussetzung hält TTI die Belieferung seiner Anwender mit unverzichtbaren Komponenten und damit die Funktionsfähigkeit ihrer Versorgungsketten aufrecht. So könnten diese Anwender dringend benötigte Geräte und Vorrichtungen wie Beatmungsgeräte und andere medizinische Geräte oder Ausrüstung weiterhin produzieren. Gegenwärtig würden keine internen Verzögerungen oder Lieferrückstände bei der Entgegennahme von Bestellungen und der Auslieferung an Anwender bestehen.

D-Wave Systems

Das Forschungszentrum Jülich hat sich gemeinsam mit mehreren anderen internationalen Forschungseinrichtungen und Unternehmen einer Initiative des kanadischen Quantencomputer-Herstellers D-Wave Systems angeschlossen, um Forscher bei der Entwicklung von Lösungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu unterstützen. D-Wave verschafft Nutzern, die zu Covid-19 forschen, auf diese Weise freien Zugang zu Quantencomputer-Systemen. Bei der Umsetzung helfen Ingenieurteams der beteiligten Partner, zu denen neben dem Forschungszentrum Jülich auch Cineca, Denso, Kyocera, MDR/Cliffhanger, Menten AI, NEC Solution Innovators, OTI Lumionics, das QAR-Lab der LMU München, Sigma-i, die Universität Tōhoku und Volkswagen gehören. Die Initiative geht auf eine Forderung der kanadischen Regierung nach sektorübergreifenden Lösungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zurück. Anwender erhalten damit ab heute freien Zugang zu Quantencomputern von D-Wave über den Quanten-Cloud-Service Leap, der in 35 Ländern Nordamerikas, Europas und Asien verfügbar ist.

Conrad Electronic

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