Die APA-App wertet Informationen zu den Aspekten Vereinzeln, Handhaben, Positionieren und Fügen aus und ermittelt daraus das Automatisierungspotenzial eines Prozesses.

Die APA-App wertet Informationen zu den Aspekten Vereinzeln, Handhaben, Positionieren und Fügen aus und ermittelt daraus das Automatisierungspotenzial eines Prozesses. Fraunhofer IPA/Foto: Alexander Neb

Die IPA-Experten haben in der App ihr Wissen, das sie bisher in einer persönlich durchgeführten Automatisierungspotenzial-Analyse (APA) bereitstellten, digital aufbereitet. Auf der Internationalen Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung Motek präsentieren sie die APA-App in der Version 2.0 und suchen erste Anwender und Tester. Diese können die App mit einem einfachen Lizenzvertrag ausprobieren.

„Mit unserer APA-App kann jeder zum Experten in der Bewertung von Montageprozessen werden“, erklärt Alexander Neb, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IPA arbeitet und die App mitentwickelt hat. Die App soll nicht auf die Montage beschränkt bleiben. Oft kann statt einer Vollautomatisierung eine Anwendung mit Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) sinnvoll sein. Deshalb möchten die IPA-Forscher dieses Thema in die App integrieren. Und auch bei der Inspektion und Instandhaltung könnte sie künftig unterstützen. Für diese Weiterentwicklungen sind Anfragen interessierter Unternehmen willkommen.

Software zum Programmien kraftgeregelter Montageprozesse

Mit der Software pitasc lassen sich einmal programmierte Montageanwendungen wiederverwenden und zum Beispiel auch mit anderen Robotern nutzen.  Fraunhofer IPA/Foto: Rainer Bez

Auf der Motek zeigt das Fraunhofer IPA ein Robotersystem, das aus Hardwaremodulen zusammengesetzt werden kann. Fraunhofer IPA/Foto: Rainer Bez

Ein weiteres IPA-Exponat auf der Motek ist die Software pitasc zum Programmien kraftgeregelter Montageprozesse. Sie ermöglicht, bisher manuell ausgeführte Prozesse wirtschaftlich sinnvoll zu automatisieren. „Bisher war es erforderlich, ein Robotersystem für jede Anwendung weitgehend neu zu programmieren. Mit unserer Software sind einmal modellierte Aufgaben schnell auf neue Produktvarianten, Produkte und sogar auf Roboter anderer Hersteller übertragbar“, sagt Frank Nägele, Gruppenleiter am Fraunhofer IPA. Die Software ist ähnlich einem Baukastensystem strukturiert: Sie enthält fertig einsetzbare und wiederverwendbare Programmbausteine, die sich bei der Einrichtung eines Robotersystems individuell zusammengestellen und direkt einsetzen lassen.

Pitasc ist bereit für den Einsatz in Pilotanwendungen, die die IPA-Forscher gerne gemeinsam mit Unternehmen umsetzen möchten.

Modulare Robotersysteme auf der Motek

Auf der Motek wird die Software zudem in ein Robotersystem integriert sein, zusammengesetzt aus Hardwaremodulen. Die Module, beispielsweise ein Roboterarm, Werkzeuge oder Vorrichtungen, werden dafür einfach und präzise auf Lochrastertischen platziert. Die Module bringen auch die Programmbausteine, die für die Ausführung einer Montageaufgabe nötig sind, und nötige Informationen wie Werkzeugpositionen und -geometrien mit. So kann der Anwender eine Roboterzelle mit geringem Programmieraufwand aufbauen oder umrüsten. Dieser Demonstrator ist ein Ergebnis des EU-Projekts »RAMPup«. Ziel des Projekts war es, Hardware und Software in Automatisierungsmodule zu integrieren, die ein schnelles anwendungs- und variantenspezifisches Aufbauen und Umrüsten einer Roboterzelle erlauben.