Wer über die Hannover Messe lief, kam nicht am allgegenwärtigen Thema Industrie 4.0 vorbei. Kaum ein Unternehmen aus dem produzierenden Umfeld, das sich nicht den Begriff an die Fahne heftete und seine eigene, auf sich maßgeschnei­derte Geschichte dazu lieferte. Das klang schon wie das sprichwörtliche babylonische Sprachgewirr: Keiner versteht den anderen, wenn von Industrie 4.0 die Rede ist. Mir fehlt eine konkrete Strategie und somit auch eine gemeinsame Zielsetzung, der man folgen könnte.

In einem Atemzug mit Industrie 4.0 genannt wird die vierte, digitale Revolution in der Industrie. Wir bei ­Industrie Informatik sprechen von keiner Revolution, vielmehr bewegen wir uns auf einem Evolutionspfad, den wir mitgestalten und mit unserer releasefähigen Software Cronetwork beschreiten. Einer der Schlüssel­faktoren auf diesem Weg ist die intensive Nutzung existierender Kommunikationsstandards wie OPC UA, ­UMCM (Universal Machine Connectivity for MES) oder MTConnect (Manufacturing Technology Connectivity).

Grundvoraussetzung dafür sind jedoch der Wille aller Beteiligten und die technischen Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren. ERP, MES, Roboter, Bauteile und – ganz wichtig – der Mensch als Dreh- und Angelpunkt müssen sich zu einer offenen Kommunikation bekennen und sich gegenüber den anderen Teilnehmern der Indus­trie-4.0-Welt öffnen.

Unter diesen Gegebenheiten können MES-Hersteller den Evolutionspfad unterstützen, indem wir unsere Systeme hinsichtlich der gegenseitigen Vernetzung öffnen. Bezogen auf Industrie Informatik können MES wie Cronetwork als Datendrehscheibe für den Produktionsalltag dienen. Allerdings bedarf es einer gemeinsamen Zielsetzung und dem Bewusstsein, dass man nur durch eine ­offene Kommunikation und die Einhaltung gemeinsam definierter Standards aus einer Evolution auch einen Fortschritt erzielen kann.