AS-Interface-Module für's Grobe.

AS-Interface-Module für‘s Grobe. Bihl+Wiedemann

Für die Techniker in der Qualitätssicherung ist es natürlich erst einmal ärgerlich, aber im Grunde ein gutes Zeichen, wenn während der Simulation außergewöhnlicher Belastungen die Prüfanlage in die Knie geht und nicht der Proband. Bei den Komponenten der Extreme-Produktklasse von Bihl+Wiedemann kann das durchaus passieren: Einmal haben sich bei einem Vibrationstest aufgrund der heftigen Rüttelbewegungen mehrere Stecker des Equipments ineinander verkeilt und mussten in stundenlanger Sisyphusarbeit entwirrt werden. Der Prüfling dagegen zeigte zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Schwächen. Bei einem anderen Test bildete sich auf den M12-Steckern an einem der Prüfanlage eine dicke Salzkruste und setzte dessen Kontakte korrosionsbedingt außer Gefecht. Das Extreme-Modul selbst blieb von der Natriumchlorid-Attacke unbeeindruckt: Es war nach wie vor uneingeschränkt betriebsbereit.

Gegen die Widrigkeiten des industriellen Alltags in der Fabrik- und Prozessautomation sind schon die serienmäßigen AS-Interface-Module in Schutzart IP67 bestens geschützt. Doch in manchen Fällen gehen die Belastungen teils deutlich über das Normalmaß hinaus. Das gilt zum einen dann, wenn die Module unter freiem Himmel montiert sind, wo sie abhängig vom Aufstellungsort sowohl klirrender Kälte als auch flirrender Hitze ausgesetzt sind – unter Umständen noch gepaart mit ungewöhnlich hoher Luftfeuchtigkeit und/oder permanentem Salznebel. Bei Kränen und Spreadern in Häfen kommt das alles zusammen, vor allem in den weniger gemäßigten nördlichen oder südlichen Breiten. Aber auch dort kommen AS-i-Module immer häufiger zum Einsatz, um die Sensorik möglichst effizient anzuschließen.

Alles andere als gemütlich ist es für AS-i-Module, wenn sie in Achterbahnen mit in den Wagen verbaut sind und dafür sorgen, dass das Himmelfahrtskommando nicht außer Kontrolle gerät. Diese Geräte haben es nicht nur mit Temperaturschwankungen und der daraus resultierenden Betauung zu tun, sondern auch noch mit heftigen Vibrationen. Trotzdem sollen sie die Schaltsignale zu jeder Zeit absolut zuverlässig übertragen. Doch auch in geschlossenen Räumen erwartet die AS-i-Komponenten in manchen Fällen oft Ungemach. Insbesondere beim Einsatz in der Prozessautomation müssen sie sich oft gegen chemisch aktive Stoffe behaupten. Und auch die Montage im Kühlhaus hat es in sich.

Wenn robust zu weichlich ist

Die Module für den Einsatz unter extremen Umgebungs­bedingungen gibt es in mehreren Bauformen und I/O-Konfigurationen.

Die Module für den Einsatz unter extremen Umgebungs­bedingungen gibt es in mehreren Bauformen und I/O-Konfigurationen. Bihl+Wiedemann

Für solch außergewöhnlich schwierige Bedingungen ist die Extreme-Produktreihe gedacht: Geräte, die so hart im Nehmen sind, dass sie auch dann noch eine sichere Kommunikation ermöglichen, wenn markt­übliche Elektronik längst den Dienst quittieren würde. Die Module trotzen Temperaturen von -40 bis 70 °C und stecken Schocks bis zu 30 g (11 ms) und Vibrationen (mit Frequenzen von 5 bis 500 Hz bei einer Amplitude von 50 mmpp/6 g) problemlos weg.

Das wasserdichte Kunststoffgehäuse bietet Schutz gegen Feuchtigkeit – selbst bei Eisbildung im Inneren des Moduls. Beschichtete Platinen schützen die Bauteile gegen Kondensation. Störungsfreie Funktionalität sichert die beschichteten Platinen auch beim Einsatz von AS-i-Schaltgeräten in Anlagen auf See oder in Küstengebieten, wo permanenter Salznebel die Elektronik und deren Umgebung besonders belastet. Irreparable Schäden an Maschinen oder Steuerelementen, die nicht gezielt davor geschützt sind, kommen dort folgerichtig überdurchschnittlich häufig vor.

Aber natürlich ist Natriumchlorid bei weitem nicht der einzige chemische Feind, vor dem sich die Komponenten der Automatisierungstechnik in Acht nehmen müssen. Hohe Korrosionsrisiken lauern für elektronische Produkte und Bauteile prinzipiell in allen reaktiven Umgebungen.
Deshalb legt Bihl+Wiedemann, wenn es um die Härtetests von Geräten mit besonderen Nehmerqualitäten geht, großen Wert auf Simulationen in einem Umweltlabor unter Bedingungen, die denen am späteren Einsatzort sehr nahe kommen. Nur, wenn die Komponenten zum Beispiel ihre Resistenz bei Kontakt mit dem jeweiligen aggressiven Gasgemisch beweisen, erhalten sie am Ende den finalen Ritterschlag und schaffen tatsächlich den Sprung ins Sortiment der Extreme-Produktklasse.

Die wirtschaftlichen Vorteile für die Anwender dieser Überlebenskünstler von Bihl+Wiedemann liegen dabei klar auf der Hand: Sie profitieren von reduzierten Wartungskosten sowie von erhöhter Anlagenverfügbarkeit und Investitionssicherheit – unter dem Strich also von gesteigerter Produktivität, der zweifellos härtesten Währung im Bereich der Automation.