Viele Unternehmen arbeiten mittlerweile teilweise oder sogar ganz von Home Office aus. So befindet sich etwa Vector Informatik seit Mitte März komplett im Home Office. Durch die hohe Motivation der Mitarbeiter und die gute technische Infrastruktur liefe die Arbeit verhältnismäßig unbeeinträchtigt weiter, erklärt das Unternehmen.

Continental- und Vitesco-Flaggen

Der Börsengang des Contintental-Spin-Offs Vitesco wird aufgrund der schwierigen Marktbedingungen verschoben. Continental

Allerdings ist eine Home-Office-Lösung in dem Umfang nicht bei allen Unternehmen möglich, aber auch gibt es Konzepte, die ein sicheres Arbeiten und den Geschäftsbetrieb gewährleisten sollen. Beispielsweise unterstützt Vitesco betroffene Standorte etwa mit der Lieferung von Schutzausrüstung für die Mitarbeiter, zudem gibt es spezielle Reinigungskonzepte, die das Infektionsrisiko reduzieren sollen, wie etwa erhöhte und intensivierte Reinigung oder die Schulung von Mitarbeitern.

Dennoch musste das Unternehmen zum Schutz der Mitarbeiter und aufgrund des Nachfragerückgangs Mitte März die Produktion für einige Tage einstellen. Der auf Antriebe spezialisierte Zulieferer greift aber auch auf Maßnahmen wie Kurzarbeit oder vergleichbare Instrumente zurück, um den Betrieb auch nach der Krise zu gewährleisten. Zur Aufrechterhaltung der notwendigen finanziellen Liquidität muss das Unternehmen aber auch Kosten senken und verschiebt dadurch Projekte und Investitionen. Infolge der schwierigen Marktbedingungen wird auch der Börsengang des Continental-Spin-Offs bis auf weiteres verschoben.

Für die Zeit nach den Beschränkungen gibt es bei Vitesco bereits konkrete Konzepte. Zunächst ist der Wiederanlauf der Werke geplant, allerdings sollen Mitarbeiter, sofern es möglich ist, weiterhin mobil oder vom Home Office aus arbeiten. Um eine pandemiesichere Produktion sicherzustellen, hat das Unternehmen ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das eine Gefährdungsbeurteilung aller Arbeitsplätze und der sich daraus ergebenden, vielfältigen Schutzmaßnahmen vorsieht wie etwa die Installation von Plexiglasabtrennungen, Erhöhung der Reinigungsintervalle an allen Standorten sowie verkürzte oder versetze Schichten.

Von der Politik wünscht sich Vitesco einen Lösungsansatz sowie Planungen für einen Neustart nach der Krise. „Wir benötigen in Deutschland und Europa eine sinnvolle, übergreifende Strategie für den dauerhaften Umgang mit dem Infektionsrisiko“, erklärt Simone Geldhäuser, Sprecherin von Vitesco. „Denn nicht jedes Jahr ist bei einer erneuten Infektion mit Wirkung über das vom Gesundheitssystem hinausschießende Maß ein erneuter wirtschaftlicher Shutdown wie 2020 sinnvoll und verkraftbar.“

ZF-Forum in Friedrichshafen

ZF bildete früh Task Forces, die sich mit den entstandenen Problemen beschäftigten. Die gesammelten Erkenntnisse ließen sich dann in anderen Werken anwenden. ZF

Anders ging ZF mit der Corona-Situation um. Seit dem ersten Ausbruch des Virus in China bildete das Unternehmen Task Forces, um mit der völlig neuen Situation umzugehen. Diese beschäftigten sich beispielsweise damit, wie sich die Produktion geordnet herunterfahren lässt, wie sich Lieferketten sicherstellen und Mitarbeiter schützen lassen. Die dadurch gesammelten Erfahrungen kann das Unternehmen in anderen Regionen einsetzen. Nachdem die chinesischen ZF-Werke bereits wieder mit nahezu voller Kapazität produzieren, gibt es aber weiterhin Produktionsstopps in Europa sowie Nord- und Südamerika.

Auch nach dem Shutdown sollen sich die Arbeitsbedingungen bei ZF ändern. Der Zulieferer will Schichten entzerren, zwischen einzelnen Arbeitsplätzen Trennwände montieren und Spender für Desinfektionsmittel aufstellen. Auch bei digitalen Arbeitsweisen geht das Unternehmen von sich ändernden Arbeitsweisen aus. „Aus der verstärkten Nutzung digitaler Tools für die Zusammenarbeit  – Stichwort Homeoffice  –  wird sicher eine geänderte Meeting- und Dienstreise-Kultur erwachsen“, kommentiert Dr. Jochen Mayer, Pressesprecher Wirtschaft bei ZF. „Die positiven Erfahrungen der Videokonferenzen werden wir stärker als bisher nutzen.“

Ähnlich wie bei ZF gibt es bei der EDAG Group einen Krisenstab, der entsprechende Präventions- und Schutzmaßnahmen getroffen hat und in täglichem Kontakt mit den entsprechenden Behörden steht und den Mitarbeitern aktuelle Informationen rund um den Coronavirus stellt. Als wichtiges Instrument sieht das Unternehmen das mobile Arbeiten und hat deshalb die entsprechenden IT-Kapazitäten hochgefahren und damit die Zahl der Home-Office-Arbeitsplätze enorm erhöht. Nach den Beschränkungen sollen diese Arbeitsplätze aber wieder zurückgefahren werden.