Herr Koch, was sind denn aus Ihrer Sicht die markantesten Änderungen gegenüber der bestehenden Reihe an dynamischen Zwischenkreisspeichern?

Michael Koch mit einer seiner Komponenten.

Mit unseren Komponenten kann man seine elektrischen Antriebe tunen: Geschäftsführer Michael Koch. Redaktion IEE

Michael Koch: Für mich ganz wesentlich, sind die verbesserten Sicherheitsfeatures. Zum einen haben wir eine ausgefeiltere Leistungs- beziehungsweise Lastüberwachung. Die sichert jetzt alle uns bekannten Eventualitäten ab, etwa unerwartete Spitzen­belastungen. Das gilt gleichermaßen für den Energiespeicher wie auch den Zwischenkreis.

Keiner gibt es gerne zu, aber wir haben öfters defekte Geräte zurückbekommen, bei denen aufgrund eines falschen Anschlusses die DC-Sicherung ausgelöst hat. Daher zähle ich auch den integrierten Verpolschutz zu einem wichtigen Feature der neuen Gerätegneration. Zudem können jetzt auch geladene Speichermodule angeschlossen werden, was insbesondere beim Zuschalten von Batterien und Doppelschichtkondensatormodulen in der Vergangenheit immer wieder mal ein Thema war. Das haben wir jetzt durch eine Ladeschutzschaltung gelöst.

Ansonsten sind die Pxt-Geräte wesentlich leistungsfähiger als die DEx-Baureihe, was Stromtragfähigkeit und den Spannungsbereich betrifft.

Das klingt ja nach einem umfangreichen Pflichtenheft. Ist das zusammen mit Anwendern und Kunden entstanden?

Michael Koch: Wir haben keine klassische Marktforschung und -analyse betrieben. Die Verbesserungen sind das Ergebnis unserer Erfahrungen, die wir über die letzten zehn Jahre zusammengetragen haben. Vor gut zwei Jahren fiel dann der Startschuss für die Entwicklung der neuen Leistungs- und Signalelektronik.

Die Baureihe hat einen etwas kryptischen Namen bekommen: Pxt. Wie ist der entstanden?

Michael Koch: Unser Ziel vor zehn Jahren war es, quasi einen intelligenten Bremswiderstand zu entwickeln. Daraus sind unsere dynamischen Energiespeicher DES entstanden und eine Reihe weiterer spezifischer Geräte. Am Ende reduziert sich deren Funktion auf eine einzige Aufgabe ­­– Leistung über eine gewisse Zeit bereitzustellen. Mathematisch ausgedrückt: Pxt.

Können Sie konkretisieren, in welchen Parametern sich die Pxt-Baureihe verbessert hat?

Michael Koch: Mit dem Pxt FX lösen wir die DEx-Geräte ab. Dabei haben wir die Stromlastfähigkeit von 12 A jetzt 20 A Dauerstrom erhöht. 2/3 mehr Stromlastfähigkeit ist eine Menge Holz. Das wirkt sich auch positiv auf die Dauer des bereitstellbaren Spitzenstroms von 40 A aus. Die Geräte liefern 40 A nun wesentlich länger: Statt bislang sechs Sekunden wird es wahrscheinlich an die Minute rangehen…

…Wieso wahrscheinlich?

Michael Koch:… Es stehen noch abschließende Tests aus. Und ich will nichts versprechen, was wir nicht halten können. Eine weitere signifikante Verbesserung betrifft die Zykluszeit, also die Anzahl von Brems-Start-Zyklen. Mit der FX-Baureihe können wir im Vergleich zum Vorgänger künftig 60 Prozent mehr Energieeinsparung realisieren, denn je kürzer die Zyklen, also je häufiger eine spezifische Energiemenge über eine definierte Zeit aufzunehmen ist, desto höher die Einsparung.

Erweitern die gesteigerten Leistungsparameter den Anwendungsbereich Ihrer Geräte hin zu größeren Antrieben?

Michael Koch: Definitiv ja. Das war eine Zielsetzung bei der Entwicklung. Das andere ist das Spannungs­niveau auf der Speicherseite besser zu nutzen. Da wir häufig mit Kondensatoren oder Doppelschichtkondensatoren arbeiten, bedeutet eine höhere Stromtragfähigkeit eine effektivere Nutzung der Speicher. Andersrum gesagt: Wenn wir für die Leistung aufgrund des höheren Stroms nicht so viel Spannung brauchen, können wir die Speicher etwas tiefer entladen und brauchen so weniger teure Speicher. Wir können also mit der Rest-Spannung der Speicher tiefer gehen, und trotzdem die gleiche Leistung bereitstellen.

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