Geschäftsführer Hans Beckhoff zeigt sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung seines Unternehmens zufrieden: „Wir rechnen mit rund 15 % Wachstum und kommen bei ungefähr 500 Millionen Euro Umsatz heraus.“

Geschäftsführer Hans Beckhoff zeigt sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung seines Unternehmens zufrieden: „Wir rechnen mit rund 15 % Wachstum und kommen bei ungefähr 500 Millionen Euro Umsatz heraus.“ Redaktion IEE

„Die wirtschaftliche Lage in diesem Jahr ist für Beckhoff ausgesprochen gut“, betont Hans Beckhoff während der Pressekonferenz Heute Nachmittag auf der SPS IPC Drives. Ausgesprochen gut heißt: 15 % Wachstum auf 500 Millionen Euro Umsatz. Damit knüpft der Automatisierungsanbieter fast wieder an die Steigerungsraten der vergangenen Boom-Jahre an. Geografisch gesehen haben alle Bereiche zum Wachstum beigetragen, mit Asien als Spitzenreiter. Und auch Deutschland kann mit knapp 10 % Zuwachs mithalten. „Allerdings gibt es eine Diskrepanz zwischen der allgemeinen, zunehmend kritischen Wirtschaftsberichterstattung und unserem nach wie vor guten Auftragseingang“, erklärt der optimistisch gestimmte Geschäftsführer. Beckhoff vertraut dabei auf die eigenen Zahlen denn auf die Prognosen und stockt die Produktionskapazitäten am Hauptsitz Verl auf: „Insgesamt 2.000 m² Produktions- und Lagerfläche sind dazu gekommen“, berichtet Hans Beckhoff. Ausgebaut wird auch die EMS-Fertigung, von 11 auf 13 Fertigungslinien. Dazu Beckhoff: „Damit sind wir für die nächsten 20 bis 30 % Wachstum gerüstet.“ Wenn es normal läuft, reicht das gerade für zwei Jahre. „Dann wird der neue Beckhoff-Campus in Angriff genommen“, betont Hans Beckhoff.

Tragfähige Fundamente in Nürnberg gelegt

Voraussetzung für das Umsatzwachstum sind innovative Produkte, die den Markt prägen und die Maschinenbauer weiterbringen. Beispielsweise aus der Vergangenheit sind etwa die feingranularen Remote-I/Os, die Beckhoff zusammen mit Wago Kontakttechnik entwickelt hat, oder die Rolle als einer der frühen Protagonisten der PC-basierten Automation. Vergleichbares gab es auch auf der SPS IPC Drives 2014:

Mit dem Industrie-Server C6670 macht Beckhoff die Many-Core-Technologie mit bis zu 36 Cores für den Maschinenbau zugänglich.

Mit dem Industrie-Server C6670 macht Beckhoff die Many-Core-Technologie mit bis zu 36 Cores für den Maschinenbau zugänglich. Beckhoff Automation

Mit dem Konzept ‚Many-Core Control‘ verfolgt Beckhoff konsequent die Philosophie der zentralen Steuerung. Das heißt: Alle Steuerungsfunktionalitäten der Maschine, neben PLC, Motion, Robotik und CNC auch Messtechnik und Vision, sind in einer Software integriert und laufen auf einer leistungsfähigen CPU. Mit dem Industrie-Server C6670 bringt Beckhoff eine der leistungsfähigsten Steuerungen auf den Markt, die mit 12, 24 oder 36 Kernen und bis zu 2048 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet ist. „Effektiv nutzbar wird diese immense Rechenleistung aber erst durch die Ausschöpfung jedes einzelnen Kernes durch die Automatisierungsplattform Twincat 3.1“, betonte Beckhoff. Damit lassen sich die einzelnen Steuerungstasks auf die verfügbaren Kerne beliebig verteilen.

Bewegung in der Antriebstechnik

Neue Linearmotoren mit 22,5°-Radius erweitern das Einsatzspektrum sowohl hinsichtlich der Anwendung als auch in Bezug auf den verfügbaren Einbauraum.

