productware hat eine Dampfphasen-Lötanlage für die Prozesstemperatur bis +170 °C ausgerüstet.

productware hat eine Dampfphasen-Lötanlage für die Prozesstemperatur bis +170 °C ausgerüstet.Productware

Spezielle, immer öfter zum Einsatz kommende und besonders empfindliche Bauteile wie zum Beispiel Hochfrequenz-Filter, LED-Komponenten oder LCD-Anzeigen bereiteten in der Vergangenheit zunehmend Probleme hinsichtlich der Temperaturtoleranz bei Standard-Lötvorgängen in der Dampfphasenlötung. Da hier mit einer festgelegten Mediumtemperatur im Bereich von +230 bis +235 °C gearbeitet wird lassen sich Bauteile, die für den bleifreien Lötprozess nur bis max. +200 °C spezifiziert sind, nicht mehr verarbeiten.

Um jedoch weiterhin die Vorteile der Dampfphasenlötung mit seinem sicheren und schonenden Lötprozess zu nutzen, hat Productware eine Dampfphasen-Lötanlage für die Prozesstemperatur bis +170 °C ausgerüstet, in der RoHS-konforme Lötungen mit einer Wismut-Legierung vorgenommen werden können.

Zum Einsatz kommt ein Dampfphasen-Reflow-Lötsystem von Asscon Systemtechnik, befüllt mit Galden HS170 (Siedetemperatur +170 °C). Als Lotpaste wird Indium 5.7LT verwendet. Mit der Lotpaste, die auf einer Zinn-Silber-Legierung (57Bi42Sn1Ag) basiert, wurden bisher gute Erfahrungen gemacht und beste Ergebnisse erzielt.

Über das Dampfphasenlöten

Beim Dampfphasenlöten (Kondensationslöten) wird die bei der Phasenänderung des Wärmeträgermediums vom gasförmigen in den flüssigen Zustand, freigesetzte Wärme (latente Wärme) zur Erwärmung der Baugruppen genutzt . Diese Phasenänderung (Kondensation) findet solange an der gesamten Oberfläche des Lötgutes statt, bis die Baugruppe die Temperatur des Dampfes erreicht hat. Aufgrund der hohen Dampfdichte und des bei der Kondensation entstehenden Flüssigkeitsfilms findet der gesamte Erwärmungsprozess in einer sauerstofffreien Umgebung statt. Die übertragene Wärmemenge verhält sich linear zur zugeführten Heizenergie, somit lassen sich die Temperaturgradienten genau festlegen bzw. steuern.

Durch diese physikalischen Grundsätze ergeben sich u. a. Vorteile wie keine Überhitzung der Bauelemente, da der Siedepunkt des Wärmeübertragungsmediums die maximale Löttemperatur bestimmt, und die uneingeschränkt Verarbeitung von Baugruppen mit bleifreien Loten.

Es erfolgt eine gleichmäßige Erwärmung an der gesamten Baugruppe auch bei unterschiedlichen Bauteilen und Massen, also eine dreidimensionale Wärmeverteilung. Der oxydationsfreie Lötprozess kommt ohne zusätzlichen Einsatz von Schutzgasen aus.

Zudem ergibt sich ein effizienter Energieeinsatz durch den hohen Wärmeübertragungskoeffizenten des Mediums im Vergleich zu Luft, Stickstoff oder Strahlung. Das bringt reduzierte Betriebskosten im Vergleich zu den bekannten Löttechnologien wie Strahlung und Konvektion.

Über Galden HS 170

Galden HS 170 ist die in der Dampfphasenanlage befindliche elektrisch inerte Flüssigkeit, die beim Dampfphasenlöten auf Siedetemperatur erhitzt wird und als Wärmeübertragungsmedium dient. Die Temperatur der dabei entstehenden gesättigten Dampfzone ist mit dem Siedepunkt der Flüssigkeit identisch. HS 170 steht für die Siedetemperatur +170 °C. Galden-Perfluoropolyether sind flüssige Polymere, die aus Kohlenstoff, Fluor und Sauerstoff aufgebaut sind. Die Molekülstruktur der Verbindung ist äußerst stabil und beständig. Die Flüssigkeit ist weder brennbar noch explosibel.

Über Productware

Die speziell auf KMU-Kunden ausgerichtete Productware GmbH mit Sitz in Dietzenbach bei Frankfurt übernimmt mit Hilfe von über 50 gut ausgebildeten Mitarbeitern sowie modernen Produktionsanlagen und Testeinrichtungen die branchenübergreifende Fertigung komplexer elektronischer Baugruppen und Systeme in kleinen und mittleren Stückzahlen – High Mix-Low Volume. Das Leistungsspektrum umfasst dabei nicht nur die Fertigung, Bestückung und Montage inkl. Test und Prüfung, sondern reicht von der Entwicklung – Hardwareentwicklung und Layouterstellung – sowie der Entwicklungs- und Design-Unterstützung (NPI) inklusive dem Materialmanagement über das Änderungsmanagement und die Logistik bis hin zu mannigfaltigen After-Sales-Services.