74 Prozent der globalen Installationen im Jahr 2018 entfallen auf fünf Hauptmärkte

74 Prozent der globalen Installationen im Jahr 2018 entfallen auf fünf Hauptmärkte IFR

Der neue World Robotics Report des IFR zeigt einen globalen Rekordverkaufswert von 16,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. In Einheiten enstspricht dies weltweit 422.000 – 6 % mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen sind eine Hochrechnung, die auf den Einschätzungen verschiedener nationaler Roboterverbände für deren jeweilige Heimatmärkte basiert. Für 2019 prognostiziert die IFR eine Wachstumspause auf dem Rekordniveau von 2018, erwartet aber von 2020 bis 2022 ein durchschnittliches Wachstum von 12 % pro Jahr.

Umsatzrekord trotz globalen Problemen

Gerade in den kleinen asiatischen Ländern ist die Roboterdichte pro Mitarbeiter sehr hoch.

Gerade in den kleinen asiatischen Ländern ist die Roboterdichte pro Mitarbeiter sehr hoch. IFR

„Wir haben 2018 eine dynamische Entwicklung mit neuem Umsatzrekord gesehen, auch wenn die Haupt-Roboterkunden – die Automobil- und Elektronikindustrie – ein schwieriges Jahr hatten“, sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. „Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bringt Unsicherheit für die Weltwirtschaft mit sich
– die Kunden neigen dazu, Investitionen zu verschieben.“ Der längerfristige Ausblick zeige, dass der anhaltende Automatisierungstrend und die weiteren technischen Verbesserungen zu einem zweistelligen Wachstum führen werden – mit schätzungsweise rund 584.000 Einheiten im Jahr 2022.

Asien wächst langsam – Europa und Amerika deutlich

Asien bleibt zwar der weltweit größte Industrieroboter-Markt, allerdings ergab sich im Jahr 2018 für die drei größten asiatischen Märkte ein differenziertes Bild: Während die Investitionen in China und der Republik Korea zurück gingen, stiegen die Investitionen in Japan um 21 %. Insgesamt wuchs Asien um 1 %. Das die Zukunft der Roboter in Fernost liegt, hat auch ABB erkannt und baut dort seine Roboterfabrik.

In Europa, dem zweitgrößten Markt, stiegen die Roboterinstallationen um 14 % und erreichten zum sechsten Mal in Folge einen neuen Höchststand. In Amerika erreicht die Wachstumsrate ein Plus von 20 % im Vergleich zum Vorjahr, ebenfalls zum sechsten Mal in Folge einen neuen Höchststand.

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermark

Cobots – Mehr Schein als Sein

Im Gegensatz zur medialen Verbreitung, sind Cobots weiterhin ein Nischenprodukt – allerdings mit einem großen Wachstumspotenzial.

Im Gegensatz zur medialen Verbreitung, sind Cobots weiterhin ein Nischenprodukt – allerdings mit einem großen Wachstumspotenzial. IFR

2019 wurde erstmals der Markt für kollaborative Industrieroboter (Cobots) analysiert. Diese Roboter sind so konzipiert, dass sie Aufgaben im gleichen Arbeitsbereich wie menschliche Arbeiter ausführen können. Die IFR-Definition besagt, dass ein Cobot notwendigerweise ein Industrieroboter im Sinne der ISO 8372:2012 ist. Trotz der sehr starken medialen Aufmerksamkeit für diese Roboter ist die Anzahl der installierten Einheiten mit einem Anteil von nur 3,24 % immer noch sehr gering. Im Jahr 2018 waren das weniger als 14.000 von mehr als 422.000 installierten Industrierobotern. Im Vorjahr waren es rund 11.100 Cobot-Einheiten. Von 2017 bis 2018 stiegen die jährlichen Installationen von Cobots um 23 %.

74 % der globalen Installationen im Jahr 2018 entfallen auf fünf Hauptmärkte: China, Japan, die Vereinigten Staaten, Republik Korea und Deutschland. China bleibt mit einem Anteil von 36 % der Gesamtinstallationen größter Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 wurden rund 154.000 Einheiten installiert. Das ist 1 % weniger als im Vorjahr, aber mehr als die Anzahl der installierten Roboter in Europa und Amerika gesamt. Der Wert der Installationen erreichte 5,4 Milliarden USD – 21 % mehr als 2017.

Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa, gefolgt von Italien und Frankreich. Im Jahr 2018 stieg die Zahl der verkauften Roboter um 26 % auf fast 27.000 Einheiten – ein neuer Rekord. Angetrieben werden die Installationen hauptsächlich von der Automobilindustrie.

China bleibt mit einem Anteil von 36 % der Gesamtinstallationen größter Industrieroboter-Markt. Im Jahr 2018 wurden rund 154.000 Einheiten installiert. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die Anzahl der installierten Roboter in Europa und Amerika gesamt. Der Wert der Installationen erreichte 5,4 Milliarden USD – 21 % mehr als 2017.

Chinesische Roboteranbieter steigerten ihren Marktanteil im Inland um 5 Prozentpunkte (2018: 27 % vs. 2017: 22 %). Dieses Ergebnis steht im Einklang mit der chinesischen Politik, einheimische Hersteller zu fördern. Die Installationen ausländischer Roboterlieferanten (einschließlich der in China von nicht-chinesischen Lieferanten produzierten Einheiten) sanken dagegen um 7 % auf rund 113.000 Einheiten (2017: rund 122.000 Einheiten). Dieser Rückgang ist auch auf eine Abschwächung der Automobilindustrie zurückzuführen.

Der Roboterabsatz in Japan stieg um 21 % auf rund 55.000 Einheiten und stellte damit den höchsten Wert dar, den das Land je erreicht hat. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17 % seit 2013 ist für einen Markt mit einer bereits hoch automatisierten Industrieproduktion bemerkenswert. Japan ist der weltweit führende Industrieroboterhersteller und lieferte 2018 insgesamt 52 % des weltweiten Absatzes.

Die Roboterinstallationen in den USA stiegen das achte Jahr in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten rund 40.300 Einheiten im Jahr 2018. Das sind 22 % mehr als 2017. Seit 2010 ist der anhaltende Automationstrend in der Produktion ein wichtiger Wachstumstreiber in allen US-Fertigungsindustrien, um die Wettbewerbsfähigkeit sowohl auf dem heimischen als auch auf dem globalen Markt zu stärken. Bei den jährlichen Roboterinstallationen haben die USA die Republik Korea vom dritten Platz abgelöst.

Die jährlichen Roboterinstallationen in der Republik Korea gingen um 5 % zurück – 2018 wurden rund 38.000 Einheiten verkauft. Der Robotermarkt hängt stark von der Elektronikindustrie ab, die ein schwieriges Jahr hatte. Dennoch sind die Installationen seit 2013 im Durchschnitt pro Jahr um 12 % gestiegen.

Bildergalerie:„Messenachlese von der automatica 2018 in Bildern”
Die Safety-Company schlechthin überraschte auf der automatica mit <a href="https://www.all-electronics.de/ein-eigener-roboter"target="_blank">einer ersten Generation Roboter</a>. Interessant: die besondere Form der Segmente und die Armgelenke.
Mit KeMotion zeigte der österreichische Automatisierungsanbieter Keba eine <a href="https://www.all-electronics.de/schluesselfertige-robotersteuerungen"target="_blank">schlüsselfertige Robotersteuerung</a>, die dennoch einfach konfiguriert werden kann.
Rein äußerlich unterscheidet sich der Neue nicht vom Alten: Die <a href="https://www.all-electronics.de/feingefuehl-jetzt-inklusive"target="_blank">kollaborativen Roboter der e-Series</a> haben mit der integrierten Kraft/Momentensensor an inneren Werten gewonnen, mit denen Universal Robots neue Anwendungsfelder anvisiert.
Die Automatica-Premiere von Siemens hatte es in sich: eine <a href="https://www.all-electronics.de/robotik-bibliothek-fuers-tia-portal"target="_blank">spezifische Bibliothek zur Roboterintegration</a>.
Zur automatica erweitert Yaskawa das Motoman-Roboterportfolio um das jetzt kleinste Modell: Der neue <a href="https://www.all-electronics.de/wenn-es-eng-wird"target="_blank">MotoMini</a> hat bei einer Reichweite von 350 mm eine Tragfähigkeit von 500 g. Außerdem zeigte das Unternehmen eine Weiterentwicklung des kollaborativen Roboters Motoman HC10.
Auf der automatica veröffentlichte der VDMA <a href="https://www.all-electronics.de/maschine-und-roboter-sprechen-eine-sprache"target="_blank"> zwei Companion Spezifikationen für OPC UA</a>, konkret für Robotik und Bildverarbeitung.
Die <a href="https://www.all-electronics.de/scaras-fuer-den-reinraum"target="_blank">Scara-Baureihe TS2</a> ist modular aufgebaut und verfügt erstmals über die eigens entwickelte JCS-Antriebstechnik, die bereits aus den Sechsachsern von Stäubli bekannt ist.
Als erster Roboteranbieter zeigte Comau ein <a href="https://www.all-electronics.de/tragbare-robotik"target="_blank">Exoskelett</a> das den anderen Neuheiten auf dem Stand die Schau stahl.

