Nach dem Lego-Prinzip haben viele Steckverbinderhersteller ihre Produkte inzwischen modular gestaltet und können damit eine ganze Reihe von Produktvarianten anbieten, die viele spezifische Anforderungen abdecken. Dabei fallen für den Kunden keine Werkzeugkosten an. Der Nachteil jedoch ist: Wenn das Werkzeug beim Hersteller für eine Variante belegt ist, kann er in dieser Zeit kein ähnliches Modell fertigen. Deshalb sollte der Kunde Mindestbestellmenge und Lieferzeit unbedingt im Auge behalten.

Kundenspezifische Stiftleiste mit Antikippvorrichtung.

Kundenspezifische Stiftleiste mit Antikippvorrichtung. MPE-Garry

Maßgeschneiderte Steckverbinder

Wer sich für eine Modifizierung nach eigenen Vorgaben entscheidet, den führt der erste Weg zum Steckverbinderhersteller. Je nach Bestellmenge, technischen Möglichkeiten und Auslastung des Maschinenparks sowie nach Unternehmensstrategie entscheidet dieser, ob er die Wünsche umsetzen kann.

Individuell designter Programmieradapter.

Individuell designter Programmieradapter. MPE-Garry

Im Zuge einer solchen Änderung lohnt es sich darüber nachzudenken, ob sich nicht auch gleich Schwachstellen beseitigen und Folgeprozesse optimieren lassen. Dazu reichen oft Änderungen am Stanzteil des Steckverbinders, zum Beispiel hinsichtlich Länge, Form, Plating oder Biegung. Auch ein anderes Trägermaterial, etwa Hochtemperatur-Kunststoff oder 2K-Spritzguss, kann im Design einen deutlichen Unterschied machen. Es können Rastnasen oder P&P-Flächen hinzukommen, das Gehäuse kann in Abmessung und Form angepasst werden. Änderungen an der Verpackung, etwa durch Tape & Reel oder Pick & Place Cap, größere Verpackungseinheiten, Ladungsträger oder Mehrwegverpackung etc., können den Beschaffungs- und Produktionsprozess verschlanken und beschleunigen.

Sondersockel mit Steck-und Lötanschlüssen.

Sondersockel mit Steck-und Lötanschlüssen. MPE-Garry

Für derartige Änderungen genügen in der Regel 2D-Angaben in einem PDF-Dokument. Die Mehrkosten bewegen sich erfahrungsgemäß zwischen einigen hundert bis wenigen tausend Euro. Sie fallen nur einmal an, der Hersteller kalkuliert den Rest in den Bauteilepreis ein.

Sonderwünsche umsetzen

Wenn sich ein Unternehmen für einen maßgeschneiderten Steckverbinder entscheidet, stellt sich die Frage: Warum dann nicht gleich richtig individuell? Viele Sonderwünsche sind inzwischen relativ einfach umzusetzen. Hier einige Beispiele:

  • Komplexe Gehäuse, in die mit dem 2K-Spritzverfahren die Gehäusedichtung gleich integriert ist
  • Gehäuse mit per Ultraschall eingeschweißter Druckausgleichsmembrane für garantierte Wasserdichtigkeit
  • Pressfit-Kontakte, die den Lötprozess ersparen
  • Kombinationen verschiedener Technologien, zum Beispiel IDC und Pressfit
  • Steckgesichter, die Teil des Applikationsgehäuses werden
  • Zwei oder mehr Steckgesichter, die zusammengefasst werden.
  • In den Kontakten verbaute Verbindungsbrücken (Leistungsbereich)
  • Zusatzprodukte, zum Beispiel ein Elko oder eine Spule, die im Gehäuse bereits kontaktiert sind
  • Masseanbindungen, Montagelaschen, Abstandsbolzen oder Schraubbuchsen, die bereits mit angespritzt sind
  • Implementierte Bus Bars

Diese schwer verarbeitbaren Bauteile beziehungsweise Prozesse werden einfach integriert.

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