Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt, prognostiziert, dass 2014 und 2015 der europäische Markt zwar wieder wachsen wird, allerdings langsamer als der globale Markt insgesamt.

Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt, prognostiziert, dass 2014 und 2015 der europäische Markt zwar wieder wachsen wird, allerdings langsamer als der globale Markt insgesamt.ZVEI

Der ZVEI hat das 2013er Volumen des Welt-Elektromarkts auf insgesamt 3703 Milliarden Euro beziffert. Zum Vergleich: Das Sozialprodukt in Deutschland belief sich im selben Jahr auf 2738 Milliarden Euro. Gegenüber 2012 ist der globale Elektromarkt um drei Prozent gestiegen.

„Während die Elektromärkte in den Industrieländern 2013 stagnierten, wurde das globale Wachstum im vergangenen Jahr erneut von den Schwellenländern getragen“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann: „Hier belief es sich auf sechs Prozent.“ Bei einer regionalen Betrachtung entfielen der jüngsten ZVEI-Schätzung zufolge im vergangenen Jahr mit 2121 Milliarden Euro 57 Prozent des globalen Marktes auf Asien. Mit einem Zuwachs von vier Prozent legte der asiatische Markt 2013 erneut überdurchschnittlich zu. Laut des Verbandes dürfte er diesem und im kommenden Jahr um je sechs Prozent anziehen.

Der chinesische Markt hingegen sollte nach einem Plus von sieben Prozent im Jahr 2013 nun in 2014 und 2015 um sogar jeweils acht Prozent wachsen. In Japan ist der Markt im vergangenen Jahr um drei Prozent geschrumpft, allerdings zeichnet sich hier wieder ein Wachstum von vier beziehungswiese zwei Prozent ab. In Südkorea stieg das Marktvolumen 2013 um zwei Prozent und für die zwei Folgejahre rechnet der Verband mit Zuwächsen von je vier Prozent.

Der gesamtamerikanische Markt wuchs 2013 schätzungsweise um drei Prozent auf 779 Milliarden Euro. Sein Anteil am globalen Markt beläuft sich damit auf 21 Prozent. Die Wachstumsaussichten für 2014 und 2015 liegen bei fünf bis sechs Prozent. Für den US-Markt – den mit Abstand größten Elektromarkt in ganz Amerika vor Brasilien (76 Mrd. Euro), Kanada (57 Mrd. Euro) und Mexiko (54 Mrd. Euro) – der 2013 um drei Prozent zugelegt hat, ist laut Prognose 2014 und 2015 mit einem Plus ebenfalls von fünf bis sechs Prozent zu rechnen.

„In Europa gab es zuletzt einen Rückgang des Elektromarkts um ein Prozent auf 653 Milliarden Euro“, so Dr. Gontermann. „Er macht heute noch 18 Prozent des Weltmarktes aus, im Jahr 2003 war es allerdings noch ein Viertel. Dieses und nächstes Jahr sollte der europäische Markt zwar wieder um drei beziehungsweise vier Prozent wachsen, aber wiederum langsamer als der globale Markt insgesamt.“

Der deutsche Markt ist im vergangenen Jahr, bedingt durch vergleichsweise stärker gesunkene Importe, um fünf Prozent geschrumpft. Er bleibt aber hinter China, den USA, Japan und Südkorea der fünftgrößte der Welt. Für 2014 und 2015 werden wieder Zuwächse von je drei Prozent erwartet. Auch der Elektromarkt der Eurozone war 2013 mit minus drei Prozent rückläufig. Jedoch wird auch dort wieder mit leichten Zugewinnen von einem beziehungsweise zwei Prozent gerechnet.