Neue Linearmotoren mit 22,5°-Radius erweitern das Einsatzspektrum sowohl hinsichtlich der Anwendung als auch in Bezug auf den verfügbaren Einbauraum. Beckhoff Automation

Nachdem der Patentstreit über die Linearantriebslösung XTS mit Rockwell Automation im Sommer gütlich beigelegt wurde – die Einigung umfasst eine gegenseitige Nutzung von Patenten und Vermarktungsbegrenzungen – ergänzt Beckhoff das Extended Transport System (XTS) um Varianten mit 22,5°-Radius als Innen- und Außenläufer. Damit sind neue Geometrien wie Vollkreise, als Innen- oder Außenläufer, oder Quadrate mit abgerundeten Ecken möglich. So lässt sich das Anwendungsspektrum beispielsweise um den flexiblen Rundtakttisch und neue individuelle Bahnverläufe erweitern. Das lineare Transportsystem XTS besteht aus modularen Linearmotoren mit integrierter Leistungselektronik und Wegerfassung, aus beliebig vielen kabellosen Movern und der mechanischen Führungsschiene. „Mit diesen wenigen Komponenten sind unterschiedlichste Applikationen, Geometrien, Längen und Radien realisierbar“, stellt Beckhoff heraus. Das XTS bietet die Möglichkeit, Produkt- und Formatwechsel sowie kleine Losgrößen ohne mechanischen Eingriff in kürzester Zeit umzusetzen. „“Software ersetzt aufwendige“, so Beckhoff.

Modulare Servoverstärker: FPGA an Bord

Mit ihrem integrierten FPGA wird das modulare Multiachs-Servosystem höchsten Anforderungen an Regelgeschwindigkeit und -genauigkeit gerecht.

Mit ihrem integrierten FPGA wird das modulare Multiachs-Servosystem höchsten Anforderungen an Regelgeschwindigkeit und -genauigkeit gerecht. Beckhoff Automation

Bei den Servoantrieben komplett ein kompaktes Mehrachssystem das Portfolio. Das Multiachs-Servosystem AX8000 ermöglicht hochpräzise Positionier- und Bearbeitungsvorgänge. Hinzu kommen eine schnelle Montage und Inbetriebnahme durch das einfache Zusammenstecken der gewünschten Achsmodule, die One Cable Technology (OCT) für den Motoranschluss sowie die direkte Integration von Safety und Netzfilter. Modular aufgebaut umfasst das Mehrachssystem verschiedene Einspeise-, Ein- und Doppelachsmodule sowie ein Kondensatormodul. Der Ethercat-basierende Kompaktantrieb kombiniert FPGA-Technologie mit Multicore-ARM-Prozessoren. Dabei ermöglichen die FPGA-basierten Regelalgorithmen Abtast- und Reaktionszeiten kleiner 1 µs (Stromregelung) sowie Drehzahlregler-Zykluszeiten ab 16 µs. Die minimale Ethercat-Zykluszeit liegt bei 62,5 μs. Für Motion-Anwendungen bedeutet dies hochpräzise Positionierung, erhöhte Konturschärfe bei Bearbeitungsvorgängen und einen insgesamt erhöhten Produktionsausstoß.

Als Einspeisemodule stehen je zwei 60 und eine 90 mm breite Varianten für die weltweit verschiedenen Spannungssysteme zur Verfügung: 100 bis 230 V AC mit 20 oder 40 A für Asien und Amerika sowie 400 bis 480 V AC für Europa und Nordamerika. Bei allen vier Versionen sind Bremswiderstand und Brems-Chopper sowie ein Netzfilter integriert. Die gewünschten Achskonfigurationen werden durch Kombination der Module realisiert. Verfügbar sind ein 60 mm breites Einachsmodul mit 8 A Nennstrom und ein Doppelachsmodul (60 mm) mit zweimal 6 A sowie ein Einachsmodul mit 18 A (90 mm). Über die skalierbare Motorstrommessung lassen sich damit auch Achsen mit geringeren Motornennströmen abdecken. Je Achse bietet das System vier digitale Eingänge; zwei davon für Onboard-Safety-Funktionen vorkonfiguriert.

Eine schnelle Montage und Inbetriebnahme ermöglicht das integrierte Schnellverbindungssystem AX Bridge, das die Verbindung der Module fehlersicher und werkzeuglos per Federkrafttechnik herstellt. Sie brückt Zwischenkreis, 24 V DC und Ethercat.

SPS IPC Drives 2014
Halle 7, Stand 406