Automobilindustrie bleibt größter Anwender von Robotern

Auch wenn die IFR für 2019 mit keinem großen Wachstum rechnet, geht es bis 2022 von jährlichen Wachstumsraten bis zu 12 % aus.

Auch wenn die IFR für 2019 mit keinem großen Wachstum rechnet, geht es bis 2022 von jährlichen Wachstumsraten bis zu 12 % aus. IFR

Die Automobilindustrie ist nach wie vor der weltweit größte Anwender von Robotern mit einem Anteil von fast 30 % am Gesamtangebot (2018). Nach einem sehr starken Jahr 2017 mit einem Anstieg der Installationen um 21 % wurde dieses Niveau gehalten und 2018 leicht um 2 % erhöht. Investitionen in neue Automobilproduktionskapazitäten und in die Modernisierung haben die Roboter-Nachfrage beflügelt. Der Einsatz neuer Materialien, die Entwicklung energieeffizienter Antriebssysteme und der starke Wettbewerb auf allen wichtigen Automobilmärkten führten zu Investitionen. 79 % der Installationen von Industrierobotern fanden dabei in 5 Schlüsselmärkten statt: China (39.351 Einheiten), Japan (17.346 Einheiten), Deutschland (15.673 Einheiten), die Vereinigten Staaten (15.246 Einheiten) und die Republik Korea (11.034 Einheiten). Interessant: Indien, nach der OICA-Produktionsstatistik viertgrößtes Fahrzeugherstellerland der Welt, hat nur knapp 2.100 Industrieroboter in seiner Automobilindustrie installiert.

Die Elektro- und Elektronikindustrie stand kurz davor, die Automobilindustrie als wichtigsten Kunden für Industrieroboter im Jahr 2017 zu ersetzen. Im Jahr 2018 ging die weltweite Nachfrage nach elektronischen Geräten und Komponenten jedoch deutlich zurück. Diese Branche ist wahrscheinlich am stärksten von der Handelskrise zwischen den USA und China betroffen, da die asiatischen Länder bei der Herstellung elektronischer Produkte und Komponenten führend sind. Roboterinstallationen in dieser Branche sanken um 14 % von ihrem Höchststand mit rund 122.000 Einheiten im Jahr 2017 auf 105.000 Einheiten im Jahr 2018.

Die IFR meldet einen Investitionsrekord im Jahr 2018 für Roboter.

Die IFR meldet einen Investitionsrekord im Jahr 2018 für Roboter. rcx – Adobe Stock

79 % der gesamten Installationen in der Elektro- und Elektronikindustrie wurden in drei Ländern mit großen Produktionsstätten installiert: China (43 %), Republik Korea (19 %), Japan (17 %). Vietnam verzeichnete 2017 einen einmaligen Anstieg der Installationen, der von einigen Großprojekten (7.080 Einheiten) getragen wurde, aber 2018 (689 Einheiten) zurückging.

Die Metallindustrie und der Maschinenbau etablierten sich als drittgrößte Kundenindustrie. Im Jahr 2018 machten Installationen 10 % der Gesamtnachfrage aus. Sowohl Hersteller von Metallprodukten (ohne Automobilteile) als auch Hersteller von Industriemaschinen haben in den letzten Jahren erheblich in Roboter investiert. Die Installationen stiegen 2018 auf rund 43.500 Einheiten. Das ist 1 % weniger als im Rekordjahr 2017 (44.191 Einheiten). Die Metallindustrie war die größte Abnehmerindustrie in Finnland (44 %), Schweden (42 %), der Schweiz (40 %), Belgien (30 %), Österreich (27 %), Italien (26 %) und Dänemark (21 %).

Video: Cobot liest Bildschirm, korrigiert und steuert so den CNC-Prozess