all-electronics hat eine Umfrage bei einer Reihe von Elektronik-Unternehmen zum Thema Umgang mit der Corona-Krise gestartet. Die Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, wie sie sich auf das Hochfahren der Geschäftstätigkeit vorbereiten und was sie von der Politik erwarten. In einem Übersichtsbeitrag fassen wir die wichtigsten Aussagen zusammen.

Wie haben Sie sich beziehungsweise ihr Unternehmen mit den Corona-Einschränkungen arrangiert? Welche Maßnahmen wurden getroffen, um mit der Situation zurecht zu kommen?

ZF Friedrichshafen: Die Pandemie hat derzeit die ganze Weltwirtschaft im Griff. Seit dem ersten Ausbruch des Virus in China haben wir Task Forces gebildet, um mit dieser völlig neuen Situation umzugehen: Wie fahren wir die Produktion geordnet herunter, wie können wir trotzdem die Lieferketten sicherstellen – und vor allem: Wie schützen wir unsere Mitarbeiter, wenn sie (wieder) an ihre Arbeitsplätze kommen? Diese Erfahrungen können wir nun in anderen Weltregionen einsetzen, nachdem unsere chinesischen Werke bereits wieder mit nahezu voller Kapazität produzieren, wir aber Produktionsstopps in Europa sowie Nord- und Südamerika haben.

In den chinesischen Werken von ZF Friedrichshafen läuft die Produktion wieder. In anderen Regionen der Welt bereitet sich der Zulieferer darauf vor.

In den chinesischen Werken von ZF Friedrichshafen läuft die Produktion wieder. In anderen Regionen der Welt bereitet sich der Zulieferer darauf vor. ZF Friedrichshafen

Wie sieht die Exit-Strategie aus, um zu einem ansatzweise „normalen“ Arbeitsalltag zurück zu kehren, und welchen Zeitraum planen Sie dafür ein?

ZF Friedrichshafen: In China haben wir die Hochlaufphase bereits weitestgehend bewältigt, nun bereiten wir uns in anderen Regionen darauf vor. Wichtig ist, dass wir flexibel sind und bei Wiederaufnahme der Produktion durch unsere Kunden unmittelbar wieder liefern können – und dass wir unsere Mitarbeiter bestmöglich vor Ansteckung schützen. Wie wir das miteinander vereinbaren, daran arbeiten wir gerade mit hohem Einsatz. Die Vorbereitungen, etwa den Einbau von Trennwänden an den Montagearbeitsplätzen, müssen wir jetzt vornehmen. Klar ist, dass es in allen Bereichen ein schrittweises Hochfahren sein wird und dass wir nicht über Nacht wieder mit voller Kapazität produzieren. Wie lange das dauert wird auch davon abhängen, wie sich die Nachfrage entwickelt.

Werden die Corona-bedingten Einschränkungen ihren Arbeitsalltag und -organisation auch nach Ende der Pandemie nachhaltig verändern? Inwiefern?

ZF Friedrichshafen: Wenn wir die Produktion wieder hochfahren, geschieht dies unter veränderten Arbeitsbedingungen: Wir werden Schichten entzerren, zwischen einzelnen Arbeitsplätzen Trennwände montieren, Spender für Desinfektionsmittel aufstellen; auch die Betriebsrestaurants müssen wir an die neuen Hygiene- und Distanzregeln anpassen – all das wird uns für längere Zeit begleiten. Gleichzeitig müssen wir einen geordneten Wiederanlauf der Produktion sicherstellen und die etablierten Lieferketten wieder in Gang setzen. Aus der verstärkten Nutzung digitaler Tools für die Zusammenarbeit – Stichwort Home Office – wird sicher eine geänderte Meeting- und Dienstreise-Kultur erwachsen. Die positiven Erfahrungen der Videokonferenzen werden wir stärker als bisher nutzen.

Welche Unterstützung seitens der Politik würden Sie sich dabei wünschen, beziehungsweise welche Maßnahmen sind nötig, um wieder einen normalen Arbeitsalltag zu gewährleisten?

ZF Friedrichshafen: Die Corona-Pandemie hat durch das weitgehende Stilllegen des öffentlichen Lebens und vieler Wirtschaftszweige sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite massiv beeinflusst. Um den schrittweisen Neustart vorzubereiten, bedarf es vielfältiger Maßnahmen. Wichtig ist Planbarkeit in Bezug auf die Sicherheits- und Kontaktregeln des öffentlichen Lebens, damit wir diese in unsere ZF-internen Festlegungen miteinbeziehen können. Zudem sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um die globalen Lieferketten aufrecht zu erhalten. Auf der anderen Seite gehören dazu auch wirtschaftspolitische Weichenstellungen, etwa Förderprämien, um die Fahrzeugnachfrage anzukurbeln und Beschäftigung zu sichern. Wichtig dabei ist, dass Förderprämien schnell und in der Breite wirken, also nicht auf einzelne Fahrzeugsegmente begrenzt werden.