Im August 2011 veröffentlichten die ETAS GmbH und Robert Bosch Engineering and Business Solutions India (RBEI) erstmals die Busmaster-Software. (Potenzielle) Nutzer können die Software kostenfrei und ohne Registrierung von der Open-Source-Hosting-Plattform GitHub.com herunterladen. Die Nutzung, das Studieren, das Weitergeben und die Modifikation der Software unterliegen keinen Einschränkungen.

Busmaster unterstützt CAN

Die aktuelle Version basiert auf dem Softwaretool CANvas, das ab 2003 RBEI (Robert Bosch Engineering and Business Solutions India) bis zur Marktreife entwickelte. Die Software importiert und exportiert Netzwerkbeschreibungsdateien, die zu den relevanten Spezifikationen wie zum Beispiel den Vector-Informatik-Formaten „CANdb“ und „CAPL“ kompatibel sind. Künftige Busmaster-Versionen werden neben CAN auch LIN und FlexRay unterstützen.

Bild 1: Das Busmaster-Konzept steht für „Simulation, Analyse und Testen von Datenbussen – gemeinsam in der Busmaster-Community“

Bild 1: Das Busmaster-Konzept steht für „Simulation, Analyse und Testen von Datenbussen – gemeinsam in der Busmaster-Community“ ETAS

Nach der Veröffentlichung im August wurde bereits die Unterstützung von mehreren zusätzlichen Hardwareschnittstellen in Busmaster integriert. Neben der ETAS-eigenen USB-CAN-Bus-Schnittstelle ES581.3 und dem Modul PCAN-USB von PEAK-System Technik GmbH wird Busmaster ab Version 1.1.0 CAN-Hardware von Intrepid Control Systems, ab Version 1.2.0 Hardware von Vector Informatik und ab Version 1.3.0 auch Hard­ware von Kvaser unterstützen. Die weitere Planung sieht die Unterstützung von Modulen der Firmen IXXAT und Softing sowie von Schnittstellen vor, die über die VCI-API D-PDU kommunizieren.

Domänenspezifische CAN-Transportprotokolle, die Busmaster derzeit noch nicht unterstützt, sind bereits im Fokus der Entwicklungsplanung des Projekts für 2012. Derzeit liegen Anfragen nach Unterstützung von Transportprotokollen der Automobilindustrie wie J1939, der Industrieautomatisierung, der Luftfahrt­industrie und dem maritimen Bereich vor.

Bild 2: Screenshot der Busmaster-Software.

Bild 2: Screenshot der Busmaster-Software. ETAS

Service und Erweiterungen

ETAS unterstützt die Weiterentwicklung der Open-Source-Software aktiv. Für die kom­men­den Jahre hat das Unternehmen dedizierte Entwicklungsressourcen eingeplant, um so die Community kontinuierlich zu unterstützen. Jedes Mitglied des Busmaster-Projekts wird unmittelbar vom bereit­gestellten ETAS-Know-how profitieren. Darüber hinaus können Anbieter von Hardwareprodukten und Dienstleistungen die Busmaster-Software für eigene Zwecke anpassen, verteilen sowie um kommerzielle Zusatzfunktionen erweitern. Zu diesem Zweck stellt Busmaster im Source-Code geeignete Schnittstellen für die Erweiterung zur Verfügung. Auf Wunsch bietet ETAS kundenspezifische Anpassungen der Software sowie Coaching und Training an.

Offen für Partner

Die Software wurde so erweitert, dass die Weiterentwicklung der Software auch mit kostenfreien Werkzeugen möglich ist, wie sie typischer­weise an Hochschulen zum Einsatz kommen. So gibt es beispielsweise Unterstützung für den kosten­freien Compiler von Microsoft Visual Studio Express. Zum Testen lassen sich die Open-Source-Programme AutoIt und TestCocoon verwenden. Installationen erzeugen Anwender mit dem Scritable Install System von Nullsoft, Dokumentationen erstellen sie in DITA. Aufgrund des weltweit verteilten Entwicklungsmodells hat sich das Projekt für das bekannte dezentral organisierte Source-Code-Manage­ment-System Git entschieden.

Info

Open-Source lebt von Kooperation und Austausch. Das Busmaster-Projekt ist offen für Beiträge aus Forschung und Industrie. Mit jedem Beitrag können die Weiterentwicklung und die künftigen Ziele des Projekts beeinflusst werden.

…steht kostenfrei und ohne Registrierung zum Download auf der Open-Source-Hosting-Plattform GitHub.com zur Verfügung. Es unterliegt keiner Einschränkung hinsichtlich Nutzung, Analyse, Weitergabe und Modifikation. Busmaster ist die erste Open-Source-Software im Marktsegment. Die stetig wachs­ende Gemeinschaft von Anwendern innerhalb der Community wird das Projekt erfolgreich als neue, open-source-basierte Form der Zusammenarbeit bei der Werkzeugentwicklung am Markt etablieren.

Die modulare Architektur versetzt Software-Entwickler und Drittanbieter in die Lage, der Soft­ware schnell neue Funktionen hinzuzufügen. Die Lesser General Public License

(LGPL) erlaubt zudem die Bereitstellung von proprietären Erweiterungen (Add-Ons), die sich dynamisch mit dem Open-Source-Kern verlinken lassen.

Das Entwicklungsmodell von Busmaster ist transparent, und die Entscheidungswege des Projekts sind nachvollziehbar. Über den Issue Tracker erfolgt eine offene Kommunikation von Fehlern und Wünschen, während gleichzeitig die Möglichkeit besteht, zukünftige Funktionalitäten zu diskutieren, bewerten und einzuplanen.

Vorteile für alle Seiten

Die rasche Behebung von Fehlern sowie die schnelle Implementierung neuer Funktionalitäten in Open-Source-Projekten wie Busmaster, ermöglichen deutlich kürzere Entwicklungszyklen. Die Verfügbarkeit von Open-Source-Software hängt nicht von einzelnen Herstellern ab. Der Quellcode ist für alle einseh­bar und zugänglich. Dies trägt dazu bei, die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Produkts zu erhöhen. Im Gegensatz zu textuell beschriebenen Industriestandards ist die Funktionstüchtigkeit von Open-Source-Software von vornherein gegeben. Aus diesen Gründen hat sich Open-Source-Software heute bereits in vielen Industriezweigen etabliert.

Hier geht es zum Download der Software