LoRa vernetzt Heidelberg

Zur Übermittlung der Sensordaten setzt das Projekt auf ein Long Range Wide Area Network (LorRaWAN).

Zur Übermittlung der Sensordaten setzt das Projekt auf ein Long Range Wide Area Network (LorRaWAN). LoRa Alliance

Doch die von den Ultraschallsensoren erfassten Füllstände sind nicht die einzigen Informationen, die der IoT-Sensor zur Verfügung stellt. Insgesamt gibt es acht Funktionen, darunter GPS-Daten und Temperaturwerte. Wie all diese Daten zur weiteren Analyse in die Software-Lösungen der SAP gelangen, erklärt Robert Koning, Geschäftsführer von Smart City Solutions: „Wir sind in Heidelberg dabei, ein Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) zu erproben, über das der Datentransfer digitalisierter kommunaler Dienste, wie hier im Pilotprojekt bei der Altglasentsorgung, abgewickelt werden kann.“

Der große Vorteil daran: ­LoRaWAN-Netzwerke sind äußerst energie-effizient und günstig in Einrichtung und Betrieb, wie Koning ausführt: „Mit einem einzigen Gateway oder einer Basisstation können Sie einen enormen Bereich der Stadt abdecken. Damit ist LoRa bestens geeignet für solche IoT-Applikationen im öffentlichen Raum. Die gesendeten Datenmengen sind gering und der Energieaufwand auf Seiten des verbundenen Endgeräts fällt entsprechend niedrig aus.“ Tatsächlich kann ein IoT-Sensor mit der LoRa-WAN-Technologie und dem intelligenten Energiemanagement des UCC*-50GK, bestehend aus Energiesparmodus, Bootloader und Sleep-Mode, jahrelang ohne einen einzigen Batteriewechsel und Wartungstechniker selbstständig auskommen.

Intelligente Altglasabholung mit Cloud-Technologie

In SAP Connected Goods werden die Füllstände aus Altglasbehältern sichtbar gemacht.

In SAP Connected Goods werden die Füllstände aus Altglasbehältern sichtbar gemacht. SAP

Als Empfänger der Daten aus dem ­LoRaWAN-Netzwerk kommt die Cloud-basierte IoT-Standardlösung SAP Connected Goods zum Einsatz, die hier genau für die Verwendung durch die Entsorgungsdisponenten eingerichtet wird. „Der örtliche Entsorger ist ein langjähriger Kunde von SAP und nutzt bereits ‚SAP Waste and Recycling‘, unsere Branchenlösung für die Entsorgungswirtschaft“, kommentiert Dr. Frank Rambo, Produktmanager für IoT-Lösungen bei der SAP.

Der Blick auf den Bildschirm zeigt dem Anwender eine klar aufbereitete Dashboard-Oberfläche, deren diverse Funktionalitäten Rambo erklärt: „Nach dem Onboarding des Containers sehen wir in SAP Connected Goods den Füllstand der Behälter als Prozentwert dargestellt und über die GPS-Daten die genaue Lokation einzelner Container auf der Karte. Wir können Regeln definieren, nach denen Altglasbehälter als voll erkannt werden und durch Integration in unsere Branchenlösung SAP Waste and Recycling eine zeitnahe Entleerung durch den Entsorgungsdienstleister automatisiert veranlassen. So lassen sich die Fahrtrouten der Fahrzeuge dynamisch nach Bedarf festlegen.“

Des Weiteren ermöglicht SAP Connected Goods, Trends und Spitzenphasen in der Container-Auslastung zu erkennen und zu bewerten, denn einzelne Messungen werden mit Zeitstempeln ­versehen dargestellt. „Wenn beispielsweise ein bestimmter ­Altglascontainer aufgrund eines regelmäßigen Sportereignisses immer an Samstagen übermäßig befüllt wird, bleibt das in SAP Connected Goods nicht verborgen. Die Entsorger sind dann in der Lage, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, führt Rambo an und geht auch auf das Thema der Zuverlässigkeit eines solchen Systems ein.

„Wir haben hier mit den Partnern ein äußerst belastbares Konstrukt geschaffen. Der IoT-Sensor von Pepperl+Fuchs ist robust ausgelegt und sorgt mit seinen erweiterten Features für mehr Sicherheit im Versorgungsablauf. Ein Brand in einem Container lässt sich zum Beispiel frühzeitig detektieren. Dafür sorgt der integrierte Temperatur­fühler. In SAP Connected Goods können wir dementsprechend Grenz­werte für Temperaturen definieren und automatisierte Alarmmeldungen an hinterlegbare Ansprechpartner absetzen. Zudem ­stellen wir auch Batterielade­zustände dar und zeigen mögliche, durch Verdeckungen des Ultraschallsensors bedingte Abweichungen an.“

Hannover Messe 2019: Pepperl+Fuchs: Halle 9, Stand D76 | SAP: Halle 7; Stand A02

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