Beim Polar Bear Pitching gibt es für Start-ups kein Zeitlimit - aus ersichtlichen Gründen.

Beim Polar Bear Pitching gibt es für Start-ups kein Zeitlimit – aus ersichtlichen Gründen. Reggster

„Polar Bear Pitching“ zählt zu den Wettbewerben der skurrileren Art: Vertreter von Start-up-Unternehmen präsentieren Projekte in der jährlich in Oulu (Finnland) stattfindenden Veranstaltung, während sie auf dem Marktplatz der Stadt hüfttief im eiskalten Ostseewasser stehen. Veranstaltet wird das Spektakel – bei dem es übrigens kein Zeitlimit gibt – von gemeinnützigen Organisationen und den örtlichen Universitäten.

Auch in diesem Februar wagten sich wieder zahlreiche furchtlose Geschäftsleute ins Eisloch, um vielleicht 10.000 Euro, einen Hotelaufenthalt im Silicon Valley und einen Büroraum für zwei Wochen zu gewinnen. Im Finale am 15. Februar, bei dem insgesamt 18 Redner gegeneinander antraten, setzte sich das finnische Unternehmen Virta durch. Es bietet in ganz Finnland ein Netz von Ladestationen von Elektroautos an. Beurteilt wurden die Vorträge von internationalen Investoren wie Eeswaran Navaratnam von 01 Ventures, Henry Ines von Draper Dragon und dem Start-up-Spezialisten Shraga Katz.

Start-ups im Eisloch

Neu in diesem Jahr: Wenn die Teilnehmer sich ins Eisloch hineinbewegen, dort ihre Präsentation halten und schlussendlich bibbernd wieder hinauswinden, beschreiben sie ein geschütztes Markenzeichen. Denn der Akt des Pitchens aus einem Eisloch heraus wurde nun von der Europäischen Union patentiert – für einen menschlichen Bewegungsablauf eine absolute Seltenheit. Bereits bestehende Patente aus diesem Umfeld bezogen sich eher auf bewegte Logos.

„Polar Bear Pitching ist weltweit dafür bekannt, dass der Pitch in einem Eisloch stattfindet“, sagt Rechtsanwalt Jarmo Talvitie von der Kanzlei Ipriq Intellectual Property Law, der Polar Bear Pitching vor dem Europäischen Patentamt vertreten hat. Deswegen sei die Entscheidung der Behörde nur gerechtfertigt. „Mit der Patentierung hat Polar Bear Pitching zudem bewiesen, dass auch sehr ungewöhnliche Abgrenzungskriterien für Dienstleistungen geschützt werden können.“